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Marburg 3U weiter auf Wachstumskurs
Marburg 3U weiter auf Wachstumskurs
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17:12 15.08.2019
Die 3U Holding AG in Marburg verzeichnete in der ersten Hälfe des laufenden Geschäftsjahres ein Umsatzplus und positives Konzernergebnis. Quelle: Thorsten Richter
Marburg

Ertrag gesteigert, Schulden abgebaut, Prognosen erhöht, die 3U sei weiterhin auf Wachstumskurs – das teilte das börsennotierte Unternehmen mit Sitz in Marburg anlässlich der Halbjahresbilanz mit. In den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres wuchs der Umsatz des Konzerns um 11,47 Prozent auf 25,46 Millionen Euro.

Im ersten Halbjahr wurde ein Ebitda (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) in Höhe von 3,47 Millionen Euro erwirtschaftet. Das Ergebnis fällt dabei niedriger aus als im ersten Halbjahr 2018. Der Konzern begründet das mit geringeren sogenannten „anderen Erträgen“, etwa Verkäufen oder Mieteinnahmen der Tochterunternehmen.

Nach einem leicht negativen Konzernergebnis im zweiten Quartal wurde in den ersten sechs Monaten insgesamt ein positives Konzernergebnis von 0,46 Millionen Euro erzielt. Im ersten Halbjahr 2018 waren es 2,16 Millionen Euro. Die Holding spricht von einem „hohen Wachstumstempo“ vor allem im ersten Quartal, das im zweiten Quartal allerdings nicht erreicht werden konnte.

Umsatzplus von rund 54 Prozent

Grund dafür seien ein „schwächeres Windaufkommen“ sowie ein weiterer Rückgang des Umsatzes im Telefoniegeschäft – Telefonie und Erneuerbare Energien gehören mit zum Kerngeschäft des Konzerns.

Der konzentriert sich jedoch verstärkt auf die weiteren Geschäftsbereiche Cloud Computing mit der Tochter „weclapp“ und Onlinehandel mit der „Selfio“. Beide Segmente machten insgesamt im Konzern mittlerweile knapp 48 Prozent aus und seien auch die „Hauptwachstumstreiber“ im ersten Halbjahr: Dort gab es ein Umsatzplus von rund 54 Prozent (weclapp) beziehungsweise 29 Prozent (Selfio), allerdings vor Konsolidierung – also bevor interne Transaktionen zwischen den einzelnen Unternehmen der AG bereinigt wurden.

Insbesondere beim Cloud Computing sieht der Konzern weitere Wachstumschancen, auch nachdem Produkte an cloudbasierten Lösungen erstmals auf mehr als 30 Prozent anstiegen. Dem Umsatzrückgang stehe „eine deutliche Verbesserung“ der Margen gegenüber. Der Ebitda stieg im ersten Halbjahr um 1,4 Millionen Euro.

Im ersten Halbjahr 2018 waren es noch 0,86 Millionen. „Wir haben uns in vielen Bereichen verbessert, dabei ist die weclapp die am schnellsten wachsende Tochter, die wir haben “, teilt Unternehmenssprecher Dr. Joachim Fleïng mit. Im Segment Sanitär, Heizungs- und Klimatechnik liege das Umsatzwachstum um 23,8 Prozent.

Dies vor allem durch den Onlinehandel über „Selfio“, das Unternehmen habe den Ebitda mehr als verdoppeln können. Schlechter lief es in den Segmenten der Informations- und Telekommunikationstechnik, wo der Konzern erwartungsgemäß einen Umsatzrückgang um 9,2 Prozent von 7,58 auf 6,88 Millionen Euro verzeichnete. Auch die Umsätze im Bereich Voice Retail gingen weiter zurück. Der Ertrag aus Windenergieanlagen fiel nach einem guten Jahresbeginn im zweiten Quartal wieder ab. Der Umsatz im Bereich Erneuerbare Energien stieg um 26,3 Prozent.

Verkauf des Firmensitzes lässt Prognose steigen

Die Prognose für das Geschäftsjahr 2019 wurde mittlerweile deutlich nach oben korrigiert – bedingt durch den Anfang der Woche abgeschlossenen Verkauf des Firmensitzes in der Frauenbergstraße (die OP berichtete). Der Verkauf des Gebäudes an die Sparkasse Marburg-Biedenkopf, die dort ihre neue Verwaltung bauen möchte, wirkt sich wiederum nicht mehr auf die nun veröffentlichte Zwischenbilanz von 3U aus.

Nach Ablösung noch bestehender Verbindlichkeiten konnte der Konzern rund 9,7 Millionen Euro aus dem Verkauf verbuchen, die in das Geschäftsfeld Cloud Computing fließen sollen, etwa zur Vorbereitung eines möglichen Börsengangs der Tochter „weclapp“.

Was die Prognose für das gesamte Jahr 2019 angeht bleibe es beim erwarteten Konzernumsatz von 51 bis 55 Millionen Euro, das Ebitda-Ergebnis wird auf zehn bis zwölf Millionen Euro geschätzt – die bisherige Prognose ging von sieben bis neun Millionen Euro aus. Das bedeute ein geschätztes Konzernergebnis von vier und fünf Millionen Euro. Die bisherige Prognose lag zwischen einer und zwei Millionen Euro.

von Ina Tannert