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Marburg Ab April dürfen Ärzte impfen
Marburg Ab April dürfen Ärzte impfen
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19:00 09.03.2021
In Hessen dürfen vorerst nur 50 Hausärzte impfen, was in Marburg für Kritik sorgt (Themenfoto).
In Hessen dürfen vorerst nur 50 Hausärzte impfen, was in Marburg für Kritik sorgt (Themenfoto). Quelle: Nadine Weigel
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Marburg

Baldige Corona-Impfungen in Arztpraxen und mehr Tests in Unternehmen sollen ein neues Hochschnellen der Infektionszahlen in den nächsten Wochen verhindern. Die Wirtschaftsspitzen appellierten heute (9. März) an die Betriebe, Schnelltests für Beschäftigte anzubieten – sie bleiben für Firmen aber freiwillig. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) pochte auf eine breite Beteiligung. Virologen mahnen, Fortschritte beim Testen und Impfen könnten möglicherweise zu langsam sein. Es droht demnach eine große dritte Corona-Welle. Der Start der generellen Impfungen in Arztpraxen ist für Anfang April vorgesehen.

Vorgehen sorgt für Diskussionen

Indes sorgt das Vorgehen der Bundesländer bei den Corona-Impfungen für Diskussionen. Nach Angaben des Vorsitzenden der Ständigen Impfkommission, Thomas Mertens, setzen sich die Länder eigenmächtig über die Impfverordnung des Bundes hinweg. Der Ulmer Virologe sagte der Deutschen Presse-Agentur: „De facto wird in den Ländern schon lange gegen die Priorisierung verstoßen.“

Im Landkreis gibt es keine Abweichung der Impfreihenfolge

Die Frage, ob es auch in Marburg-Biedenkopf Abweichungen von der geltenden Priorisierung gegeben habe, beantwortete Kreissprecher Stephan Schienbein heute (9. März) mit einem Nein: „Es werden die Gruppen geimpft, die in der Impfverordnung vorgesehen sind, derzeit also die Priorisierungsgruppen 1 und 2“. Auch seien im Landkreis keine Funktionsträger innerhalb der Verwaltung aufgrund ihrer Tätigkeit bevorzugt geimpft worden.

Virologe Mertens erwartet mit der beginnenden Impfung durch Hausärzte eine weitere Aufweichung der Impfreihenfolge. Diese würden „eine Priorisierung möglicherweise schwieriger machen“. Dazu sagte Schienbein gestern: „Wir haben keinen Anlass zu vermuten, dass sich die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte nicht an bestehende rechtliche Vorgaben der Impfverordnung halten.“

Nur 50 Hausärzte dürfen in Hessen impfen

Unterdessen haben das Land Hessen und die Kassenärztliche Vereinigung beschlossen, landesweit vorerst nur 50 Praxen das Impfen mit insgesamt 10.000 AstraZeneca-Dosen zu gestatten. Das, gepaart mit der Auflage sich an die Priorisierung zu halten, sorgt bei Medizinern in Marburg für Kopfschütteln.

Den ganzen Artikel lesen Sie (kostenpflichtig) hier: Hausärzte fassungslos: Nur wenige sollen impfen dürfen.

Von Carsten Beckmann, Björn Wisker und unserer Agentur