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Marburg 1 767 Stunden Sonnenschein im Landkreis
Marburg 1 767 Stunden Sonnenschein im Landkreis
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15:00 30.01.2021
Ein Thermometer an einer Hauswand klettert in Richtung der 40-Grad-Marke.
Ein Thermometer an einer Hauswand klettert in Richtung der 40-Grad-Marke. Quelle: Foto: dpa
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Cölbe

Wissen Sie, wie lange im vergangenen Jahr in unserer Region die Sonne geschienen hat? An welchem Tag es am heißesten war? Und wie viel Regen auf die Erde niedergegangen ist? All das lässt sich genau feststellen, denn in Cölbe steht eine Wetterstation des Deutschen Wetterdienstes, die all diese Daten und noch viele andere sammelt.

Ein Blick in die Zahlen zeigt beispielsweise: Im vergangenen Jahr gab es erneut einen Temperaturrekord. Die Durchschnittstemperatur betrug 2020 im Landkreis 10,9 Grad. Damit wurde der bisherige Höchstwert aus dem Jahr 2018 (10,7 Grad) um 0,2 Grad übertroffen. Wir haben uns angeschaut, was die Wetterbilanz für das Jahr 2020 im Landkreis Marburg-Biedenkopf darüber hinaus noch aussagt:

Durchschnittstemperatur

10,9 Grad betrug, wie gesagt, die Durchschnittstemperatur im gesamten abgelaufenen Jahr. Wenig überraschend ist, wo die Spitzen zu finden sind: Wärmster Monat war der August mit durchschnittlich 20,4 Grad, kältester Monat der Januar mit 3,5 Grad.

Bundesweit lag die Durchschnittstemperatur 2020 bei 10,5 Grad, hessenweit bei 10,4 Grad. Die höchste Durchschnittstemperatur wurde in Köln am Rhein gemessen (12,9 Grad), die niedrigste auf der Zugspitze (-2,6 Grad). Der kühlste Ort in Mittelhessen war der Hoherodskopf im Vogelsbergkreis mit durchschnittlich 8,2 Grad.

Höchsttemperatur

Der heißeste Tag des Jahres war der 8. August: An diesem Tag kletterte das Thermometer in Cölbe in der Spitze auf 36,2 Grad. Anderswo ging noch mehr: An 67 der knapp 500 Temperatur-Messstationen in Deutschland war es im Jahresverlauf noch wärmer.

Der Höchstwert von 38,6 Grad im Vorjahr stammt aus Trier. Der bundesweite Allzeithitzerekord beträgt 42,6 Grad, gemessen im Sommer 2019 im niedersächsischen Lingen. Die Station in Cölbe verzeichnete vergangenes Jahr gleich drei neue Monatsrekorde: Noch nie war es an einem Januartag so warm wie am 31. Januar 2020, nämlich 15,6 Grad.

Ein Augustrekord waren die schon genannten 36,2 Grad am 8. August 2020. Dritter im Bunde ist der 2. November 2020 mit 22,0 Grad.

Der vorherige Rekordhalter im Monat November lag schon mehr als 50 Jahre zurück: Am 1. November 1968 waren an der Wetterstation in Cölbe 18,9 Grad gemessen worden.

Tiefsttemperatur

Der kälteste Tag im Landkreis Marburg-Biedenkopf war nach den Daten der Wetterstation in Cölbe im Jahr 2020 der 30. November – mit minus 7,2 Grad.

Und wo war es in Hessen am kältesten? In Gilserberg im Schwalm-Eder-Kreis (minus 8,7 Grad). Der Kälterekord in Cölbe, wo seit 1946 gemessen wird, stammt übrigens aus dem Februar 1956: Minus 15,1 Grad waren es damals. An zweiter Stelle folgt der 7. Januar 1947 mit minus 13,1 Grad.

Hitzetage

An 15 Tagen des vergangenen Jahres lag die Temperatur im Landkreis Marburg-Biedenkopf über 30 Grad, Meteorologen bezeichnen sie als „Hitzetage“ oder heiße Tage. Der Rekordwert liegt hier nicht lange zurück: 27 Hitzetage waren es im Jahr 2018. Wie warm der Sommer war, lässt ein anderer Wert erkennen: An 63 Tagen lag die Temperatur über 25 Grad, es sind sogenannte „Sommertage“.

Eistage

An einem Tag (im Januar) herrschte Dauerfrost, und die Temperatur lag permanent unter 0 Grad; hier spricht der Meteorologe von „Eistagen“. 2018 registrierte die Messstation in Cölbe deutlich mehr Eistage, nämlich elf. Aber da geht noch wesentlich mehr: 50 waren es im Jahr 2010. An 53 Tagen im Jahr 2020 lag die Temperatur zeitweise unter 0 Grad, es sind sogenannte „Frosttage“.

Sonnenschein

An 1 767 Stunden schien im vergangenen Jahr die Sonne. Der Bundesdurchschnitt lag bei 1 890 Sonnenscheinstunden. Den meisten Sonnenschein gab es in Deutschland in Baden-Württemberg, im südlichen Bayern sowie an der Ostseeküste.

Regen

Die Messstation Cölbe zeichnete vergangenes Jahr insgesamt 554,7 Liter Regen pro Quadratmeter auf, eine Summe deutlich unter dem Mittelwert in Deutschland (709 Liter). Im Jahr 2019 waren insgesamt 597,1 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen, im Jahr 2018 558 Liter.

Wie viel Regen fällt, ist natürlich von Jahr zu Jahr sehr unterschiedlich. Besonders trocken war es zum Beispiel im Jahr 1959 mit 385,2 Litern; besonders feucht war es dagegen 1965 mit 818,9 Litern.

Der regenreichste Tag im vergangenen Jahr war der 16. Juni (22,9 Liter), der regenreichste Tag überhaupt der 11. August 2017 mit 62,1 Litern auf den Quadratmeter.

Eine Messstation in Driedorf, also auf der Höhe des Westerwaldes und deutlich höher gelegen als die in Cölbe, registrierte vergangenes Jahr insgesamt 1 012,8 Liter Regen. Hessenweit fiel nur auf der Wasserkuppe und nahe des Hoherodskopfs mehr Niederschlag. Am wenigsten Regen fiel in Hessen in der Region am Edersee sowie im Landkreis Limburg-Weilburg.

Der bundesweite Höchstwert lag vergangenes Jahr bei 2 128,3 Litern (Obere Firstalm in den Schlierseer Bergen), der Tiefstwert bei 363,7 Litern (Grünow in Brandenburg).

Schnee

Schnee war im vergangenen Jahr in Cölbe Mangelware. Bisheriger Rekord dort: 34 Zentimeter am 16. Februar 1963. Auf der Sackpfeife würde man vermutlich höhere Werte vorweisen können – allerdings wird dort nicht gemessen. Der Blick Richtung Lahn-Dill-Kreis weist wieder mehr aus. Größte in Driedorf gemessene Schneehöhe waren laut Datenbestand 87 Zentimeter im Januar 1981.

Von Hartmut Bünger und Jörgen Linker

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