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Südkreis Radweg soll unter Bahnschienen laufen
Landkreis Südkreis Radweg soll unter Bahnschienen laufen
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14:00 21.12.2021
Wer mit dem Zug in Richtung Marburg fahren will, wartet in Niederwalgern trotzdem direkt am Bahnhofsgebäude. Erst wenn der Zug gehalten hat, gehen die Bahnnutzerinnen und -nutzer über das erste Gleis zum Zug. Die Bahn will nun 2023 eine Unterführung bauen.
Wer mit dem Zug in Richtung Marburg fahren will, wartet in Niederwalgern trotzdem direkt am Bahnhofsgebäude. Erst wenn der Zug gehalten hat, gehen die Bahnnutzerinnen und -nutzer über das erste Gleis zum Zug. Die Bahn will nun 2023 eine Unterführung bauen. Quelle: Götz Schaub
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Roth

Im September hatten die Grünen einen Antrag in das Weimarer Parlament eingebracht, der nun mit einer veränderten Beschlussfassung erst einmal auf den Weg gebracht wurde. Es geht um den Wunsch einer Personen- und Radwege-Unterführung am Bahnhof Niederwalgern aus Richtung Roth. Zudem geht es darum, dass die Gemeinde im Anschluss an die Personen- und Radwege-Unterführung auf der Ostseite der Bahnstation eine Bike- and Ride-Anlage mit zeitgemäßen Radabstellanlagen bauen soll. Derzeit müssen die Bahnfahrer hinter einer Schranke am Bahnhof warten und können erst dann direkt über Gleis 1 zum Bahnsteig laufen, wenn der entsprechende Zug bereits gehalten hat. Allerdings plant die Bahn nur eine Unterführung zwischen Gleis drei und Bahnhof. Reinhard Ahrens, Fraktionsvorsitzender der Grünen in Weimar, bedauert dies sehr, wünschen sich die Weimarer doch schon mindestens seit 2016 diesen kompletten Durchbruch, um einen Radweg von beziehungsweise nach Roth an dieser Stelle gut anzubinden. Die Planungen der Bahn sind bereits abgeschlossen, es herrscht Baurecht. Höchste Zeit also, wenn man noch irgendwie auf den Zug aufspringen will, um das Anliegen noch berücksichtigt zu bekommen.

Die Bahn will die Unterführung 2023 verwirklichen. Die Gemeinde steht noch vor dem Problem, dass es an besagter Stelle noch keinen (Rad)weg gibt und die Gemeinde auch nicht Besitzer der dafür benötigten Flächen ist. Weimars Hauptamtsleiter Rolf Dörr listete in einem Sachstandsbericht auf, was die Gemeinde zu leisten hat, wenn sie den Durchstich verwirklichen will. Zunächst einmal wäre sie als Verursacher einer neuen Kreuzung finanziell in der Verantwortung. Für die neue Kreuzung wäre dann eine Verwaltungsvereinbarung abzuschließen. Dem Antrag sind eine Reihe von Unterlagen beizufügen, die nur von einem externen Planungsbüro erstellt werden können.

Blieb für die Weimarer noch die Hoffnung, dass der Landkreis die Planungen beim Ausbau des Radwegenetzes unterstützt. Doch steht dort zunächst einmal nur ein Radweg zwischen Roth und Niederwalgern parallel zur Kreisstraße 59 in der Planung, wobei über die Umsetzung noch nicht entschieden wurde. Deshalb wollten die Parlamentarier im Vorfeld der letzten Sitzung im Jahr jemanden vom Kreis in den Ausschuss einladen, um selbst zu hören, was der aktuelle Planungsstand des Kreises ist und ob sich die Kreisbehörden mit der Idee aus Weimar einverstanden zeigen würden. Allein, war es dem Landkreis nicht möglich, zum Termin des Ausschusses jemanden zu schicken.

So kam das Thema während der Dezembersitzung des Parlaments in Roth wieder auf die Tagesordnung. SPD wie auch CDU waren sich einig, dass ein Beschluss gefasst werden sollte, um weiterzukommen. Stephan Wenz, Fraktionsvorsitzender der SPD, stellte dann einen neuen Antragstext vor: „Die Gemeinde Weimar (Lahn) bereitet zeitnah in Absprache mit dem Landkreis Marburg-Biedenkopf eine Antragstellung beim Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur zur Fortführung der geplanten Personen- und Radwege-Unterführung unter dem Gleis 573 (Gleis 3) hindurch auf die Ostseite der Bahnstation Niederwalgern vor. Zudem sollte das zuständige Planungsbüro zur Abgabe eines Angebotes für die Leistungsphasen 1 bis 4 angefragt werden.“

Das fand auch bei den übrigen Fraktionen Anklang. Letztendlich wurde dieser Beschluss bei nur einer Enthaltung so gefasst. Einig waren sich alle Parlamentarier darin, dass ihr Beschluss die bereits beschlossenen Arbeiten seitens der Bahn nicht in ihrer Gültigkeit gefährden dürfen. Auch wenn noch einige Fragezeichen vorhanden sind, habe man eine Basis geschaffen, die nun abgearbeitet werden kann, zeigten sich die Fraktionen zufrieden.

Von Götz Schaub