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Marburg Hilfe auch in der engsten Gasse
Marburg Hilfe auch in der engsten Gasse
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15:58 22.06.2021
Investition inmitten der Pandemie: Für die beiden neuen Abschleppfahrzeuge gab die Firma Auto-Stauzebach rund 300 000 Euro aus.
Investition inmitten der Pandemie: Für die beiden neuen Abschleppfahrzeuge gab die Firma Auto-Stauzebach rund 300 000 Euro aus. Quelle: Privatfoto
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Marburg

Das vergangene Jahr war kein besonders gutes, wenn es um die Themen Pannenhilfe und Abschleppen ging, wie Gunnar Stauzebach von Auto-Stauzebach erzählt: „Wenn keine Autos fahren, dann haben wir im Abschleppdienst auch nichts zu tun“, sagt er. Vor allem während des ersten Lockdowns sei die Mobilität stark eingeschränkt gewesen, „und weniger Verkehr bedeutet in der Konsequenz für uns auch: weniger Aufträge“, fügt Ute Stauzebach hinzu.

Insgesamt sei der Umsatz in diesem Segment um rund 50 Prozent zurückgegangen. Denn: Durch geschlossene Geschäfte und die Ausgangssperre habe es auch weniger Einsätze etwa beim Thema Falschparker gegeben. Auch wenn sich die Familie Stauzebach darüber ärgert, dass sie immer nur mit diesem Thema in Verbindung gebracht wird. „Die Hilfeleistung nach Unfällen und für den ADAC spielt eine wesentlich größere Rolle. Und da erleben wir echte Dankbarkeit“, so Stauzebach. Denn wer einen Unfall habe, „der ist froh, wenn er professionelle Hilfe bekommt.“

Den Umsatzeinbußen zum Trotz hat das Unternehmen dennoch kräftig investiert und gleich zwei neue Abschlepper angeschafft – für insgesamt rund 300 000 Euro. „Zum einen haben wir nun einen Toyota mit einer Hubbrille für Parklücken und schmale Gassen, der kann gerade in der Oberstadt gut zum Einsatz kommen, wenn dort Hilfe benötigt wird“, sagt Gunnar Stauzebach – etwa in der Kugelgasse oder am Renthof, „wo ein normaler Lastwagen kaum hinkommt“. Kosten: Rund 90 000 Euro. Ute Stauzebach fügt hinzu: „Mit dem ist auch der Einsatz in Parkhäusern, wie dem engen und niedrigen Oberstadt-Parkhaus, kein Problem.“ Ein solches Fahrzeug habe das Unternehmen schon lange in der Flotte, „der Letzte war aber total verschlissen, hatte 700 000 Kilometer auf der Uhr.“

Der neue Kranwagen kostet gar mehr als 200 000 Euro, kann bis zu 19 Metertonnen tragen. Er komme klassisch bei Verkehrsunfällen zum Einsatz, könne aber auch Autos „über einen Zaun heben, oder aus der dritten Parkreihe“, sagt Gunnar Stauzebach. Diese hohe Belastbarkeit des Krans sei der Tatsache geschuldet, „dass die Autos in den vergangenen Jahren immer schwerer geworden sind.

Ein Auto, das früher zwei Tonnen gewogen hat, bringt heute zweieinhalb Tonnen auf die Waage“. Und SUVs kämen sogar auf nahezu drei Tonnen. „Da müssen die Hersteller aufpassen, dass sie nicht über dreieinhalb Tonnen kommen, sonst brauchen die Käufer einen Lkw-Führerschein“, scherzt er.

„Das sind hohe Investitionen, die aber immer wieder anfallen.“ Zwischen drei und sechs Jahren seien die Fahrzeuge im Einsatz, „dann fallen die ersten größeren Reparaturen an. Die muss man dann erstmal ertragen, denn wir können ja nicht ständig neue Autos kaufen“, sagt Stauzebach lachend. „Alles, was sich dreht, kostet Geld – so ist es mit der Technik.“ Zwölf Fahrzeuge hat Auto-Stauzebach im Einsatz, „für alle Eventualitäten bis hin zur Lkw-Bergung bis 40 Tonnen“. Die neuen Fahrzeuge haben die Flotte nicht erweitert, sondern dienen als Ersatz. „Im Schnitt wechseln wir die Fahrzeuge alle zehn Jahre.“ Dank der eigenen Werkstatt bleibt die Flotte mobil, „wir können auf kein Fahrzeug verzichten“. Und in diesem Atemzug lobt die Familie Stauzebach auch ihr Team: „Tag und Nacht sind sie im Einsatz, helfen immer, wenn Not am Mann ist – dabei sind die Einsätze gerade im Nachtdienst natürlich nicht zu planen.“

Die Einsatzbereitschaft zeige sich auch bei den weiteren Geschäftsfeldern des Unternehmens: Ob in der Waschstraße oder den SB-Waschboxen in Marburg oder der Lkw-Waschanlage mit Gaststätte in Remsfeld an der A7 mit Umbrückplatz. Und: Neben der schon bekannten ADAC-Autovermietung hat die Firma Stauzebach nun auch unter der Marke „Mr. Camper“ ein Wohnmobil in der Vermietung. „Das haben wir zu Corona-Zeiten angeschafft, weil es eine Möglichkeit bietet, autark Urlaub zu machen“, erzählt Ute Stauzebach. Das sei ein Geschäftsfeld, was es sich eventuell lohne, auszubauen. „Das braucht noch ein wenig Entwicklungszeit, aber der Start war schon ganz gut“, resümiert die Geschäftsfrau.

Von Andreas Schmidt

22.06.2021
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