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Marburg Partnergewalt gemeinsam bekämpfen
Marburg Partnergewalt gemeinsam bekämpfen
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16:00 07.10.2021
Sabine Schlegel und Janis Loewe von der Koordinations- und Servicestelle des Projektes „Marburg ohne Partnergewalt“ zeigen Poster aus einer Fotokampagne.
Sabine Schlegel und Janis Loewe von der Koordinations- und Servicestelle des Projektes „Marburg ohne Partnergewalt“ zeigen Poster aus einer Fotokampagne. Quelle: Foto: Lucas Heinisch
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Marburg

Bei der Internationalen Abschlusstagung des EU-Projekts „Marburg ohne Partnergewalt“ im September im Erwin-Piscator-Haus konnten Interessierte die Tagung sowohl in Präsenz als auch online verfolgen. „Es ist ein tolles Gefühl, alle gemeinsam hier zu sehen“, sagte Sabine Schlegel von der Koordinations- und Servicestelle des Projektes und vom Verein Juko Marburg zu Beginn der Abschlusstagung.

Die Koordinationsstelle des Projektes, die durch das Gleichberechtigungsreferat der Stadt Marburg und Juko Marburg besetzt ist, verfolgte unter anderem das Ziel, das Thema Partnergewalt ins öffentliche Bewusstsein zu rücken. Hierfür gab es zum Beispiel eine Fotokampagne. Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies betonte bei seiner Eröffnungsrede: „Partnergewalt ist vollkommen inakzeptabel. Wir haben den Anspruch, Partnergewalt in dieser Stadt zum Verschwinden zu bringen.“ Mit dem Projekt habe man zur Sensibilisierung für das Thema beigetragen. Landrätin Kirsten Fründt erklärte, dass „Partnergewalt überall stattfindet. Wenn man sie bekämpfen möchte, muss man genau hinschauen.“

Der Verein „Frauen helfen Frauen“ ist ebenfalls Teil des Projektes und kümmerte sich mit Juko um die Erweiterung von Hilfsangeboten. Janis Loewe und Sabine Schlegel von der Koordinations- und Servicestelle erwähnten zum Beispiel die Möglichkeit gedolmetschter „Stop“-Trainings (Soziales Training – Opferschutz und Prävention) von Juko. „Frauen helfen Frauen“ befasste sich mit dem Thema Frauenunterstützung.

Gemeinsame Arbeit mit Sibiu und Poitiers

Loewe, der auch im Gleichberechtigungsreferat der Stadt Marburg aktiv ist, hob die intensive Auseinandersetzung mit dem Themenkomplex hervor. Es sei gut, „fokussiert zwei Jahre Zeit zu haben, um sich mit dem Projekt zu beschäftigen. Mir war wichtig zu sagen, dass wir etwas ausprobieren und zeigen, dass es geht.“ Dazu zähle zum Beispiel auch die internationale Vernetzung rund um das Thema Partnergewalt. „Wir haben das Projekt genutzt, um mit unseren Partnerstädten darüber inhaltlich zu sprechen“, erklärt Loewe weiter. Für Schlegel war die Kontaktaufnahme nach Sibiu und Poitiers „ein persönliches Bedürfnis“.

Diese internationale Vernetzung ließ sich auch bei der hybriden Abschlussveranstaltung erkennen. Eine Delegation aus der rumänischen Partnerstadt Sibiu nahm per Online-Übertragung an der Veranstaltung teil und eine weitere Delegation aus der französischen Partnerstadt Poitiers war vor Ort im Erwin-Piscator-Haus. Während der vergangenen zwei Jahre habe man sich viel über das Thema Partnergewalt ausgetauscht, erzählte Alexandra Duval aus Poitiers. „Mit Marburg zusammenzuarbeiten ist wichtig. Wir teilen die Erkenntnisse miteinander.“ Zu diesen Erkenntnissen gehöre unter anderem, dass es „institutionelle Unterschiede gibt“, wie Angélique Sanchez erklärte. „Die Systeme sind überall unterschiedlich“, ergänzte Sabine Schlegel. Täterarbeit und das Thema häusliche Gewalt gehe man unterschiedlich an, sagten Schlegel und Sanchez. In Deutschland betreibe man Täterarbeit zum Beispiel länger. Doch „das Thema betrifft alle und ist nicht nur ein privates Thema“, erklärte Duval.

Von Lucas Heinisch

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