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Marburg 20 Jahre Rosenpark: Urbaner Luxus statt Grand Hotel
Marburg 20 Jahre Rosenpark: Urbaner Luxus statt Grand Hotel
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08:46 23.02.2020
Die Belegschaft des Marburger Rosenparks versammelte sich vor dem Eingang – wenige Sekunden später stiegen die Luftballons in den Marburger Himmel. Quelle: privat
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Marburg

Zwei Jahre lang wurde das Projekt im Marburger Nordviertel zwischen den beiden Armen der Lahn geplant – und dann aus 2.200 Tonnen Stahl, 19.000 Kubikmetern Beton und 17.000 Kubikmetern Mauerwerk errichtet, wie in der OP Anfang 2000 zu lesen war. Und: Schon vor der offiziellen Eröffnung des Hotels hatten damals auch die ersten Gäste ein Appartement in der „Residenz Rosenpark“ bezogen – dem Teil des Rosenparks, der als Seniorenresidenz geplant war.

Mit insgesamt 60 Zimmern und 20 Suiten, unterschiedlichen Restaurants und Bars, einem­ Wellness-Areal sowie ­einem Tagungsbereich für bis zu 200 Teilnehmer empfing das Hotel Rosenpark ab Februar 2000 im Stil eines Grand Hotels seine Gäste. Auf der gesamten Anlage fand sich die Rose als immer wiederkehrendes Motiv allerorts wieder – und ist auch heute noch zu finden.

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Doch in den vergangenen zwei Jahrzehnten hat sich der Rosenpark immer wieder verändert und an die Bedürfnisse seiner Gäste angepasst. Mittlerweile ist die Mischung aus Seniorenresidenz mit Appartements und Luxushotel passé – der Luxus ist indes geblieben. Seine jüngste weiträumige Sanierung in mehreren Bereichen, die dem Haus einen ganz neuen Glanz verlieh, begann im Jahr 2016. Zwei Jahre später war die Sanierung beendet – und das Hotel erhielt mit Marcel Bruognolo auch einen neuen Direktor. Der war jedoch bereits seit 2015 kaufmännischer Direktor der Vila Vita Hotel & Touristik und zusammen mit Michael Hamann auch Geschäftsführer der Vila Vita Marburg.

Einige Mitarbeiter sind seit der ersten Stunde an Bord

Damals durfte die OP einen exklusiven Blick in das umgebaute Hotel werfen. Kurz zuvor hatte der Rosenpark schon eine einschneidende Veränderung vollzogen – und auf die Fünf-Sterne-Klassifizierung verzichtet. „Dennoch halten wir am Fünf-Sterne-Superior-Standard als Maßgabe fest“, sagte Bruognolo damals im Gespräch mit der OP. Das solle aber nicht heißen, dass ein verkrampfter Stil herrsche, im Gegenteil: „Wir sind urbaner und offener geworden.“ Der Rosenpark sei ein traditionelles Haus, „aber kein Grand-Hotel, in dem man Angst haben muss, zu atmen“.

Für ihn steht fest, dass das Hotel nicht nur durch Luxus besteche, sondern auch durch den „Serviceanspruch des erstklassigen urbanen Lebensstils – offen und freundlich“. Daher gehöre der Dank Mitarbeitern und Gästen gleichermaßen. Die Mitarbeiter strahlten täglich „Empathie und pure Leidenschaft“ aus, das sei heute nicht mehr selbstverständlich. Der Dank gehöre aber auch der Familie Pohl, die mit Vila Vita „eine außergewöhnliche Hotel- und Gastronomiegeschichte geschrieben hat“, so Bruognolo. Mit den Häusern in Deutschland, Österreich und Portugal und der Vila Vita Marburg sei eine „außergewöhnlich vielseitige Genießerwelt“ entstanden – in die auch ein Congresszentrum integriert sei. 

1.000 Quadratmeter großer Spa-Bereich

Auch einige Mitarbeiter sind seit 20 Jahren an Bord – so etwa Kristina Siener aus dem Reservierungs-Service, für die der ­Rosenpark eine „Herzensangelegenheit und starke Verbundenheit“ sei. Sie lernte ihren Ehemann Bernd Siener vor gut 20 Jahren im Unternehmen kennen – er war ehemals Küchenchef im Rosenpark und Marburgs erster Sternekoch, als der Guide Michelin dem Restaurant „Belle Etage“ in 2003 einen Stern verlieh. 

