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Marburg 323 Jugendliche kommen spontan zum Impfen
Marburg 323 Jugendliche kommen spontan zum Impfen
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07:58 26.07.2021
Constantin (12) und seine Schwester Carolin (15) werden in Begleitung ihrer Mutter Barbara vom Kinderarzt Dr. Fikret Yüzgülen über die Impfung aufgeklärt.
Constantin (12) und seine Schwester Carolin (15) werden in Begleitung ihrer Mutter Barbara vom Kinderarzt Dr. Fikret Yüzgülen über die Impfung aufgeklärt. Quelle: Nadine Weigel
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Marburg

Samstagmorgen um 7 Uhr war der Andrang vor dem Impfzentrum auf dem Afföller groß. Dutzende Menschen wollten schon früh das Sonder-Impfangebot für Jugendliche nutzen. So waren es nach Angaben des Impfzentrums bis Samstagmittag bereits 130 Jugendliche, die sich spontan und ohne Termin eine Corona-Schutzimpfung verpassen ließen.

Gegen Mittag ist der große Andrang vorbei, sodass Carolin (15) und Constantin (12) aus Fronhausen überhaupt nicht mehr warten müssen. Die Geschwister sind in Begleitung ihrer Mutter Barbara von Hobe zum Impfzentrum am Afföller gekommen und froh, schnell und unkompliziert einen schützenden Piks erhalten zu können. Beide gehen auf die Martin-Luther-Schule und fahren mit öffentlichen Verkehrsmitteln nach Marburg. „Wenn Bus oder Bahn voll sind, fühlt man sich so ungeschützt schon unwohl“, sagt Carolin und erzählt, dass auch in ihrem Freundeskreis die Impfbereitschaft sehr hoch sei. Viele ihrer Freunde hätten bereits ihre erste Corona-Impfung hinter sich.

Auch für ihren jüngeren Bruder Constantin war klar, dass er sich gegen Corona impfen lassen möchte, wenn es möglich ist. Zum einen freut er sich natürlich auf die damit einhergehenden Freiheiten – vor allem das Fußballspielen hat ihm die vergangenen Monate gefehlt. Zum anderen denkt er aber nicht nur an sich: „Je mehr Menschen sich impfen lassen, desto weniger werden krank“, betont der 12-Jährige.

Im Vorfeld haben die beiden nicht nur mit ihrer Mutter Barbara über die Impfung gesprochen, auch Kinderarzt Dr. Fikret Yüzgülen klärt die Minderjährigen noch einmal über mögliche Nebenwirkungen auf.

Während in anderen Ländern wie den USA und Großbritannien alle Kinder gegen Covid-19 geimpft werden, empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) hierzulande die Corona-Impfung nur für Kinder und Jugendliche mit Vorerkrankungen. Dennoch können sich Jugendliche ab zwölf Jahren auf ausdrücklichen Wunsch und nach eingehender ärztlicher Aufklärung und Risikoabwägung impfen lassen – in Begleitung einer sorge- beziehungsweise erziehungsberechtigten Person.

Familie von Hobe hat keinerlei Bedenken. „Auch bei anderen Impfungen für Kinder gibt es immer mal wieder Diskussionen, aber wir vertrauen dem Biontech-Impfstoff“, sagt Mutter Barbara.

Damit ist sie nicht allein. Insgesamt 323 Kinder und Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren ließen sich am Samstag insgesamt bei der Sonder-Impfaktion gegen Corona schützen.

Karsten Oerder, Leiter des Impfzentrums, zeigt sich positiv überrascht, wie gut der Impftag für Jugendliche angenommen worden sei. „Das Ergebnis hat unsere Erwartungen übertroffen. Offensichtlich ist der Bedarf vorhanden“, so Oerder, der aufgrund der Urlaubszeit gar nicht mit so vielen jungen Impflingen gerechnet hätte.

Im Gespräch mit der OP am Sonntag kündigte Oerder deshalb an, einen erneuten Impftag für Jugendliche in Erwägung zu ziehen. Dies solle im Laufe der Woche mit dem Stab des Impfzentrums besprochen werden.

Auch das neue abendliche Angebot für Erwachsene sei gut angelaufen, so Oerder. Insgesamt 30 Menschen hätten sich am Samstagabend ohne Termin eine Corona-Impfung abgeholt. Zunächst befristet bis Sonntag, 1. August, kann sich täglich jeder noch nicht geimpfte Erwachsene von 20 Uhr bis 22 Uhr ohne vorherige Terminabsprache im Impfzentrum impfen lassen.

Hierfür kommen die Impfstoffe Johnson & Johnson sowie, nach Verfügbarkeit, die mRNA-Impfstoffe Biontech oder Moderna zum Einsatz. Eine Wahlmöglichkeit bestehe allerdings nicht, so der Kreis. Auch hier sollten die Krankenkassenkarte, der Personalausweis und das Impfbuch mitgebracht werden.

Von Nadine Weigel

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