Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Marburg 92 Coronafälle: Schulen sind bisher keine Spreader-Orte
Marburg 92 Coronafälle: Schulen sind bisher keine Spreader-Orte
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:00 10.10.2021
Das Corona-Testheft für Schüler wird auch nach den Herbstferien eine wichtige Rolle im Schulalltag einnehmen. In den ersten beiden Wochen wird an den Schulen vermehrt getestet wie nach den Sommerferien.
Das Corona-Testheft für Schüler wird auch nach den Herbstferien eine wichtige Rolle im Schulalltag einnehmen. In den ersten beiden Wochen wird an den Schulen vermehrt getestet wie nach den Sommerferien. Quelle: Foto: Thorsten Richter
Anzeige
Marburg

Jetzt sind erst einmal Herbstferien. 14 Tage durchschnaufen. Ob mit oder ohne Maske, kommt auf die Situation und die Räume an. Für viele stehen auch Urlaube an. Es gibt einen klaren Buchungsanstieg für Ziele im Süden Europas, aber auch für Flugfernreisen, etwa in die Karibik.

Nicht zuletzt deshalb ist jetzt schon klar, dass nach den Herbstferien an den Schulen in den ersten zwei Wochen genauso verfahren wird wie zum Start im Sommer. Das bedeutet: Vom 25. Oktober bis 5. November finden zunächst wieder zwei Präventionswochen statt. Während dieser Zeit gilt die Pflicht zum Tragen einer medizinischen Maske im Unterricht und bei anderen schulischen Veranstaltungen auch am Sitzplatz.

Zudem müssen die Schülerinnen und Schüler für die Teilnahme am Präsenzunterricht drei- statt zweimal pro Woche einen negativen Testnachweis erbringen. Dieser kann weiterhin kostenfrei in der Schule erbracht werden und wird weiterhin im Testheft vermerkt.

Alternativ kann der Testnachweis auch über eines der Testzentren erfolgen. Anspruch auf einen kostenfreien Test außerhalb der Schule haben bis zum Jahresende Personen, die zum Zeitpunkt der Testung das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Die erste Etappe vom Sommer bis zu den Herbstferien wurde also geschafft, ohne dass es zu ganz großen Maßnahmen kommen musste wie etwa Schulschließungen. Natürlich gab es aber auch Corona-Fälle. „In der Relation zur Gesamtschülerzahl von rund 35 000 Schülerinnen und Schülern im Landkreis Marburg-Biedenkopf einschließlich Universitätsstadt Marburg ist diese Zahl erfreulich gering. Wir reden von einem Prozentsatz von rund 0,26 Prozent. Die Schulen stellen derzeit keinen Schwerpunkt des Infektionsgeschehens dar“, sagt Kreis-Sprecher Stephan Schienbein.

92 Fälle an 27 von insgesamt 96 Schulen im Landkreis

In konkreten Zahlen heißt das Stand 7. Oktober: 92 Fälle an 27 von insgesamt 96 Schulen. Die Fälle verteilen sich auf eine Lehrkraft, 24 Schülerinnen und Schüler in Grundschulen, 61 Schülerinnen und Schüler in weiterführenden Schulen, sowie 6 in beruflichen Schulen. Ebenfalls mit Stand vom 7. Oktober befanden sich 39 Schülerinnen und Schüler als enge Kontaktpersonen in Quarantäne.

Aus dem Kreishaus heißt es dazu: „Dies ist ein deutlicher Hinweis darauf, dass die Schutz- und Hygienekonzepte funktionieren und dass die Vorgaben und Hinweise von den Schülerinnen und Schülern ganz überwiegend gut angenommen und diszipliniert beachtet werden.“

Die Hygienekonzepte führen dazu, dass nur noch enge Kontaktpersonen, also beispielsweise direkte Sitznachbarn in Quarantäne müssen und nicht mehr ganze Klassenverbände. Der Präsenzunterricht kann so für die Nichtbetroffenen weiter stattfinden. Mit gezielten Impf-Angeboten an Schulen soll auch nach den Herbstferien dafür gesorgt werden, dass die Impfquote in den Schulen ab einem Alter von zwölf Jahren erhöht wird.

Burkhard Schuldt, Leiter des Staatlichen Schulamtes, freut sich, dass die Fallzahlen insgesamt „deutlich unter 0,5 Prozent liegen“. Es sei auch sinnvoll nach den Herbstferien zunächst so zu verfahren wie nach den Sommerferien, stützt er die Linie aus dem hessischen Kultusministerium.

Und doch machen sich einige Sorgen, dass nach den Herbstferien wieder die Zeit der kalten Klassenzimmer drohen könnte. Schuldt dazu: „Das muss eigentlich nicht sein. Wir verfügen jetzt über mehr Erfahrung. Gezieltes kurzes Lüften alle 20 Minuten muss nicht so lange ausgeführt werden, dass die Raumluft unangenehm kalt wird.“ Es müsse auch nicht dauergelüftet werden. Klassen, die mit mobilen Luftfiltern ausgerüstet sind, empfiehlt er aber auch, alle 20 Minuten zu lüften. „Die Filter nehmen zwar Viren aus der Luft, sorgen aber nicht wie fest installierte Luftaustauscher für einen Luftaustausch.“

Von Michael Rinde und Götz Schaub

09.10.2021
09.10.2021