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Marburg 74 Prozent für Stefan Heck
Marburg 74 Prozent für Stefan Heck
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09:58 25.09.2020
Der Erste Kreisbeigeordnete Marian Zachow (von links) und der Landtagsabgeordnete Dirk Bamberger gratulieren Dr. Stefan Heck. Er setzte sich bei der Wahl zum CDU-Direktkandidaten gegen Dr. Andreas Ritzenhoff durch. Quelle: Foto: Tobias Hirsch
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Biedenkopf

Also wieder Dr. Stefan Heck. Weil er es verdient, im Bundestag für die CDU zu arbeiten, finden 74 Prozent der Delegierten, die am Mittwochabend in Biedenkopf darüber befanden. Damit schlug er seinen Mitbewerber klar aus dem Feld. Einmal mehr hatte sich Dr. Andreas Ritzenhoff in Position gebracht. Er konnte 39 Delegierte von sich überzeugen, 111 hielten es mit Heck. Und der sieht sich gegen den fünfmaligen Direktmandatssieger Sören Bartol von der SPD durchaus nicht chancenlos. So führte Heck-Befürworter Dirk Bamberger an, dass sich schließlich Heck in seiner Zeit als Bundestagsabgeordneter von 2013 bis 2017 für den Weiterbau der A 49 stark gemacht habe und das Ergebnis ihm zu verdanken sei.

Das Thema nahm Heck während seiner Bewerbungsrede auf und zeigte sich angriffslustig: Sein SPD-Kontrahent um das Direktmandat mache sich doch unglaubwürdig, wenn er den Bau der A 49 als seinen Verdienst ansehe, aber dann offen sei für eine Koalition mit der Linkspartei, wo sich doch die Hessische Landtagsfraktion der Linken ganz aktuell für eine Verhinderung des Weiterbaus der A  49 ausgesprochen habe.

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Generell möchte Heck mehr Selbstbewusstsein in den Bundestag tragen. „Angst und Panikmache vor China sind keine guten Ratgeber“, sagte er. Deutschland müsse sich nicht verstecken. Obgleich auch ein überzeugter Anhänger der Europäischen Union sieht Heck die Verlagerung von weiteren Kompetenzen von Berlin nach Brüssel skeptisch. In Berlin möchte sich Heck sehr gerne wieder den Themen Verkehr, Landwirtschaft und Wirtschaft als Spezialgebiete widmen und natürlich auch Wünsche aus dem Landkreis vertreten.

Dr. Andreas Ritzenhoff sieht große Herausforderungen auf Deutschland und Europa zukommen. Deshalb sei es gerade jetzt wichtig, Personen aus der Wirtschaft im Team zu haben, die sich auskennen, die Probleme offen ansprechen und auch lösen können. Und Europa müsse sich nun auch zusammenraufen, um ein echtes Gegengewicht im Spiel der Mächte zu bilden, einzelne Länder würden von den USA, Russland und China wirtschaftlich zerschmettert werden. Es müsse Antworten geben, wenn chinesische Angebote unterhalb der Materialkosten liegen. Die Staaten eines föderalen Europas müssten aber auch ihre eigenen Werte hochhalten. Er als Unternehmer habe ganz bewusst in Deutschland investiert, um Arbeitsplätze hier anzubieten und zu sichern und nicht im billigeren Osteuropa. Später merkte er noch an, dass man auch dafür sorgen sollte, dass unsere Kinder wissen, was in der Bibel steht.

Einen kleinen Angriff auf Heck fuhr Ritzenhoff dann auch noch: Wenn er den Weiterbau der A 49 für sich in Anspruch nehme, müsse er sich auch im Dannenröder Forst zeigen und für die A 49 eintreten, schließlich sei das sein Verantwortungsbereich, sagte Ritzenhoff in Richtung Heck.

Heck versprach nach seinem Sieg den Delegierten einen engagierten Wahlkampf und den Willen, alles dafür zu tun, das Direktmandat zu holen.

Von Götz Schaub