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Südkreis Schutzvisiere aus dem 3D-Drucker sind heiß begehrt
Landkreis Südkreis Schutzvisiere aus dem 3D-Drucker sind heiß begehrt
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14:58 02.08.2020
Volker Wagner überreichte an der Grundschule Wittelsberg Schulleiterin Cornelia Heydorn-Thomas die Schutzvisiere. Quelle: Privatfoto
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Wittelsberg

Visiere aus Plastik als Corona-Schutz im 3D-Drucker herstellen und dort verteilen, wo sie besonders benötigt werden – diese Idee setzte Volker Wagner, Zahntechniker aus Wittelsberg, im April um und animierte Hobbybastler, es ihm gleichzutun.

Damals herrschte Mangel an geeigneter Schutzausrüstung für Zahnärzte, Kieferorthopäden oder Apotheker, um auch in der Pandemie weiterhin Patienten behandeln zu können. Wagner recherchierte und fand im Internet passende Vorlagen zur Fertigung der Schutzvisiere mittels 3D-Druckverfahren und informierte darüber auch in den sozialen Medien, rief andere Drucker-Besitzer zum Mitmachen auf. Seine beiden Drucker liefen dauerhaft auf Hochtouren, „der Druck nur einer Maske dauert in der Regel bis zu drei Stunden, wir haben Tag und Nacht gedruckt“, erinnert sich Wagner. Das Schwierigste sei dabei gewesen, dann überhaupt an die vielerorts vergriffenen Lochbänder zu kommen, um die Visiere am Kopf zu befestigen. Die Mitarbeiter bauten die Platten per Hand um. Schnell konnte sich Wagner vor Aufträgen kaum noch retten (die OP berichtete). Noch heute bekommt er Anfragen nach weiteren Visieren, will die Produktion aber nun einstellen.

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Der Zahntechniker versprach damals, den Erlös aus dem Verkauf der Schutzmasken zu spenden. Das ist nun geschehen, insgesamt 1 500 Euro konnte er verteilen: Jeweils 500 Euro gingen an die Tafel Marburg, die Diakoniestation Cappel/Ebsdorfergrund GmbH sowie die Tagespflege im Martin-Luther-Haus in Dreihausen. Außerdem stattete er Lehrer, Erzieher und Betreuer der Grundschulen und Kitas in der Gemeinde Ebsdorfergrund mit insgesamt 120 Schutzvisieren aus. „Für uns war die Herstellung der zirka 500 Visiere insgesamt doch aufwendiger als anfänglich gedacht, wir haben das aber sehr gerne gemacht“, sagt Wagner. Vor allem weil die Freude über die Schutzvisiere von Lehrern und Erziehern ihn „mit der Aktion immer wieder bestätigt hat“.

Eine Maskenpflicht herrscht an Grundschulen zwar nicht, dennoch können die Einrichtungen die Masken gut gebrauchen, denn in gewissen Situationen, wenn sich Lehrkräfte und Schüler sehr nahe kommen, werde dennoch auf die Visiere zurückgegriffen, sagt Cornelia Heydorn-Thomas, Schulleiterin der Grundschule Wittelsberg. Der Vorteil im Gegensatz zu Alltagsmasken: „Die Kinder können das ganze Gesicht und die Mimik sehen, das ist sehr wichtig und dafür sind die Visiere ideal.“

Von Ina Tannert

01.08.2020
01.08.2020