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Marburg 3U legt im ersten Halbjahr kräftig zu
Marburg 3U legt im ersten Halbjahr kräftig zu
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13:57 13.08.2020
Der Firmensitz der 3U Holding AG in Marburg. Der Konzern legte eine solide Halbjahresbilanz mit deutlichem Wachstum vor. Quelle: Tobias Hirsch
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Marburg

Die 3U Holding AG mit Sitz in Marburg hat im ersten Halbjahr eine deutlich gestiegene Bilanz vorgelegt – vor allem Cloud Computing und Telefonie waren Wachstumstreiber – beides begünstigt durch die Corona-Pandemie.

Der Konzernumsatz ist demnach im ersten Halbjahr gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 4,95 Millionen Euro auf 30,41 Millionen Euro gestiegen – ein Plus von 19,4 Prozent.

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Insbesondere der Geschäftsbereich Cloud Computing habe seinen Umsatz erneut wie geplant um mehr als 50 Prozent ausbauen können. Auch der Geschäftsbereich Telekommunikation verzeichnete laut 3U ein wieder anziehendes Geschäft.

Denn: Wegen der Covid-19-Pandemie hätten zahlreiche Unternehmen auf das Homeoffice gesetzt – entsprechend stieg die Nachfrage nach Telekommunikationsleistungen seit der zweiten Hälfte des ersten Quartals deutlich an.

Viel Wind – viel Ertrag

Der Geschäftsbereich Telekommunikation konnte das Geschäft im ersten Halbjahr kontinuierlich ausbauen. Dies führte nach den Rückgängen des Vorjahres auch im Bereich Voice Retail zu einem Umsatzwachstum von gut einer Million oder 24,2 Prozent auf 1,19 Millionen Euro. Der Zuwachs sei aber auch auf den weiteren Anstieg der Umsätze mit Mehrwertdiensten zurückzuführen. Der Umsatz im Segment Informations- und Telekommunikationstechnik ist demnach um 31,3 Prozent auf gut neun Millionen Euro gestiegen.

Im Segment Erneuerbare Energien stieg der Umsatz laut Konzern auf 5,48 Millionen Euro – verglichen mit dem ersten Halbjahr vergangenen Jahres ein Plus von 34 Prozent. Dazu habe der zu Jahresbeginn akquirierte Windpark Roge 1,24 Millionen Euro beigetragen. Doch auch ohne diesen Windpark wären die „Erneuerbaren“ kräftig gewachsen, ist sich 3U sicher – nach dem außergewöhnlich starken Windaufkommen im ersten Quartal habe der Ertrag aus Windenergieanlagen im zweiten saisonbedingt zwar deutlich niedriger gelegen, sich aber weiter „auf zufriedenstellendem Niveau“ bewegt, heißt es.

Verstärkter Einsatz von Eigenmarken

Nicht zufrieden ist 3U mit der Entwicklung der Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik: Dort sei der Umsatz zwar binnen Jahresfrist um 10,6 Prozent auf 16,11 Millionen Euro gestiegen. Doch sei die Materialaufwandsquote von 77,5 auf 78,6 Prozent gestiegen.

Mit einem verstärkten Einsatz von Eigenmarken soll diese Entwicklung in den kommenden Quartalen wieder umgekehrt werden. Entsprechend sei der Ertrag vor Steuern, Zinsen, Abschreibungen und sonstigen Finanzierungsaufwendungen (EBITDA) von minus 100.000 Euro im Vorjahr auf minus 560.000 Euro in diesem Halbjahr gefallen.

Der Vorstand bekräftigte seine Prognose und rechnet ungeachtet der Corona-Krise für dieses Jahr mit Umsatzerlösen zwischen 58 und 63 Millionen Euro. Außerdem sind Erträge aus der Veräußerung von Vermögenswerten in die Planung eingeflossen. So rechne man mit einem EBITDA zwischen 10 und 12 Millionen Euro.

Schmidt sieht „weiter großes Potenzial“

Das Konzernergebnis solle aufgrund höherer Abschreibungen und höheren Steueraufwands nach derzeitiger Planung zwischen zwei und drei Millionen Euro liegen. Derzeit sei jedoch nicht absehbar, ob und inwieweit die wirtschaftlichen Beschränkungen im Jahresverlauf aufrechterhalten blieben und die Prognose korrigiert werden müsse.

„Unsere strategischen Schwerpunkte Cloud Computing und Onlinehandel haben sich im ersten Halbjahr 2020 wieder einmal bewährt“, erläutert Michael Schmidt, Vorstandssprecher der 3U Holding. Man verzeichne konzernweit eine „hohe Nachfrage, insbesondere auch nach unserem Telekommunikationsangebot“, so Schmidt. „Die verbliebenen Schwächen gehen wir an, unsere Stärken bauen wir konsequent aus. Wir sehen weiter großes Potenzial für profitables Wachstum in der zweiten Jahreshälfte und darüber hinaus.“

Von Andreas Schmidt