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Südkreis Sonnenstrom vom Dach
Landkreis Südkreis Sonnenstrom vom Dach
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15:58 26.08.2021
Auf drei kommunalen Dächern in Weimar wird über Photovoltaikanlagen Öko-Strom gewonnen, hier zu sehen ist die Aufstellung der Anlage auf dem Bürgerhaus in Roth.
Auf drei kommunalen Dächern in Weimar wird über Photovoltaikanlagen Öko-Strom gewonnen, hier zu sehen ist die Aufstellung der Anlage auf dem Bürgerhaus in Roth. Quelle: Foto: Sonneninitiative
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Weimar

Grüne Energie vom kommunalen Dach unter privater Beteiligung der Menschen vor Ort – das ist das Ziel von Bürgersonnenkraftwerken, von denen es in der Gemeinde Weimar mittlerweile drei gibt. Und zwar auf den Dächern des Bürgerhauses in Roth, auf dem Bauhof in Argenstein und auf der Kita Abenteuerland in Niederweimar.

Von dort liefern nun jeweils mehrere Photovoltaikanlagen Sonnenstrom für den Betrieb, der Überschuss fließt ins Netz. Die Gemeinde stellte die eigenen Dächer für das Projekt zur klimafreundlichen Stromerzeugung zur Verfügung, private Investoren aus Weimar beteiligten sich gemeinsam mit dem Verein Sonneninitiative an der Finanzierung.

150 Tonnen CO2werden im Jahr gespart

Der Verein setzt sich für die Förderung privater Sonnenkraftwerke ein und übernahm die Konzeptionierung für die drei Anlagen, die gemeinsam eine maximale Spitzenleistung von etwa 220 Kilowatt erzeugen. Einfacher ausgedrückt bedeutet dies, dass etwa 72 Haushalte mit klimafreundlichem Strom versorgt werden können, berichtet bei einem Ortstermin Volker Klös, Geschäftsführer der Sonneninitiative. Auf dem Dach der Kita wurden Module auf einer Fläche von 530 Quadratmetern angebracht, auf dem Bauhof sind es 150 und auf dem Bürgerhaus 470 Quadratmeter. Alle Anlagen haben eine Lebensdauer von etwa 30 bis 40 Jahren. Die aus vielen einzelnen Modulen bestehenden Kraftwerke seien flexibel einsetzbar und besonders mobil – bei Renovierungsarbeiten könnten die Einzelteile einfach entfernt, gelagert und später wieder angebracht werden.

Bis alle drei Vorhaben umgesetzt waren, dauerte es einige Jahre, gerade der Kita-Standort, zugleich die größte Modulfläche, sei „sehr ambitioniert gewesen“, ein sensibles Thema, da sich im Gebäude Kinder aufhalten, „es hat aber alles gut geklappt“, lobt Bürgermeister Peter Eidam.

Über die drei PV-Anlagen können in Weimar nun jährlich rund 150 Tonnen CO2 eingespart werden. Bürgerhaus, Bauhof und Kita versorgen sich mit dem vom Dach erzeugten Sonnenstrom selber, was über den Eigenbetrieb hinaus an Überschuss erzeugt wird, wandert ins öffentliche Stromnetz.

Und vom Stromertrag profitieren finanziell die beteiligten Bürger, die mit eigenen Mitteln für die Umsetzung des Projekts sorgten, damit praktisch in eine lokale Kapitalanlage investiert haben. Rund 20 Menschen aus Weimar haben mitgemacht, jeder Teilnehmer ist Eigentümer seiner jeweiligen Anlage, werde steuerlich so behandelt, als stünden die auf dem eigenen Dach. Die Sonneninitiative kümmert sich um die Betreuung, Wartung und Abrechnung mit dem Energieversorger.

Das Modell der Bürgersonnenkraftwerke sei ein wichtiger Baustein für die Energiewende, das zugleich die Menschen vor Ort mit ins Boot holt, beteiligt und so die Akzeptanz für den Solarstrom fördere. „Wenn es vor der eigenen Haustür ist, hört der Klimaschutz bei vielen auf, wir müssen aber handeln“, betont Eidam.

Die Sonnenenergie sei dabei „die demokratischste aller Energieformen“, neben dem Klimaschutz-Gedanken gehe es zugleich darum, einen Beitrag für die Versorgungssicherheit vor Ort zu leisten, Strom genau da zu erzeugen, wo er auch verbraucht wird, ergänzt Klös. Seit seiner Gründung im Jahr 2003 in Marburg hat der Verein inzwischen 30 Sonnenkraftwerke aufbauen können.

Weitere sollen folgen, auch in Weimar könnten in Zukunft neue Standorte hinzukommen, etwa auf dem Dach des Bürgerhauses in Niederweimar.

Weitere Informationen unter www.sonneninitiative.de

Von Ina Tannert

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