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Südkreis Lkw-Belastung noch im grünen Bereich
Landkreis Südkreis Lkw-Belastung noch im grünen Bereich
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13:00 24.05.2019
In Wenkbach sind an der Ortsdurchfahrt einige Protestplakate aufgehängt worden, seit bekannt geworden war, dass sich der Schwerlastverkehr durch die Investition einer Firma im Gewerbegebiet Wenkbach erhöhen wird. Quelle: Götz Schaub
Wenkbach

Die IMB-Plan GmbH, eine Ingenieursgesellschaft für Verkehr und Stadtplanung aus Frankfurt, legte der Gemeinde Weimar das Ergebnis einer ersten umfassenden Verkehrszählung bezüglich des Gewerbegebiets Wenkbach vor. Der Verkehr wurde zum einen an insgesamt sechs Knotenpunkten gezählt, zum anderen gab es parallel dazu Querschnittszählungen an vier weiteren Stellen (siehe Hintergrund).

Bürgermeister Peter Eidam stellte während der jüngsten Gemeindevertretersitzung jedem Gemeindevertreter ein Exemplar der Ergebnisse zur Verfügung und erläuterte kurz für die knapp 20 Zuhörer im Ratssaal die Ergebnisse.

Knotenpunktzählung über Video-Erfassung

Die Knotenpunktzählung erfolgte am Donnerstag, 4. April, also an einem ganz normalen Werktag, im Zeitraum von 0 bis 24 Uhr über eine anonymisierte Video-Erfassung. Differenziert wurden in der Auswertung die Fahrzeugkategorien Fahrrad, Motorrad, Pkw, Lieferwagen, Bus, Lkw sowie Last- und Sattelzug.

Die Querschnittszählungen erfolgten über sieben Tage von Donnerstag, 4. April bis zum Mittwoch, 10. April. Dabei wurde differenziert nach Länge der gemessenen Fahrzeuge in vier Fahrzeugklassen. Ergänzend wurde vonseiten der Gemeinde Weimar der bereits im Dezember dokumentierte Querschnitt erneut aufgenommen L 3093, Höhe Friedhof Wenkbach. Die größten Verkehrsbelastungen weist natürlich die Landesstraße auf mit 3 200 bis 3 500 Fahrzeugen pro Tag. Zwischen den Weimarerer Ortsteilen Niederwalgern und Wenkbach und bis zu 4 000 Fahrzeuge pro Tag nördlich von Wenkbach im Übergang zur B 255. Weiter heißt es in der Analyse der Frankfurter Gesellschaft, dass die Verkehrsbelastungen auf den übrigen dokumentierten Strecken deutlich geringer ausfallen. So sind es etwa 850 Fahrzeuge am Tag auf der K 60 in Richtung Roth. Die Zufahrtsstraßen „In der Wolfswiese“ und „Dorfstraße“ weisen mit 250 bis 300 Fahrten am Tag vergleichsweise geringe Verkehrsmengen auf.

Hintergrund

Die Knotenpunktzählung konzentrierte sich auf den Kreisverkehr L 3093 / „In der Wolfswiese“, Einmündung L 3093 / K 60 und Einmündung K 60 / „Dorfstraße“. Darüber hinaus wurden drei weitere Knotenpunkte aufgezeichnet, die im Bedarfsfall im weiteren Verfahren untersucht werden können. Dabei handelt es sich um den Kreisverkehr L 3093 / B 255 (Südrampe), Kreuzung L 3093 / L 3061 / „Steinweg“ und Einmündung L 3093 / K 59. Die Querschnittszählungen wurden hier vorgenommen: L 3093, südlich der K 60, „In der Wolfswiese“, östlich der L 3093, „Bahnhofstraße“, südlich des Bahnhofs Niederwalgern und Rother Straße, Höhe K 60.

Der Anteil an Schwerverkehr liegt in beiden Ortsdurchfahrten bei 4,1 bis 4,6 Prozent. Berücksichtigt wurde dabei auch der Busverkehr und kleinere Lkw. Ohne den Busverkehr mit 55 gezählten Fahrten in Wenkbach und 68 in Niederwalgern, nimmt der Schwerverkehr nur 2,3 Prozent ein, was 83 Güterverkehrsfahrten in Niederwalgern und 125 in Wenkbach entspricht. Konkretisiert auf das Misch- und Gewerbegebiet beschränkt sich der Einfluss auf die Schwerverkehrsanteile in den beiden Ortsdurchfahrten­ auf jeweils sieben Lkw, die über den neuen Kreisel Ein- und Ausfahren. In der Zusammenfassung zeigt die Ingenieursgesellschaft auf, dass die mit bis zu 4 000 Fahrzeugen belastete L 3093 im Landesstraßenvergleich nicht aus dem Rahmen fällt, eher zu den geringer belasteten gehört. „Der Anteil an Güterverkehre liegt mit 2,3 bis 3,2 Prozent in einem erwartenden Normalbereich. ­Eine markante Zugehörigkeit zum Misch- und Gewerbegebiet Wenkbach konnte nicht nachgewiesen werden“, heißt es in der Zusammenfassung.

Auch die genannten Zubringerstraßen, die eigentlich Wohnstraßen sind, bleiben vom Belastungsgrad her gesehen im unteren Bereich. Nun bleibt abzuwarten, wie sich diese Verkehrszählung darstellt, wenn das Logistikzentrum eröffnet­ worden ist und dort Regelbetrieb herrscht. Nach Mitteilung der Firma im Vorfeld werden täglich bis zu 60 Lkw abgefertigt, die in der Summe 120 Einzelfahrten bedeuten.

von Götz Schaub