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Südkreis Ulla Vaupel übergibt Stab nach 31 Jahren
Landkreis Südkreis Ulla Vaupel übergibt Stab nach 31 Jahren
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20:58 11.09.2021
Der bisherige Vorstand trat komplett zurück: Martin Vaupel (von links), Ulla Vaupel, Hanna Schünemann und Ruth Kurz.
Der bisherige Vorstand trat komplett zurück: Martin Vaupel (von links), Ulla Vaupel, Hanna Schünemann und Ruth Kurz. Quelle: Götz Schaub
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Niederweimar

Am 14. Juni las Daniel Speck im Rahmen des Marburger Literaturfrühlings nicht in, aber doch an der Alten Kirche Niederweimar, genauer gesagt im dazugehörigen Garten. Das ließ wieder hoffen, dass das Kulturleben nach den Corona-Monaten wieder in Gang kommt, doch dabei sollte es dann doch erst einmal bleiben. Nichtsdestotrotz hat sich jetzt etwas getan.

Der Verein, der die Kirche sonst kulturell mit Leben füllt, der Kultur- und Förderverein Alte Kirche Niederweimar, hielt dieser Tage seine Jahreshauptversammlung ab. Und da vollzog sich nun, was 2018 angekündigt wurde: Ulla Vaupel trat als langjährige Vorsitzende zurück und mit ihr der gesamte Vorstand. Bewusst gewollt, um einer neuen Generation Platz in der Verantwortungsreihe zu machen. Und es wurden auch schon im Vorfeld der Versammlung Menschen gefunden, die es sich zutrauen und gerne übernehmen möchten. So gestaltete sich die Neuwahl des Vorstandes recht einfach, alle vier Posten konnten besetzt werden.

82 Mal als Standesamt genutzt

Zuvor nutzte Ulla Vaupel noch einmal die Gelegenheit, auf die vergangenen zweieinhalb Jahre zurückzublicken. 2019 gab es noch viele erfolgreiche Veranstaltungen, für 2020 war dann schon alles organisiert, doch Corona machte es unmöglich, das Programm umzusetzen. „Das Gebäude war dann sowieso von Gemeindeseite aus gesperrt und niemand von uns hätte auch die Verantwortung übernehmen können, hier etwas zu veranstalten“, sagte Ulla Vaupel. Und doch geschah 2020 etwas Außergewöhnliches: Den Künstlerinnen und Künstlern, denen man absagen musste, konnte man dann doch eine finanzielle Zuwendung zukommen lassen.

Einfach so, aus Solidarität. Wie war das möglich? Der Verein, der traditionell keinen Eintritt zu seinen Veranstaltungen verlangt, finanziert die Gagen in der Regel über Mitgliedsbeiträge und Spenden. Und: „Wir hatten gute Einnahmen“, informierte Vaupel. Trotz Corona wurde die Alte Kirche im vergangenen Jahr 82 Mal als Standesamt also für Trauungen genutzt, wenn auch manchmal nur mit fünf weiteren Gästen neben dem Brautpaar.

Einige Dankesschreiben erhalten

Da die Kasse des Vereins also sehr solide gefüllt war, war es für den Verein klar, den Künstlerinnen und Künstlern, die wegen Corona nirgends auftreten konnten, zu helfen. Diese Geste wurde sehr dankbar angenommen, Ulla Vaupel verlas einige erhaltene Dankesschreiben.

Der Verein investierte zudem noch in die Ausstattung und in die Gartenpflege. So mussten über Fachfirmen auch Pflanzen entfernt werden, die sich an Nachbargebäuden Territorien erschlossen hatten. Dem neuen Vorstand gab Vaupel auch noch einen Auftrag mit, nämlich die guten und freundschaftlichen Kontakte zum Arbeitskreis Landsynagoge Roth weiter zu nutzen und auszubauen. Ulla Vaupel arbeitete nun 33 Jahre im Vorstand mit, 31 Jahre davon als Vorsitzende.

33 Jahre Vorstandsarbeit

Dass sie da unzählige Kontakte besitzt, ist nur natürlich und so will sie gerne dem neuen Vorstand bei den Planungen der Veranstaltungen zur Seite stehen. Vaupel sagte aber auch, dass der neue Vorstand durchaus seine eigenen Ideen mit einbringen soll und muss. Und dann hofft sie darauf, dass der für 2020 gemachte Vorschlag der Gemeinde Weimar, mit der man auch immer gut zusammengearbeitet habe, erneuert wird, den Weihnachtsmarkt im Alten Dorf stattfinden zu lassen. 2020 musste er ausfallen, vielleicht gehe ja was in diesem Jahr, aber ganz sicher doch 2022.

Nach 33 Jahren Vorstandsarbeit dauerte die Rückschau Vaupels schon etwas länger, sie bedankte sich schließlich noch bei sehr vielen Weggefährten und bei einer Person, die sich tatsächlich noch viel länger, nämlich seit 1984 dafür einsetzt, dass der Garten an der Kirche schön und einladend aussieht. Damit meinte sie Hilde Brusius. Mit Ulla Vaupel verließen ihre Stellvertreterin Hanna Schünemann, Kassierer Martin Vaupel und Schriftführerin Ruth Kurz den Vorstand. Einstimmig bei eigener Enthaltung wurden gewählt: Vorsitzender: Norbert Rechlin, stellvertretende Vorsitzende: Heike Pirsig-Knake, Kassiererin: Ulrike Heß und Schriftführer: Ralf Petri.

Von Götz Schaub

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