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Marburg 75 Jahre Theater in Marburg
Marburg 75 Jahre Theater in Marburg
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16:00 02.09.2020
Im Marburger Philipps-Haus fand am 2. September 1945 die erste Vorstellung der „Marburger Spielgemeinschaft“ statt, aus der später das Marburger Schauspiel hervorging. Quelle: Thorsten Richter
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Marburg

Vor 75 Jahren wurde in Marburg der erste Vorläufer des heutigen Hessischen Landestheaters gegründet. Die OP wirft einen kurzen Blick in die Geschichte: Schon kurz nach dem Ende des 2. Weltkriegs riefen der Student Lothar Brixius und die Schauspielerin Ina Köhler die „Marburger Spielgemeinschaft“ ins Leben. Es war eine Laiengruppe, die gerne Theater spielen wollte.

Es gab keine Requisiten, keine Stücke, keinen Aufführungsort. Trotzdem gelang dem Ensemble eine Premiere: Vor 75 Jahren wurde am 2. September 1945 im Philippshaus in der Universitätsstraße erstmals der „Totentanz“ gespielt. Ende 1945 benannte sich die Spielgemeinschaft um in „Marburger Schauspielgruppe“. Beide waren die ersten Vorläufer des heutigen Hessischen Landestheaters Marburg.

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1947 übernahm Walter M. Holetzko die Intendanz, 1949 folgte bis 1976 Heinrich Buchmann. In seine Ägide fiel eine Hochphase des Marburger Schauspiels, als der in Marburg aufgewachsene und damals weltberühmte Regisseur Erwin Piscator in den 50er Jahren in Marburg unter anderem Lessings „Nathan der Weise“ inszenierte.

1991 stieg das Land Hessen ein

Holetzko und Buchmann gründeten und retteten das „Marburger Schauspiel“, das unter Franz-Josef Dörner bis 1991 Bestand hatte. Damals wurde das Marburger Schauspiel erst in das Nordhessische Landestheater und unter Ekkehard Dennewitz (1991 bis 2010) in das Hessische Landestheater umgewandelt.

Der Einstieg des Landes war letztlich die Rettung des Marburger Theaters, das seither kontinuierlich ausgebaut worden ist. Unter anderem wurde das ehemalige Offizierscasino zum Theater am Schwanhof umgebaut, der Fokus auf Kinder- und Jugendtheater erweitert und ein überregional bedeutendes Kinder- und Jugendfestival etabliert.

Auf Dennewitz folgte 2010 Intendant Matthias Faltz, seit 2018 leiten Eva Lange und Carola Unser als erste weibliche Doppelspitze das staatlich subventionierte Theater. Sie gehen jetzt in ihre dritte Spielzeit, die am 18. September mit Ödön von Horvaths „Liebe Glaube Hoffnung“ im Erwin-Piscator-Haus beginnt.

Von Uwe Badouin

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