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Marburg Plädoyer für die „Lebensader der Wirtschaft“
Marburg Plädoyer für die „Lebensader der Wirtschaft“
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08:59 29.07.2020
Mit diesem Foto auf der Webseite www.ja49.de verdeutlicht das Regionalmanagement Mittelhessen, wie wichtig der zügige Weiterbau ist.  Quelle: privat
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Marburg

Seit Jahrzehnten wird über den Weiterbau der Autobahn 49 diskutiert – nun gibt es unwiderruflich Baurecht für den Lückenschluss. In wenigen Jahren soll die A49 Nord- und Mittelhessen miteinander verbinden und somit Kommunen und Unternehmen des Landkreises mit einem Anschluss an das Autobahnnetz versorgen.

Das hat das Regionalmanagement Mittelhessen zum Anlass genommen, eine Kampagnen-Webseite mit dem Titel „JA49“ zu realisieren. Mit dieser Seite wolle man „alle Menschen in der Region sachlich informieren und mit guten Argumenten für den Lückenschluss versorgen“, sagt Jens Ihle, Geschäftsführer des Regionalmanagements Mittelhessen. Zugleich mache man auf www.ja49.de die vielen Unterstützer des Projekts sicht- und hörbar.

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Fehlender Autobahn-Anschluss ein K.o.-Kriterium

Ihle betont im Gespräch mit der OP: „Wenn es in einer Region keinen Autobahn-Anschluss gibt, so ist das mitunter ein K.-o.-Kriterium für die Ansiedlung neuer Unternehmen.“ Dieser Hemmschuh könne mit dem wichtigen Lückenschluss beseitigt werden – „davon wird die Region enorm profitieren“, ist sich Ihle sicher.

„Die A49 ist für die Wirtschaft von höchster Priorität. In einem multinationalen Unternehmen sind gute Verkehrsstrukturen unerlässlich zur Standortsicherung“, sagt Karl-Heinz Feußner, Prokurist von Ferrero in Stadtallendorf. Diese Aussage, die nach wie vor Bestand habe, sei schon geradezu historisch, wie er betont, „aber die Diskussionen rund um den Weiterbau der Autobahn sind noch viel älter“.

„Seufzer der Erleichterung“ nach Richterspruch

Als die höchstrichterlichen Entscheidungen gefallen waren und am gleichen Tag noch mit der Erteilung des Zuschlags für das ÖPP-Projekt aus Berlin gekommen sei, war „der Seufzer der Erleichterung weithin hörbar“, sagt Ullrich Eitel, Chef von Marburg Tapeten in Kirchhain und Sprecher des Arbeitskreises A49 beim Regionalmanagement Mittelhessen.

Mit dem Ausbau der A49 erhofft sich der Arbeitskreis, die Attraktivität und Wettbewerbsfähigkeit des Standortes Mittelhessen weiter zu steigern und so die wirtschaftliche Entwicklung langfristig zu sichern. „Mit der Kampagne machen wir nun die Hintergründe für alle sicht- und teilbar.“

„Lebenswertes Leben“ für Anwohner der B3

Peter Lather, Vorsitzender der Regionalversammlung Marburg in der IHK Kassel-Marburg, betont: „Es ist zunächst einmal ganz wichtig, dass die Menschen, die an der B3 wohnen, endlich wieder ein lebenswertes Leben bekommen.“ In den vergangenen Jahrzehnten hätten diese Menschen durch den Verkehr keinerlei Ruhe gehabt.

Und: „Die A49 ist auch unabdingbar, damit die Region Mittelhessen eine vernünftige Verkehrsanbindung in den Norden hat. Denn diese fehlt uns letztlich, damit Unternehmen aus dem Landkreis heraus den Wirtschaftsraum Nordhessen so erschließen, wie das mit dem Wirtschaftsraum Frankfurt bereits möglich ist.“ Denn: „Wir liegen mit unserem Landkreis strategisch so, dass wir aufgrund gewachsener Strukturen sehr gute Verbindungen nach Kassel haben“ – diese gelte es nun mit einer funktionierenden Anbindung zu verfestigen. „Und dazu gehört nicht nur die A49, sondern auch eine bessere Bahnverbindung“, betont Lather.

Schnelle Erreichbarkeit entscheidend

Ähnlich sieht es der Marburger Kreishandwerksmeister Rolph Limbacher: „Das Handwerk braucht die Verbindung nach Norden.“ Denn zu denken, dass Handwerker nur „um ihren Kirchturm herum“ agieren, sei der falsche Ansatz: „Wir sind zwar regional, aber das Handwerk arbeitet natürlich auch über die Kreisgrenzen hinweg“, erläutert Limbacher. Eine schnelle Erreichbarkeit spiele eine große Rolle, „ich weiß nicht, was man dagegen haben sollte. Man kann ja demonstrieren, so lange es friedlich bleibt. Aber höchstrichterliche Entscheidungen muss man in einer Demokratie akzeptieren“, sagt der Kreishandwerksmeister.

Letztlich steht für alle Wirtschaftsvertreter fest: Man warte auf den Lückenschluss der A49 als wichtige Lebensader für die Wirtschaft – sie sichere nicht nur Arbeitsplätze, sondern begünstige auch Neuansiedlungen.

Webseite www.ja49.de

Auf der Seite www.ja49.de finden sich Gründe für die A 49, eine Übersicht des Projektes sowie aller Maßnahmen rund um die Autobahn.

Hinter der Kampagne stehen die betroffenen Landkreise, Städte und Gemeinden sowie viele Unternehmen, die wie die Bürger seit Jahren auf den Ausbau warten.

Unter dem Dach des Regionalmanagements Mittelhessen haben sich bereits vor 15 Jahren betroffene Kreise und Kommunen, Unternehmen und Verbände zusammengeschlossen, um sich mit einer Stimme für den Lückenschluss auszusprechen.

Die Webseite wird flankiert von Informationen in den sozialen Netzwerken, wo sich die Befürworter zu „ihrer“ Autobahn bekennen können.

Die Webseite wird Schritt für Schritt weiter ausgebaut, neben Social Media bietet ein kostenfreier Newsletter die Möglichkeit, sich kontinuierlich informieren zu lassen. Die Webseite ist ab sofort unter www.ja49.de erreichbar.

Von Andreas Schmidt

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