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Südkreis Ein „besonderer Tag“ für das ganze Dorf
Landkreis Südkreis Ein „besonderer Tag“ für das ganze Dorf
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20:00 22.06.2019
Kinder halten den Ortsnamen in Niederwalgern hoch. Quelle: Michael Hoffsteter
Niederwalgern

Es ist jetzt an den Mitgliedern der Bewertungskommission, zu entscheiden, welche Farbe die Medaille haben wird. Das Dorf Niederwalgern hat jedenfalls alles gegeben und Herzblut in die ­Waagschale geworfen. Das ist den Mitgliedern der Kommission durchaus aufgefallen: Der Zusammenhalt, der Wille, etwas für alle gestalten zu wollen, und das immer unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung. Das brachte Elmar Henke, der den Vorsitz der Kommission inne hatte, beim Abschlussgespräch im Bürgerhaus Niederwalgern zum Ausdruck. So achten die Aktiven aus verschiedenen Vereinen und Gruppen immer darauf, wie das Geschaffene erhalten und gepflegt werden kann, unter anderem auch durch Patenschaften.

Am Freitag, 21. Juni, war die Kommission zum Bundeswettbewerb von "Unser Dorf hat Zukunft" zu Gast in Niederwalgern.

Die Tour durchs Dorf ­zeigte neben vielen Besonderheiten auch einige Neuerungen gegenüber dem letzten Ortsbegang zum Landesentscheid im vergangenen Jahr. So hat das Tretbecken im Natur- und Erlebnispark ein massives Holzdach erhalten. Und neben der Grillhütte in den Alten Gräben steht nun eine tolle neue Schutzhütte. Solche Veränderungen zeigen, dass das Dorf weiter entwickelt wird.

Auch in Sachen Biodiversität. Wobei man auch einräumen musste, dass das Schwalbenhaus neben dem Lern- und Experimentierfeld derzeit unbelegt ist. Hingegen hat die Vogelbeobachtungsstation an den Martinsweihern Untermieter direkt im Beobachtungsraum. Dort zieht eine Bachstelze ihre Jungen auf. Überhaupt verschleierten die verschiedenen Referenten nichts. Sie machten auch darauf aufmerksam, dass das Projekt Dorfladen im klassischen Sinn gescheitert ist und sie auch mehr Schwerlastverkehr erwarten wegen des Logistikzentrums zwischen Niederwalgern und Wenkbach.

Doch zeigten sie auch auf, dass sie nicht aufgeben und an alternativen Modellen arbeiten, was den Dorfladen betrifft, und in Sachen Logistikzentrum auch auf Gespräche und Meinungsaustausch setzen, um etwas für ihren Ort zu erreichen. Wie dem auch sei, am Freitag waren ganz viele Bürger des Ortes aktiv, besetzten die Besuchsstationen oder halfen bei der Organisation mit – quer durch alle Altersgruppen. So war die Teilnahme am Bundeswettbewerb, wie es Ortsvorsteher Hans-Heinrich Heuser sagte, „ein besonderer Tag in der Geschichte des Dorfes“, der gezeigt hat, wie die Dorfgemeinschaft gelebt wird.

von Götz Schaub