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Südkreis Unfälle unter Drogen und Alkoholeinfluss
Landkreis Südkreis Unfälle unter Drogen und Alkoholeinfluss
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07:58 10.12.2019
Das nachgestellte Foto zeigt den Augenblick, in dem ein aufmerksamer Mitbürger durch das Abziehen des Zündschlüssels einen alkoholisierten Mann an der Weiterfahrt hindert.  Quelle: Tobias Hirsch
Fronhausen

In Fronhausen verhinderte ein aufmerksamer Zeuge möglicherweise Schlimmeres, weil er bei einer passenden Gelegenheit den Schlüssel aus dem Zündschloss zog und so einen alkoholisierten Mann an der Weiterfahrt hinderte.

Der Alkotest des Mannes zeigte am Freitag, 6. Dezember, um 18.45 Uhr über 1,9 Promille. Der Mann war dem Zeugen aufgefallen, nachdem er vom ­Rewe-Parkplatz losgefahren war und in enorm unsicherer Fahrweise und in Schlangenlinien die Gießener Straße befuhr. Als das Auto in der Berliner Straße verkehrsbedingt anhielt, handelte der Zeuge, der hinter ihm fuhr schnell.

SUV katapultiert 
Sitzbank auf Bahngleis

Er lief zu dessen Wagen und zog den Zündschlüssel ab. Als die bereits zuvor benachrichtigte Polizei kurze Zeit danach eintraf, saß der 23 Jahre alte Fahrer bereits schlafend hinterm Steuer. Nicht ohne Folgen blieb die Fahrt unter Alkoholeinfluss für einen 57 Jahre alten Mann aus Wetter. Der Mann erlitt leichte­ Verletzungen, als er am Sonntag, 8. Dezember, vor 18 Uhr mit seinem Auto in Brungershausen­ in einer rechtwinkligen Kurve nach links von der Straße abkam.

Quadfahrer erleidet Kopfverletzungen

Sein SUV katapultierte zunächst eine hölzerne Sitzbank von ihrem Standort bis auf die Bahngleise, bevor der Wagen dann selbst im Gleisbett steckenblieb. Die Bank wurde komplett zerstört. Am Auto entstand ein ­erheblicher Frontschaden. Der Alkotest des Fahrers zeigte 1,7 Promille an. Wegen des Unfalls war die Bahnstrecke für knapp 90 Minuten gesperrt.

Nach den ersten polizeilichen Ermittlungen stand auch ein Quadfahrer, der sich bei einem Unfall schwerste Kopfverletzungen zuzog, unter dem Einfluss von Alkohol.

Der 47 Jahre alte­ Mann fuhr in der Nacht zum Sonntag über den Verbindungsweg parallel zur Bundesstraße 255 von Oberweimar nach ­Willershausen. Kurz vor der Straßenunterführung kam er in einer Rechtskurve nach links von der Straße ab. Das Quad überschlug sich und der Fahrer fiel dabei vom Fahrzeug. Der Mann wurde erst in einem herbeigerufenen Rettungswagen versorgt und dann ins Krankenhaus gebracht.

Übernachten im Auto

Schon in der Nacht zum Nikolaustag, 6. Dezember, um etwa 2 Uhr war die Fahrt für einen 30 Jahre alten Mann aus dem Hinterland in Marburg zu Ende. Die Streife hatte den Mann überprüft, weil er sich auf der Suche nach einem Platz zum Übernachten im Fahrzeug im Straßengraben festgefahren hatte.

­ Der Test reagierte positiv auf vier verschiedene Betäubungsmittel. Am gleichen Tag, um 8.10 Uhr fiel ein 18-Jähriger in Marburg beim Einparken auf einem Parkplatz auf. Sein Test reagierte positiv und widerlegte damit die Behauptung, der letzte Genuss von Betäubungsmitteln läge mindestens 14 Tage zurück. Nach dem positiven Drogentest musste schließlich auch ein 35 Jahre alter nicht in Deutschland wohnender Mann sein ­
Auto stehen lassen. Die Streife der Polizei Stadtallendorf hatte den Wagen in der Nacht zum Samstag, 7. Dezember, um 
2.40 Uhr in Stadtallendorf gestoppt.

Die Polizei veranlasste bei allen Autofahrern Blutproben und stellte die Führerscheine der unter Alkoholeinfluss stehenden Verkehrsteilnehmer sicher.

Hintergrund

von Götz Schaub

Glühwein ist insbesondere­ jetzt in der Vorweihnachtszeit beliebt. Auf den Weihnachtsmärkten offenbar ein Muss – doch besser nicht für Menschen, die nach dem ­
Besuch des Weihnachtsmarktes ein Auto steuern wollen. Wird die 0,5-Promille-Grenze überschritten, handelt es sich bereits um einen Alkoholverstoß.

Je nachdem, wie hoch die gemessenen Werte sind, drohen neben Bußgeldern Fahrverbote und auch Punkte.
Glühwein hat je nach Weinsorte und Zubereitung einen Alkoholgehalt zwischen 8 und 13 Prozent. Legt man einen Durchschnitt von 11 Prozent zu Grunde, ist die 0,5-Promille-Grenze tatsächlich schon nach dem Genuss von zwei Tassen Glühwein überschritten.

Wer sich Glühwein verfeinert mit Amaretto oder Rum gönnt, sollte besser gleich das Auto stehen lassen. Eine Feuerzangenbowle übersteigt mit Sicherheit die Promille-Grenze. Wer von der Polizei mit mehr als 0,5 Promille am Steuer erwischt wird, könnte Schwierigkeiten mit der Finanzierung der geplanten Weihnachtsgeschenke bekommen.

500 Euro sind dann jedenfalls schon mal weg. Zwei Punkte und ein einmonatiges Fahrverbot kommen dazu. Wer schon einen Eintrag hat, ist mit 1000 Euro, zwei Punkten und einem dreimonatigen Fahrverbot dabei.

Achtung: Wer sich noch in der Probezeit befindet, muss strickt Alkohol vermeiden. Wer gegen die Null-Promille-Grenze verstößt zahlt 250 Euro, sammelt einen Punkt, erhält aber noch kein Fahrverbot.