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Südkreis Gemeinden schließen Radweg-Lücken
Landkreis Südkreis Gemeinden schließen Radweg-Lücken
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15:58 27.11.2020
Neben der Landesstraße 3093 zwischen Fronhausen und Niederwalgern soll ein Raddirektweg entstehen. Die Bauplanung hat begonnen.
Neben der Landesstraße 3093 zwischen Fronhausen und Niederwalgern soll ein Raddirektweg entstehen. Die Bauplanung hat begonnen. Quelle: Foto: Ina Tannert
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Fronhausen

Radfahrer können weiter gespannt sein, es geht langsam voran mit der Planung des neuen Raddirektweges zwischen Fronhausen und Niederwalgern. Der soll entlang der Landesstraße 3093 beziehungsweise – je nach Streckenplanung – an den Gleisen entlang entstehen.

Den nötigen Beschluss aus der Kommunalpolitik der beiden Kommunen Fronhausen und Weimar gab es schon im Frühling, jetzt geht das Vorhaben in die nächste Runde: Die Ausschreibungen sind abgeschlossen, gerade ist auch die Auftragsvergabe erledigt. Nun kann die Bauplanung beginnen.

Der neue Radweg soll eine besser und schneller zu befahrende Alternative zu der bisherigen Route durch die Felder darstellen. Die werde aber nicht nur die beiden Orte, beziehungsweise beide Bahnhöfe verbinden, sondern als wichtiges Teilstück direkt die beiden Oberzentren Marburg und Gießen. Denn die neue Route dockt an die vorhandene Infrastruktur an.

Das biete viele Vorteile, „für Fronhausen bringt der Weg für den Alltagsverkehr sehr viel“, lobt Schnabel. Durch den Lückenschluss werde die Anbindung nach Marburg und nach Niederwalgern sowieso verbessert: Ein Vorteil auch für Schüler, die zum Beispiel in die Gesamtschule Niederwalgern gehen, und die durch einen schneller und einfacher zu befahrenen Weg auch aufs Rad umsteigen könnten. Bislang stehe dafür der kurvige Lahnwanderweg zur Verfügung, die Landesstraße sei für Radfahrer zu unsicher, „dort lässt glaube ich niemand sein Kind langradeln“.

Erste grob geschätzte Baukosten für den neuen Direktweg belaufen sich auf 800 000 Euro. Die Kosten übernimmt am Ende komplett Hessen Mobil, eine entsprechende Planungsvereinbarung zwischen Landesbetrieb und Kommunen liegt vor, um die Ausgestaltung der Planung kümmert sich Fronhausen. Als nächsten Schritt kann nun die Bauplanung sowie die Einholung der Gutachten, etwa zum Artenschutz, beginnen. Schnabel rechnet damit, dass diese etwa im Sommer kommenden Jahres abgeschlossen werden können. Bis dahin müssten auch noch einzelne Grundstückseigentümer „ein paar Meter Feld“ abgeben, hofft die Bürgermeisterin.

Zwei Wege in einem Rutsch

Erst dann stehe auch die spätere Streckenführung fest, die sich für die schnelle Durchfahrt am besten eignet. Die Bauplanung nimmt nun das Planungsbüro „HS Ingenieure“ in Angriff. Dasselbe Büro hat indes auch den Planungs-Zuschlag für einen neuen Radweg zwischen Niederwalgern und Wenkbach erhalten. Auch hier ist Hessen Mobil mit im Boot.

Beide Strecken knüpfen aneinander an, werden beide dann auch parallel beplant und gebaut? Das würde sich organisatorisch zumindest anbieten – und soll auch so passieren, „wir versuchen, beides parallel zu machen“, sagt Weimars Bürgermeister Peter Eidam auf Nachfrage.

Dabei sei der Abschnitt Niederwalgern-Wenkbach planungstechnisch schon ein Stück weiter. Denn der entsteht im Zuge der geplanten Sanierung des Bahnhofsweges, der auch einen richtigen Radweg erhalten soll. Dieser würde wiederum an jenen Streckenteil in Richtung Niederweimar andocken, der zumindest inoffiziell als Radweg genutzt wird. Es entsteht eine Verbindung durch alle angeschlossenen Ortsteile, so Eidam. Das kommt auch dem überregionalen Radverkehrsnetz zugute – und dieses soll sich in Fronhausen auch in Richtung Gießen weiterentwickeln. Ist der Radwege-Lückenschluss nach Norden einmal geschafft, könnte der Süden an die Reihe kommen: Zwischen Fronhausen und Gießen gibt es noch keine Direktverbindung, doch auch in dieser Richtung sieht die Bürgermeisterin Potenzial. Ein neuer Raddirektweg zwischen Gemeinde und Stadt könnte das nächste Projekt mit Hessen Mobil werden, hofft Schnabel.

Von Ina Tannert