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Südkreis Zur Einkaufsoase kommt der Generationenpark
Landkreis Südkreis Zur Einkaufsoase kommt der Generationenpark
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13:58 05.05.2021
Dies ist eine Darstellung des künftigen Generationenparks Heskem-Mölln. Links im Vordergrund ist das „Hausengel“-Haus zu sehen.
Dies ist eine Darstellung des künftigen Generationenparks Heskem-Mölln. Links im Vordergrund ist das „Hausengel“-Haus zu sehen. Quelle: Foto: Gringel Bau und Plan GmbH
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Heskem

Der Generationenpark Heskem-Mölln hält, was er im Namen trägt: Hier werden bei Fertigstellung rund 150 Menschen jeden Alters ihr neues Zuhause gefunden haben. Ob nun im Einfamilien- oder Mehrfamilienhaus, in einem Mehrfamilienhaus mit möglichen Betreuungsangebot oder in einem Apartment mit Betreuung im „Hausengel“-Haus, das mit einem Café und einem Versammlungsraum das Herzstück des „Parks“ in Dorfrandlage bildet. In der vergangenen Woche haben die umfassenden Erschließungsarbeiten auf dem 3,5 Hektar großen Areal begonnen.

Der Generationenpark löst viele Anliegen auf einmal. Zum einen, darüber ist Bürgermeister Andreas Schulz besonders froh, wird dort jungen Menschen, die aus der Gemeinde kommen, Wohnraum zur Verfügung gestellt. Zum anderen können dort auch ältere Menschen aus der Gemeinde sich Unabhängigkeit mit intensiver oder eben gelegentlicher Betreuung erfüllen. Familien können in Generationen separat und doch räumlich sehr nahe wohnen, um sich gegenseitig zu helfen und in gutem Kontakt bleiben zu können.

Individual und Kommunikation

Das Gesamtkonzept ist auf Individualität und Kommunikation ausgelegt. Alle haben ihren Rückzugsraum, ihre eigenen vier Wände, doch es ist ein Leichtes, mit anderen in Kontakt zu kommen durch zum Teil offen gestaltete Grundstücke und natürlich die Begegnungsstätten. Also: Dieses Wohngebiet bietet ganz viel, nur notorische Eigenbrötler dürften es dort schwer haben.

Die Umsetzung sichere auch gerade jetzt heimischem Handwerk Aufträge, stellt Schulz heraus. Etwa 35 Bauplätze gilt es zu bebauen. Ab Oktober soll es mit den Hochbauten losgehen können. Die meisten Baugrundstücke sind vergeben, zu gut 90 Prozent an Menschen aus der Gemeinde.

Gringel vom Konzept überzeugt

Das Familienunternehmen Gringel Bau und Plan GmbH aus Schwalmstadt baut im Generationenpark zwölf Eigentumswohnungen und sechs Doppelhaushälften – alles barrierefrei und mit Aufzügen. Heiko Gringel ist von dem Konzept des modernen Lebens überzeugt und freut sich in Bürgermeister Andreas Schulz jemanden gefunden zu haben, der sich für ein solches Vorhaben in einem Dorf offen zeigte. „Wir setzen viele Baugebiete um, aber dieses hier ist auch für uns etwas ganz Besonderes“, sagt Gringel.

Für mehrere Wohneinheiten wird auch ein Nahwärmekonzept angedacht. Jedes Grundstück erhält eine E-Ladesäule, und schnelles Internet wird es dort auch geben. Partner und Mitarbeiter am Projekt sind neben Gringel und der Gemeinde die Hausengel GmbH, Schmidt und Strack Architekten, das Ingenieurbüro Grohmann aus Allendorf Lumda und die Stadtwerke Marburg als Ansprechpartner für aller Netznutzer der Grund Netz GmbH. Die zentrale Begegnungsstätte ist das „Haus­engel“-Haus.

Wasserentsorgung seperat

Darin wird sich auch das neue Dorfgemeinschaftshaus befinden. Der Generationenpark liegt zwischen Hofackerweg und Hohmannsweg am Ortsrand mit kurzen Wegen zur Einkaufsoase und zum Dorfmittelpunkt. Ein Austausch mit den jetzigen Bürgern des Dorfes ist sehr gewünscht und wird alleine durch das integrierte neue Dorfgemeinschaftshaus sowie durch das Café auch stattfinden.

Das Einzige, was separat bleibt, ist die Wasserentsorgung. Die wird keinesfalls das bestehende Kanalnetz belasten, stellt Dr. Walter Grohmann heraus. Auch wird es über eine Zisterne eine eigene Löschwasserversorgung geben. Heskems Ortsvorsteher Heinz Martin Lieser freut sich, dass auch dieses Projekt umgesetzt wird. Es sei eine sinnvolle Ergänzung zu den laufenden Projekten, wie etwa dem Bau der Einkaufsoase, die sich gegenseitig stärken.

Wer sich schon mal ein Bild vom Generationenpark machen will, kann sich im Internet informieren.

Hintergrund

Also, wer Bagger vermissen sollte – die sind alle im Grund buddeln. In Heskem gibt es ein wahrliches Baggernest. Es ist schon extrem, was dort gerade passiert beziehungsweise in jüngerer Zeit passiert ist. Das kleine Dorf, das lange Jahre in einer viel zu schmalen Ortsdurchfahrt überregionalen Schwerlastverkehr erdulden musste, hat jetzt innerörtlich durch Umbauten im Bereich der Kirche und natürlich die Ortsumgehung eine neue Lunge zum Atmen bekommen. 

Und drumherum entsteht derzeit und demnächst sehr Interessantes: ein Generationenpark, der eine zukunftsweisende Form des Miteinanderlebens verwirklicht, ein Einkaufszentrum, das kurze Wege zu einer guten Nahversorgung verspricht, und ein Schwimmbad-Außengelände mit Wasserspielplatz für ein Urlaubsfeeling im Sommer mitten im Zuhause. Dazu pulsiert das junge Leben in einer ländlichen, aber technisch sehr gut ausgerüsteten Gesamtschule. Ja, Heskem hat sicher öfter mal sehnsüchtig in die Nachbarorte geschaut, die sich Zug um Zug modernisierten, während man eben auf dem Durchgangsverkehr festsaß. Die Idee der Gemeinde, die Ortsumgehung dem Land vorzufinanzieren, kann nur als zielführend und gewinnbringend deklariert werden. Nun ist das, was in Heskem passiert, für ein Dorf dieser Größe alles andere als normal. Umso wichtiger, dass der Ortsbeirat bei allen Vorhaben mit eingebunden war, und umso schöner, dass er alle Vorhaben mitgestaltet beziehungsweise positiv mitgetragen hat.

gs

Von Götz Schaub

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