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Marburg 3U Holding steigert Umsatz und Ertrag
Marburg 3U Holding steigert Umsatz und Ertrag
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21:00 22.05.2020
Der Marburger Konzern 3 U wächst weiter. Quelle: Thorsten Richter
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Marburg

Der Marburger börsennotierte Konzern 3U wächst weiter. Das gab Vorstandsvorsitzender Michael Schmidt diese Woche auf der virtuellen Hauptversammlung des Unternehmens bekannt.

Der Umsatz stieg im Geschäftsjahr 2019 auf 51,5 Millionen Euro, das sind 7,3 Prozent mehr als im Vorjahr. Das Konzernergebnis stieg auf 4,1 Millionen Euro, das ist mehr als doppelt so viel wie im Vorjahr. Den Aktionären wird eine Dividende von 4 Cent pro Aktie ausgeschüttet nach 3 Cent im Vorjahr.

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„Zu diesen erfreulichen Ergebnissen“, so Schmidt in seiner im Livestream übertragenen Rede, „hat natürlich auch die 3U Holding direkt ihren Teil beigetragen.“ Will heißen: 3U hat das Verteilzentrum in Montabaur und das Firmengelände in Marburg verkauft – und bis zu einem späteren Umzug zurückgemietet. In Summe hatte die Holding dadurch Nettomittelzuflüsse – nach Tilgung der für beide Objekte noch bestehenden Darlehen – von rund 10 Millionen Euro. Nach Ausbuchung der Bilanzwerte trugen diese Transaktionen Erträge im Umfang von 5,2 Millionen Euro zum Ergebnis bei.

Corona-Pandemie spielt 3 U in die Karten

Wann 3U ein neues Hauptquartier bezieht, steht im Übrigen nach Angaben von Sprecher Dr. Joachim Fleing noch nicht fest. 3U hat fünf Jahre Zeit, die Gebäude in der Frauenbergstraße zu räumen, die an die Sparkasse Marburg-Biedenkopf verkauft worden waren. 

Im Gegenzug hat 3U Gewerbeflächen in Würzburg und in Koblenz gekauft. In Koblenz entsteht ein Großprojekt von 3U: ein großes Logistikzentrum in einem Gewerbegebiet, umgeben von „Top-Logistikern“, so Schmidt, wie Kühne & Nagel, Hermes, Lidl und Amazon – mit guter Verkehrsanbindung und allem, was sich 3U wünscht. Ein Umzug könne dann in der ersten Hälfte des kommenden Jahres tatsächlich vollzogen werden.

Die Marktstellung von Selfio, der 3U-Tochter im Segment Online-Handel für Sanitär, Heizung und Klima (SHK), soll so gestärkt werden. Die Kundenzufriedenheit in diesem Segment werde unterstrichen durch das ungebrochene Umsatzwachstum. „Viele Menschen sitzen derzeit zu Hause, viele nutzen die Gelegenheit zur Verbesserung ihres Wohn- und Lebensumfelds und viele davon lassen sich die dafür benötigten Komponenten von Selfio direkt ins Haus liefern“, analysierte Schmidt .

Der strategische Fokus im Segment SHK liege auch künftig eindeutig auf dem Online-Handel. „Das Potenzial bei Markt und Leistungsangebot ist vorhanden – und die Ergebnissituation zu verbessern ist naturgemäß Kernbestandteil unserer Wachstumsstrategie und eine Hauptaufgabe des Managements“, so Schmidt in seiner Rede an die Aktionäre.

Die „Kriegskasse“, damit bezeichnet Schmidt liquide Mittel, sei gut genug gefüllt, um die Wachstumsstrategie des Unternehmens weiter fortsetzen zu können. Wohl 21,6 Millionen Euro standen zum 31. März diesen Jahres für Expansion zur Verfügung.

Bemerkenswert ist die Entwicklung von 3U im Segment Telekommunikation, der Wurzel des Unternehmens. Nach schwierigen Jahren macht hier auch das Festnetz-Geschäft wieder einen Sprung nach vorne.

Homeoffice, Telefonkonferenzen und Kontaktbeschränkungen machen das Festnetz wieder zu einem höchst begehrten Medium. „Wir mussten, wir durften unsere Netzkapazitäten mit relativ geringen Investitionen unterdessen deutlich erweitern“, so Schmidt.

Dem Vorstandsvorsitzenden ist in diesem Bereich vor der Zukunft nicht bange: „Viele Verhaltensweisen und Geschäftsabläufe, die wir in den letzten Monaten haben lernen müssen, sind betriebswirtschaftlich sinnvoll und für die Betroffenen akzeptabel“, sagt Schmidt und zitiert Experten, die meinen, Einrichtungen wie Homeoffice oder Telefonkonferenzen werden auf Dauer Bestand haben.

Auch bei den Erneuerbaren Energien zeichnete Schmidt ein positives Bild: „Noch nie haben Wind und Sonne uns so gute Zahlen in der Stromerzeugung beschert“, sagte er. „Dieses Geschäftsmodell ist immun gegen die Covid-19-Pandemie.“ 3U bereitet derzeit den Ankauf eines weiteren Windparks vor.

von Till Conrad

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