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Marburg Strenge Corona-Regeln in der Verwaltung
Marburg Strenge Corona-Regeln in der Verwaltung
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17:55 24.11.2021
3G-Corona-Regeln gelten künftig auch in einigen Behörden.
3G-Corona-Regeln gelten künftig auch in einigen Behörden. Quelle: Marcus Brandt
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Marburg

Angesichts steigender Infektionszahlen werden die Corona-Regeln verschärft. Das hat auch Folgen für Bürgerinnen und Bürger, die mit einem Anliegen zu einer Behörde gehen wollen.

Einfach so ins Amt hineinspazieren können sie in vielen Fällen nicht mehr, wie OP-Anfragen bei der Marburger Stadtverwaltung, der Kreisverwaltung und der Agentur für Arbeit ergaben. Es gibt allerdings keine einheitliche Regelung – die Vorgaben sind je nach Behörde anders.

Während in den Arbeitsagenturen bundesweit ab diesem Donnerstag die 2G-Regel gilt, also nur Geimpfte und Genesene zu Beratungsgesprächen in die Agenturen kommen dürfen, sind in der Kreisverwaltung lediglich eine Terminvereinbarung und ein Mund-Nasen-Schutz notwendig.

Im Stadtbüro und der Ausländerbehörde der Stadt gilt ab Donnerstag auch für Besucherinnen und Besucher die 3G-Regel. Wer also nicht geimpft oder genesen ist, braucht einen negativen Corona-Test aus dem Schnelltestzentrum. Ein einfacher Selbsttest reicht nicht aus, schrieb die Stadt in einer Mitteilung.

Ohne Nachweis Bedienung nur am Fenster

Wer keinen Nachweis erbringt, wird beim Stadtbüro und in der Ausländerbehörde wieder über das Fenster der Infothek neben dem Haupteingang oder in einem Raum in der Eingangshalle bedient. „Das hat sich bereits im ersten Lockdown zu Beginn der Pandemie bewährt, als wir beispielsweise Pässe über diesen Weg herausgegeben haben“, erklärte Regina Lang, Fachbereichsleiterin Sicherheit und Ordnung, laut Mitteilung der Stadt. Die 3G-Regel gilt demnach nicht für alle städtischen Behörden, sondern nur für diese Bereiche, in die täglich besonders viele Menschen kommen.

Die Stadtverwaltung verwies darauf, dass viele Anliegen inzwischen auch online erledigt werden können, zum Beispiel Anträge für Meldebescheinigungen, Parkausweise, Gründach-Zuschüsse, Bibliotheksausweise, Wohngeld, das einfache Führungszeugnis, die Sperrmüllabholung und die An- oder Abmeldung von Hunden. Wer persönlich in die Stadtverwaltung kommen wolle, könne dies aber weiterhin tun. In einigen Fällen sei das sogar erforderlich, etwa für die Geburtsurkunde für Neugeborene, die Ummeldung für Neu-Marburger sowie die Beantragung von Personalausweisen und Reisepässen. Die Stadt empfiehlt eine Terminvereinbarung.

„Notfallschalter“ für Arbeitslosmeldung

Die Arbeitsagenturen setzen bundesweit die 2G-Regelung um. „Ab Donnerstag kann nur noch zum persönlichen Gespräch ins Haus kommen, wer geimpft und genesen ist“, sagte Dr. Heike Beber, Pressesprecherin der Marburger Arbeitsagentur, der OP. Zudem bittet die Arbeitsagentur um Anmeldung unter der Telefonnummer 06421/605102. Wer keinen 2G-Nachweis erbringen kann oder Kontakte vermeiden will, kann sich telefonisch oder online beraten lassen.

Die Arbeitsagentur hat für viele Anliegen auch Online-Angebote, etwa für die Beantragung von Arbeitslosen- und Kindergeld sowie für die Arbeits- und Ausbildungsplatzsuche, teilte die Arbeitsagentur mit. Eines ist allerdings auch ohne Impf- oder Genesungsbescheinigung und ohne Corona-Test weiterhin vor Ort möglich: Wer sich arbeitslos meldet, kann in Marburg, Stadtallendorf und Biedenkopf kurz an einen „Notfallschalter“ kommen.

