Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Marburg Der Neubau Biologie kann kommen
Marburg Der Neubau Biologie kann kommen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:58 26.11.2020
Der Neubau für den Fachbereich Biologie der Universität Marburg rückt in greifbare Nähe.
Der Neubau für den Fachbereich Biologie der Universität Marburg rückt in greifbare Nähe. Quelle: Thorsten Richter
Anzeige
Marburg

Die Marburger Universität kann sich über einen Geldsegen des Landes Hessen freuen, der der baulichen Erneuerung der Hochschule zugute kommen soll. In der dritten Auflage des Landes-Hochschulbauprogramms „Heureka“ erhält die Philipps-Universität für die Jahre bis 2031 zusätzlich 280 Millionen Euro. Das teilte die hessische Wissenschaftsministerin Angela Dorn (Grüne) am Mittwoch in Wiesbaden mit. Zusammen mit den bisher zugesprochenen und bisher noch nicht ausgegebenen Mitteln aus dem „Heureka II“-Programm in Höhe von 110 Millionen Euro stehen für Neubauten und Sanierungen an der Philipps-Universität Marburg nun bis zum Jahr 2031 sogar insgesamt 390 Millionen Euro zur Verfügung, heißt es in einer Pressemitteilung der Uni Marburg von gestern.

Die Freude über die Höhe der Zuwendung ist groß: „Die Universität Marburg partizipiert damit – genauso wie die Universität Gießen – in den nächsten Jahren überdurchschnittlich an den Baumitteln des Landes“, so die Uni-Mitteilung. In den zurückliegenden Jahren hatten allerdings häufig vor allem die südhessischen Hochschulstandorte Frankfurt und Darmstadt mehr von den Millionenzuwendungen für die Bauförderung profitiert.

„Ich freue mich sehr darüber, dass wir nun die finanzielle Sicherheit haben, nicht nur die bereits begonnenen Baumaßnahmen durchführen zu können, sondern auch die Maßnahmen, die in der Planung sind“, sagte Uni-Präsidentin Professorin Katharina Krause.

Als besonders erfreulich bewertete das Präsidium die Tatsache, dass endlich auch die Planungen für einen Neubau des Fachbereichs Biologie angegangen werden können. „Das ist eine große Chance für unsere forschungsstarken Lebenswissenschaften.

Der 2009 verabschiedete Masterplan für den Campus Lahnberge erweist sich dabei weiterhin als tragfähig“, hob die Präsidentin hervor. Auch die Sanierung des Chemie-Altbaus für Physiologie sowie Mathematik und Informatik und der Neubau eines Rechenzentrums werden in der Mitteilung der Ministerin zu den zu fördernden Bauvorhaben gezählt.

Schon seit einigen Jahren steht aber vor allem der Biologie-Neubau nach dem Vorbild des Chemie-Neubaus ganz oben auf der Wunschliste, denn der Altbau ist in die Jahre gekommen, marode und energieeffizient. In „Heureka II“ gab es dafür aber kein Landesbudget. 130 Millionen Euro würde ein solcher Neubau kosten, nicht alles kann in den nächsten Jahren umgesetzt werden. Zumindest ein erster Bauabschnitt soll aber gebaut werden, erklärte die Präsidentin im Gespräch mit der OP. Nach ihren Vorstellungen sollen dort dringend benötigte modern ausgestattete Unterrichtsräume für Laborpraktika entstehen. Zudem sollen in den Neubau auch Forschungsflächen für neue Professoren aufgenommen werden, die in einem modernen Bau deutlich kostengünstiger eingerichtet werden könnten als im Altbau. Zwar gibt es noch keinen Zeitplan für den Biologie-Neubau, aber für die Präsidentin ist das Projekt besonders dringlich.

2027: 500-jähriges Bestehen

Weitere Projekte auf der Marburger „Heureka“-Liste bis 2031 sind die Grundsanierung des Savignyhauses für den Fachbereich Rechtswissenschaften und die Fortsetzung der Sanierung der Mensen im Lahntal und auf den Lahnbergen.

Auch der Neubau für die Zahnmedizin könnte schon sehr bald konkretere Formen annehmen. Die Uni-Zahnklinik soll in Absprache mit dem Uni-Klinikum vom bisherigen Standort am Ortenberg auf die Lahnberge verlagert werden. Die Vorplanungen wie eine detaillierte Raumplanung sind bereits weit fortgeschritten. Im Lahntal sollen mit den Heureka-Millionen einige der teilweise leerstehenden denkmalgeschützten Bauten für die Geisteswissenschaften hergerichtet werden. Als Beispiel nannte Krause den Schäferbau an der neuen Uni-Bibliothek sowie die vorklinischen Gebäude wie das noch genutzte Anatomische Institut in der Robert-Koch-Straße. Alles in allem könne die Marburger Universität ihrem Ziel näherkommen, zu ihrem 500-jährigen Bestehen im Jahr 2027 ein würdiges Bild darzubieten, teilte die Uni-Pressestelle mit.

Inwieweit auch eine Sanierung der Alten Universität dazuzählt, das konnte die Präsidentin gestern noch nicht abschließend beurteilen. Sie betonte im Gespräch mit der OP, dass eine bauliche Sanierung des Gebäudes, in dem sich der Fachbereich Theologie und die Alte Aula befinden, im laufenden Betrieb eine komplexe Angelegenheit sei.

Von Manfred Hitzeroth

26.11.2020
26.11.2020
25.11.2020