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Südkreis Die papierlose Verwaltung kommt
Landkreis Südkreis Die papierlose Verwaltung kommt
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09:00 14.01.2022
Verwaltungsmitarbeiter Robert Schmidt kennt sich in der IT aus und arbeitet an der Umsetzung des Onlinezugangsgesetzes für die Gemeinde Ebsdorfergrund.
Verwaltungsmitarbeiter Robert Schmidt kennt sich in der IT aus und arbeitet an der Umsetzung des Onlinezugangsgesetzes für die Gemeinde Ebsdorfergrund. Quelle: Ina Tannert
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Ebsdorfergrund

Mehr Glasfaser, neue Funkmasten und weitere Online-Dienstleistungen – die Gemeinde Ebsdorfergrund arbeitet am Netzausbau wie an der Umsetzung des Onlinezugangsgesetzes. Das verpflichtet Bund, Länder und Kommunen als Dienstleister von Verwaltungsleistungen, bis Ende 2022 ihre Angebote auch digital anzubieten.

Für die Gemeinde mit federführend an der Organisation beteiligt ist Robert Schmidt, der im Rathaus eine Weiterbildung zum Verwaltungsfachwirt absolviert. Der 36-Jährige sieht die Verwaltung auf einem guten Weg, man sei im Zeitplan und Schritt für Schritt kommen immer neue Onlineformulare zum aktuellen Angebot hinzu, werden geprüft und dann öffentlich zugänglich gemacht. Zuletzt etwa konnte der Prozess zur Voranmeldung bei einem Umzug in die Gemeinde digitalisiert werden. Er arbeitet zudem an der papierlosen Verwaltung und der Einführung der elektronischen Akte: Dieser Themenblock sei nochmal besonders sensibel, „durch alles zieht sich das große Thema Datenschutz und Cybersicherheit“, erklärt Schmidt. Beides muss bei der Umsetzung beachtet werden, mittelfristig will aber auch die Verwaltung intern weg vom Papier, hin zur digitalen Arbeit. Das eine schließe das andere aber künftig nicht aus: „Es wird aber weiter Papier geben, für diejenigen, die vielleicht keine andere Möglichkeit haben“, betont Schulz.

Glasfaserausbau für acht Dörfer

Darüber hinaus solle sich die Gemeinde auch an anderer Stelle weiter entwickeln, etwa durch schnelleres Internet. Das bedeutet, dass für acht der elf Ortsteile ein weiterer Glasfaserausbau geplant ist, wie Bürgermeister Andreas Schulz berichtet. Dafür geht die Gemeinde wie schon andere im Landkreis eine Kooperation mit dem Unternehmen Deutsche Glasfaser ein. Über den Privatanbieter soll der Glasfaserausbau bis ins Haus vorangetrieben werden. Die Eigentümer könnten – sofern die das wollen und den Konditionen des Unternehmens zustimmen – künftig auf Kupferkabel verzichten. Der Anschluss kostet die Hausbesitzer nichts, sie binden sich aber für zwei Jahre vertraglich an das Unternehmen. Das allerdings nur, sofern mindestens 40 Prozent der Anschlüsse pro Ort sich für den Ausbau entscheiden.

Das Nachsehen haben hierbei von vornherein Roßberg, Ilschhausen und Wermertshausen, für die drei Orte sei die Deutsche Glasfaser nicht bereit, die Anschlüsse eigenwirtschaftlich zu übernehmen, da sich dies finanziell nicht lohne, berichtet Schulz. Die Ortschaften werden daher weiter über die Gesellschaft Breitband Marburg-Biedenkopf versorgt, zu der sich der Landkreis und seine Kommunen, außer der Stadt Marburg, für den Glasfaserausbau im Jahr 2012 zusammengeschlossen hatten. Dann wäre da noch das Handynetz, das stellenweise gestärkt werden soll, zugleich als Vorbereitung auf die 5G-Technik.

Dazu entstehen zwei Funkmasten für das D1-Netz der Telekom – einer bei Hachborn in Richtung Ilschhausen und einer bei Wittelsberg in Richtung Rauischholzhausen. Außerdem baut Vodafone zurzeit einen D2-Funkmast am Sportplatz in Ebsdorf. Damit stehen künftig auf Gemeindegebiet fünf Funkmasten, hinzu kommt die Antenne auf dem Raiffeisensilo in Heskem.

Von Ina Tannert