Auch Page Mohammad Faiz ist seit Beginn Teil der Rosenpark-Familie – ihn habe damals bereits die Baustelle des neu entstehenden Hotels begeistert, berichtet er. Und sein Kollege Modestus „Tony“ Okafor sagt: „Es ist schön zu sehen, wenn man dazu beitragen kann, dass sich jemand bei uns wie zuhause fühlt.“

Begonnen hat der Rosenpark einst mit 80 Zimmern, dann wuchs das Hotel über 138 und 177 Zimmer auf inzwischen 195 Zimmer und Suiten – darunter auch Zimmer im Appartementstil für längere Aufenthalte. Hinzu kommen Restaurants, die „360° Bar & Lounge“, Konferenz und Tagungsräume und der 1.000 Quadratmeter große Spa-Bereich.

von Andreas Schmidt

4 Fragen, 4 Antworten

Fachkräftemangel und sich stetig wandelnde Bedürfnisse der Gäste – diesen Herausforderungen muss sich auch der Rosenpark stellen.

von Andreas Schmidt

Marburg. Marcel Bruognolo hat das Haus 2018 als geschäftsführender Direktor übernommen und erklärt im OP-Interview, was am Standort Marburg so speziell ist.

OP: Wo liegt die Herausforderung, ein Haus wie den Rosenpark in Marburg erfolgreich zu führen?

Marcel Bruognolo: In einem Haus wie dem Rosenpark gibt es natürlich viele Bereiche, die viel Aufmerksamkeit bedürfen – und dafür bedarf es eines großen, starken Teams. Unsere Gäste sollen sich zu jeder Zeit wohlfühlen. Marburg ist ein sehr, sehr schönes Reiseziel – aber auch keine A-Destination, wie wir sagen würden. Man muss die Menschen nach Marburg locken, um ihnen vor Augen zu führen, was die Stadt alles zu bieten hat – es ist ein ­absolutes Schmuckstück, aber eben auch vielerorts noch ein Geheimtipp.

OP: Wie gelingt es Ihnen, Azubis und Fachkräfte für den ­Rosenpark zu begeistern und zu gewinnen?

Bruognolo: Im vergangenen Jahr haben wir 15 neue Azubis einstellen können, und auch 2020 werden es wieder 14 bis 15 sein. Wir machen gezielt Werbung, profitieren aber auch von der Mund-zu-Mund-Propaganda unserer Angestellten. Reizvoll zum einen ist bei uns natürlich die Vielfalt des Betriebs: nicht nur der Rosenpark, sondern die gesamte Vila Vita Marburg mit vielen unterschiedlichen Locations und spannenden Möglichkeiten. Zudem bieten wir viel, unter anderem ein eigenes Mitarbeiterrestaurant, Weiterbildungen und gute Aufstiegschancen. 

OP: Wie haben sich die Bedarfe­ der Gäste in den vergangenen zwei Jahrzehnten verändert – und wie haben Sie darauf reagiert?

Bruognolo: Vor 20 Jahren, damals im Stil eines Grand Hotels, haben sich die Gäste für vieles mehr Zeit genommen, zum Beispiel für große Abendessen – heute geht alles schneller. Früher war zudem alles etwas piekfeiner, inzwischen kommt es ­lockerer daher. Natürlich wahren wir stets die angemessene Distanz, dennoch ist alles rundum persönlicher. Der Gast hat natürlich den Anspruch des sich Wohlfühlens, ­allerdings mehr im Sinne von wie nach Hause kommen. Und genau das versuchen wir, unseren Gästen in allen Bereichen zu bieten.

OP: Wo sollte sich Marburg touristisch weiterentwickeln – was ist gut, wo gibt es noch Defizite?

Bruognolo: Das habe ich ja schon eingangs gesagt: Was Marburg und die Region bieten, ist toll und in manchen ­Bereichen fast einzigartig. Etwa historisch: die Elisabethkirche, das Schloss, die Brüder Grimm und die Lage an der Deutschen Märchenstraße und vieles, vieles mehr. Und das müssen wir aber auch – in Maßen – nach außen tragen: in Deutschland, in Europa und auch darüber hinaus. Das würde der Hotellerie und Gastronomie in Marburg sowie allen Marburgern helfen.

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