Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Südkreis Menu mit Zutaten „made im Landkreis“
Landkreis Südkreis Menu mit Zutaten „made im Landkreis“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:59 04.09.2020
Niels Noack (von links), Koch Max Weber und Ann-Marie Weber freuen sich schon auf die Teilnehmer ihres Events im Dorfgemeinschaftshaus Holzhausen. Quelle: Götz Schaub
Anzeige
Holzhausen

Regional kochen, regional essen. Was da mittlerweile alles möglich ist, will der Verein Allmende Holzhausen in Kooperation mit der Ökomodell-Region Marburg-Biedenkopf bei einem kulinarischen Event aufzeigen.

Von Freitag, 18., bis Sonntag, 20. September, können an fünf Terminen je 20 Personen dabei sein und sich im Dorfgemeinschaftshaus im Fronhäuser Ortsteil Holzhausen regional verwöhnen und überraschen lassen.

Anzeige

Das Menü stellt der gebürtige Waldgirmeser Max Weber zusammen, ein Jungkoch, der sich gerne von regionalen Angeboten inspirieren lässt und schon in der Sterne-Gastronomie gekocht und selbst Auszeichnungen errungen hat. Im Landkreis hat er auch schon gastronomische Erfahrungen gemacht. Zuletzt war er in Österreich tätig.

Aktuell freut er sich auf das Umsetzen des Events. Niels Noack und Ann-Marie Weber vom Verein Allmende binden viele regionale Erzeuger mit ein, sind sehr gespannt, wie ihr Event ankommen wird.

Viele Varianten von Fleischgerichten

Jeder Termin beginnt mit einem gemeinsamen Fußweg. Die Zeit, maximal 30 Minuten für rund 1.000 Meter, soll dazu genutzt werden, sich auf das Bevorstehende einzustimmen, denn es geht nicht nur um das Essen, sondern auch um die Zutaten und woher sie stammen. „Wir wollen erfahrbar machen, was alles mit regionalen Lebensmitteln möglich ist und das soll auch in entsprechender Atmosphäre und Stimmung passieren“, so Noack. Zur Regionalität gehöre es auch, die Tiere, die man schlachtet und isst, zu kennen. Das sei auch hier ganz bewusst der Fall.

Zudem wolle man aufzeigen, was man alles mit dem Fleisch machen kann und dabei nicht nur das beliebte „Kurzgebratene“ servieren. Der Verein hat eine Ochsenhälfte bestellt und wird diese von der Nase bis zum Schwanz verwerten. Damit ist also mal klar, was den Hauptgang ausmacht, zweierlei vom Ochsen, aber es wird auch eine vegetarische Variante angeboten. Das Menü „Vom Acker auf den Teller“ besteht aus vier Gängen.

Aus Heilpflanze wird Nachtisch gemacht

Dabei steht schon einiges fest, anderes noch nicht, da lässt sich Max Weber einfach noch inspirieren. Die Kürbissuppe mit Milchschaum aus Milch aus Stedebach ist allerdings schon fix. Und die Brotzeit vor der Suppe mit Sauerteigbrot aus Hachborn und Ziegenkäse aus Seelbach kann noch um die eine oder andere Raffinesse ausgeschmückt werden. Interessant werden sicher die verschiedenen selbstgemachten Chutneys sein. Wie auch die Beilagen zum Hauptgericht mit Spannung erwartet werden dürfen. Allein zwölf verschiedene Kartoffelsorten sind im Angebot.

Weber möchte auch zeigen, was mit Kräutern und Hanf so alles möglich ist. Hanf ist übrigens auch Bestandteil des Desserts, das da heißt Apfel-Hanf-Mädesüß. Letzteres ist eine heimische Heilpflanze, die zum Aromatisieren von Speisen verwendet werden kann. Wer Geschmack an den Zutaten findet, kann einige davon nach dem Essen an einem Marktstand für die eigene Küchenkunst erwerben.

Ann-Marie Weber ist es wichtig, dass die Menschen erkennen, was alles und wie haltbar gemacht werden kann. Auch sollen am Marktstand noch diverse Angebote gemacht werden, die aus dem Fleisch des Ochsen bestehen. Auch die Getränke werden regionalen Charakter besitzen, vor allem die alkoholfreien. Bei den alkoholischen muss der Begriff regional etwas weiter gefasst werden. Wenn man einen passenden Wein trinken will, kann der nun mal nicht aus dem Landkreis kommen, sondern aus gängigen Weingegenden, die allerdings nicht ewig weit entfernt liegen.

Shuttleservice wird angeboten

Die Events sind für Freitagabend, Samstag- und Sonntagmittag sowie Samstag- und Sonntagabend geplant. Eine Reservierung ist notwendig und kann auf der Homepage des Vereins Allmende Holzhausen vorgenommen werden. Wer Tickets gekauft hat, erfährt dann in einer Mail mehr über den jeweiligen Ablauf und Treffpunkt.

Wer nicht gut zu Fuß ist, muss sich nicht sorgen und kann auch direkt nach Holzhausen fahren. Und wer nach dem Essen den Weg nicht mehr zu Fuß zum Auto zurücklegen will, kann auch einen Shuttleservice in Anspruch nehmen. Wer mag kann natürlich auch mit der Bahn oder dem Fahrrad anreisen. Die Preise pro Ticket schwanken pro Person nach Selbsteinschätzung zwischen 40 und 60 Euro, es gibt aber auch geförderte Tickets für 20 Euro.

Wer Lust auf dieses Event bekommen hat, kann sich im Internet unter www.allmende-holzhausen.de anmelden. Unter dem Reiter „Regional haltbar“ ist alles Weitere zu finden.

Allmende Holzhausen

Der Verein Allmende Holzhausen hat es sich zum Ziel gemacht, regionale Stoffkreisläufe und Netzwerke im Sinne einer Re-Regionalisierung zu stärken. Dazu gehört die lokale Erzeugung, Weiterverarbeitung und das Haltbarmachen von Lebensmitteln. Darüber hinaus geht es dem Verein auch um nachhaltiges Arbeiten und Handeln.

Mit Mitteln aus dem Förderprogramm „Regionalbudget“ der Leader-Region Marburger Land hat der Verein zwei Lastenräder und einen Schwerlastanhänger angeschafft, die man über das Projekt Freie Lasten auch ausleihen kann. Der Verein bietet auch verschiedene Kurse über die Volkshochschule des Kreises an. Auch Schulklassen sind willkommen, etwas über den „Ackerlernort“ zu erfahren.

Von Götz Schaub