Ins Kreishaus nur nach telefonischer Vereinbarung

Die Kreisverwaltung bleibt dagegen für alle Bürgerinnen und Bürger geöffnet. „Die Mitarbeitenden der Kreisverwaltung waren und sind auch in der Pandemie durchgängig persönlich ansprechbar“, teilte der stellvertretende Pressesprecher Sascha Hörmann mit. „Das heißt, jede Kundin und jeder Kunde, die und der es möchte, kann selbstverständlich weiterhin Gespräche in der Kreisverwaltung führen.“ Voraussetzung sei allerdings eine telefonische Terminvereinbarung. „Außerdem besteht beim Betreten der Gebäude eine Maskenpflicht, jedoch keine Verpflichtung zu 3G“, fügte Hörmann hinzu.

Auch bei der Kreisverwaltung können Bürgerinnen und Bürger inzwischen einiges komplett online abwickeln, wenn sie das wollen, beispielsweise über das Online-Portal der Zulassungsstelle. Auch Anträge auf Förderung in der Kindertagespflege, die Übernahme von Kita-Beiträgen oder Leistungen nach dem Unterhaltsvorschussgesetz lassen sich online erledigen, wie Hörmann mitteilte.

Beratung sei ebenfalls telefonisch oder online möglich, Anträge könnten auf der Homepage heruntergeladen und dann per Post, per E-Mail oder über das Kontaktformular auf der Homepage des Landkreises versandt werden. „Bürgerinnen und Bürger müssen nur in wenigen Fällen, beispielsweise dann, wenn Unterschriften vor Ort zu leisten sind, persönlich erscheinen“, erklärte Hörmann.

Viele arbeiten im Homeoffice – soweit es die Tätigkeit zulässt

Für die Beschäftigten in den Behörden gelten dieselben Regeln wie für Angestellte in anderen Betrieben: Sie müssen nachweisen, dass sie geimpft, genesen oder negativ getestet sind. Zudem arbeitet wieder ein größerer Teil der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu Hause. „In den Bereichen, in denen Homeoffice möglich ist, wird das nach den dienstlichen Erfordernissen entschieden“, teilte Patricia Grähling von der Stadt Marburg mit.

Nach ihren Angaben haben 300 von insgesamt 1.600 Beschäftigten der Stadt Homeoffice-Arbeitsplätze. „Die große Mehrheit der städtischen Bediensteten wird aber weiter in Präsenz arbeiten. Das liegt daran, dass die meisten Arbeitsplätze für Homeoffice ungeeignet sind“, erklärte sie und nannte als Beispiele Erzieherinnen, Reinigungskräfte und Beschäftigte bei der Ordnungspolizei, im Stadtbüro und der Ausländerbehörde.

In der Kreisverwaltung werden laut Hörmann knapp 700 Beschäftigte zu Hause arbeiten, also etwas mehr als die Hälfte der Beschäftigten, zu denen beispielsweise auch Bedienstete in den 71 Schulen des Kreises gehören. In der Arbeitsagentur arbeiten laut Beber etwa 160 von 310 Beschäftigten zu Hause.

Schärfere Regeln am Arbeitsplatz

Hintergrund der neuen Corona-Regeln in Behörden sind neben den steigenden Infektionszahlen auch verschärfte Regelungen für die Arbeitswelt, die ab heute gelten. Zugang zu einem Betrieb sollen Beschäftigte nur bekommen, wenn sie geimpft, genesen oder getestet sind (3G-Regel). Zudem kommt eine Homeoffice-Pflicht: Wo keine betrieblichen Gründe entgegenstehen, soll die Arbeit vom häuslichen Arbeitsplatz ermöglicht werden.

2G-Regel in den Schwimmbädern

Im Aquamar und im Hallenbad Wehrda gilt ab sofort, dass nur noch geimpfte und genesene Menschen Zutritt erhalten. Das teilte die Stadt Marburg mit und begründete dies damit, dass eine Maskenpflicht im Schwimmbad nicht umsetzbar sei.

Ausnahmen gelten demnach für Kinder und Jugendliche: Schülerinnen und Schüler, die einen maximal 24 Stunden alten negativen Corona-Schnelltest aus dem Testzentrum oder ein regelmäßig geführtes Testheft aus der Schule vorlegen können, dürfen ebenfalls ins Schwimmbad. Kinder unter sechs Jahren, die noch nicht eingeschult sind, benötigen keinen Testnachweis.

In der Stadtbücherei gilt die 3G-plus-Regel (Zutritt für Geimpfte und Genesene oder mit einem negativen PCR-Test). In der Volkshochschule gilt die 3G-Regel (geimpft, genesen oder negativer Schnelltest). Generell gilt eine ständige Maskenpflicht.

Von Stefan Dietrich

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