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Südkreis SPD will Bauhöhe der Windräder begrenzen
Landkreis Südkreis SPD will Bauhöhe der Windräder begrenzen
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19:07 18.11.2019
Die geplanten Windkraftanlagen im Wald bei Wolfshausen erhitzen die Gemüter. Die SPD-Fraktion brachte im Gemeindeparlament Weimar einen Antrag für eine Änderung des Flächennutzungsplans ein. Quelle: Thorsten Richter/Archivfoto
Niederweimar

Schon in der Bürgerfragestunde zuvor wie auch während der Sitzung der Gemeindevertretung Weimar kam das Thema Windkraft zwischen Weimar und Marburg auf den Versammlungstisch.

Die SPD-Fraktion unternahm einen weiteren Vorstoß und legte einen Antrag zur Einschränkung der geplanten Windkraftanlagen im Wald bei Wolfshausen vor.

Dort, im Windvorranggebiet 3135 zwischen Wolfshausen, Ronhausen und Bortshausen, plant die Firma WPD Anlagen zu errichten, das Genehmigungsverfahren läuft. Derzeit finden jedoch erst noch Windmessungen im Wald statt, für die neue Schotterwege angelegt wurden.

SPD: Windräder zu hoch und zu nah

Um den Wegeausbau drehte­ sich auch der SPD-Antrag: Die Fraktion fordert, die Gestattungsverträge für Wegeausbau und Kabeltrassen zu untersagen: Der Gemeindevorstand solle die notwendigen Schritte­ zur Aufstellung eines Flächennutzungsplans durchführen – zumindest für den Teil auf der Weimarer Seite des Vorranggebiets – und damit die mögliche Bauhöhe einzuschränken. Soll heißen, die Fraktion findet, die Anlagen seien mit einer Höhe von 241 Metern zu groß, der Abstand von maximal einem ­
Kilometer vom Ortsrand Wolfshausen zu klein.

Diese Entfernung „berücksichtigt in keinster Weise die Bedarfe des Schallpegelschutzes“ und sei den 
Bewohnern „nicht zumutbar“, befand SPD-Fraktionschef Stephan Wenz. Zumal die Lärmbelastung für den Ort im Zuge des B3-Ausbaus bereits zugenommen habe. Demnach solle der Gemeindevorstand der Firma WPD das sogenannte Einvernehmen, die Zustimmung für das Projekt versagen.

Protest läuft schon länger

Mit einem eigenen Flächennutzungs- und Bebauungsplanes für Vorrangflächen könnte die Kommune mehr mitbestimmen. Bei der Abarbeitung dieses sensiblen Themas verließen zuvor zwei selber betroffene Mitglieder des Gremiums, darunter der Vorsitzende Kurt Barth, den Raum. Um die Objektivität zu wahren, kamen sie erst zum nächsten Tagesordnungspunkt wieder zurück in die Versammlung.

Protest gegen die Windkraftanlagen oder eine mögliche Änderung des Flächennutzungsplanes kam dabei nicht zum ersten Mal auf den Tisch der Gemeindevertreter. Gegen das Vorhaben spricht sich etwa die Bürgerinitiative gegen Windkraftanlagen zwischen Bortshausen, Ronhausen und Wolfshausen aus und versucht, die Planungen zu ihren Gunsten zu beeinflussen.

Ausschüsse beraten erneut

Im September hatten die einzelnen Fraktionen bereits Stellung bezogen, wie sie zum Ansinnen der BI und zum Bauantrag stehen. Lediglich die SPD sprach sich eindeutig gegen Windkraftanlagen an diesem Standort aus, die anderen Fraktionen setzten eher auf Kompromisse, sehen in der Sache wenig rechtliche Handhabe, auch wenn alle Verständnis für die Sorgen mancher Bürger äußerten.

Der neue Antrag der SPD stieß im Gremium dennoch auf breite Zustimmung. Beschlossen wurde er aber noch nicht, auch aufgrund von Sachfragen zum Flächennutzungsplan, die noch nicht geklärt werden konnten, befanden mehrere Gemeindevertreter. Der Antrag wurde daher einstimmig von den zu diesem Zeitpunkt 18 anwesenden Mitgliedern zurück zur Beratung gegeben – sowohl im Bauausschuss wie im Haupt- und ­Finanzausschuss.

von Ina Tannert