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Südkreis Wald-Omas und Opas gesucht
Landkreis Südkreis Wald-Omas und Opas gesucht
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10:00 14.07.2020
Wald-Oma Fabiola Ebert (links) und Erzieherin Katharina Knaus vom Waldkindergarten Roßberg würden sich über neue Omas und Opas für die Wald-Kinder freuen. Quelle: Foto: Ina Tannert
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Roßberg

Wenn Fabiola Ebert „ihre“ Wald-Kinder besuchen kommt, wird sie schon von weitem fröhlich begrüßt – denn dann gibt es immer etwas Besonderes, entweder wartet eine spannende Wald-Tour, ein neues Bau- und Bastel-Projekt oder sie bringt Kakao aus Mexiko mit. Der ist beliebt in der Kinderschar der „Waldbienen“, mehr noch ist es die Wald-Oma, die seit mehr als drei Jahren fester Teil des Waldkindergartens ist.

Die 57-Jährige arbeitet eigentlich in einer Buchbinderei, vertritt zudem Lehrkräfte an Grundschulen – und in ihrer Freizeit ist sie auch noch als Wald-Oma unterwegs. Eigentlich ist sie gar keine richtige Oma, zumindest noch nicht, „aber ich habe ja die Wald-Kinder“, verrät Fabiola Ebert.

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Sie hat zwei eigene, längst erwachsene Kinder und zog vorher schon jüngere Familienmitglieder groß, betreute als „Ersatz-Tagesmutter“ jahrelang die Kinder von Nachbarn und Freunden. Das gehörte irgendwie immer zu ihrem Leben, „ich habe es einfach mit Kindern“, erzählt sie lachend.

Ohne die würde ihr etwas fehlen, „es macht einfach Spaß, wir spielen zusammen, sind immer in der Natur und sie halten mich außerdem fit“. Schließlich muss sie mithalten können mit einer ganzen Schar agiler Wald-Kinder, mit denen sie auf Touren geht, bastelt, Beete anlegt, das Kita-Tipi verschönert oder eben eine Runde Kakao ausgibt.

Wald-Oma füllt Alltagslücken

Sie macht das gerne, zugleich profitieren die Erzieher von der Unterstützung von Fabiola Ebert, die immer neue Ideen mit in den Kita-Alltag einbringt. „Sie ist einfach wie eine Oma für alle, gibt den Kindern Sicherheit und füllt die Lücken, die da sind“, lobt Katharina Knaus vom Team des Waldkindergartens. Ganz besonders, wenn Kollegen einmal wegen Krankheit ausfallen, „es ist gut, eine Konstante zu haben“. Ein Ersatz für die Fachkräfte sei die Position einer Wald-Oma dabei nicht, „das ist ja keine Vertretung, einfach eine Präsenz und eine Hilfe“, erklärt Knaus.

Die Kinder der „Waldbienen“ haben in der Regel eigene Großeltern und zu diesen auch Kontakt, wenn der aber einmal weg fällt – gerade in Corona-Zeiten – ist die Wald-Oma eben da. „Die Kinder merken es, dass jemand da ist, an den sie sich immer wenden können wenn sie etwas brauchen“, sagt Fabiola Ebert.

Als freiwillige Unterstützerin kann sie dabei kommen und gehen wie sie möchte und Zeit finden, ist meist einige Stunden an verschiedenen Tagen in der Woche beim Waldkindergarten zu Besuch.

Der würde sich aber auch über weitere Wald-Omas oder Wald-Opas freuen, die Zeit haben und gerne aktive Stunden mit Kindern und Erziehern verbringen möchten. „Wir freuen uns, wenn jemand Spaß daran hat mitzumachen, einfach da zu sein, ohne Verpflichtungen“, sagt Katharina Knaus.

Voraussetzung wäre allerdings eine gewisse Robustheit, eben wetterfest und flexibel zu sein. Das gehört beim Waldkindergarten schließlich dazu.

Kontakt zum Waldkindergarten können Interessierte über das Wald-Handy aufnehmen: 0151/23470085.

Von Ina Tannert