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Südkreis Sugar Sisters holen Silber
Landkreis Südkreis Sugar Sisters holen Silber
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12:52 09.08.2020
Alina Schaumburg (von links), Miriam Anna Umhauer und Isabel Flössel sind „The Sugar Sisters“ Quelle: Petra Budinger
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Wittelsberg

Hochschwanger stellte sich die in Wittelsberg lebende Sängerin Alina Schaumburg mit ihren Kolleginnen Miriam Anna Umhauer aus Heppenheim und Isabel Flössel aus Neu Anspach der Jury bei den 24. World Championships of Performing Arts, die traditionell in Los Angeles stattfinden. Gemeinsam sind die drei „The Sugar Sisters“.

Jetzt hat Alina Schaumburg gleich doppelt Grund zur Freude: Einmal über Silber im Gesang bei Weltmeisterschaften der darstellenden Künste und noch viel mehr über die Geburt ihrer Tochter Tilda Bo, die mitten in den „Wettkämpfen“ geboren wurde. „Mir geht es wunderbar. Wir genießen gerade die Zeit zu zweit“, sagte Alina Schaumburg der OP.

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Kennengelernt haben sich die drei Sängerinnen 2014 bei den Burgfestspielen in Bad Vilbel. Dort traten sie gemeinsam in dem Musicalhit „Sugar – Manche mögen’s heiß“ auf. Schnell war ihnen klar, dass die künstlerische Zusammenarbeit weiter gehen sollte „und der Name ’The Sugar Sisters’ ergab sich von selbst“, so Miriam Anna Umhauer.

Hochschwanger bei den Aufnahmen

Seither gehen die Zucker-Schwestern mit Klassikern wie „In the mood“, „Hold tight“ und „Bei mir bist du scheen“ aus der Ära der beliebten Andrew Sisters auf Tournee. Es ist natürlich nicht das einzige Standbein der drei Sängerinnen, aber ein zunehmend erfolgreiches.

Schon im vergangenen Jahr traten sie bei den World Championships of Performing Arts an, einer Art Talentschmiede für junge Künstler. Damals gewannen sie gegen eine Konkurrenz aus rund 70 Ländern in vier Kategorien zweimal Gold und zweimal Silber.

In diesem Jahr fanden die Weltmeisterschaften der darstellenden Künste wegen der Corona-Pandemie in abgespeckter Version statt. Die von einer Jury ausgewählten Teilnehmer sandten Videos ein. „Wir haben sie bei uns Zuhause in Wittelsberg aufgenommen. Das war für mich leichter, ich war ja schließlich schon hochschwanger“, sagt Alina Schaumburg.

Viele Konzerte wurden abgesagt

Dafür nutzten sie nicht einmal aufwendige Technik – den „Sugar Sisters“ reichten ein Handy und ein Stativ. Gleichwohl verzauberten sie die Jury mit dem A-cappella-Song „Say Si Si“ der Andrew Sisters und einer laut Alina Schaumburg „etwas aufgepimpten“ Version des Titanic-Hits „My Heart Will Go On“ von Céline Dion.

Die Corona-Pandemie hat auch die Pläne des Trios stark beeinträchtigt. Viele Konzerte wie der im September geplante Auftritt in der Waggonhalle wurden abgesagt. „Bei mir ist, Gott sei Dank, gar nicht so viel geplatzt, ich hatte die Babypause ohnehin eingeplant“, sagt Alina Schaumburg.

Sie habe als Gesangslehrerin online weiterarbeiten können. Und ihr Mann, der Schauspieler Brix Schaumburg, nach eigenem Bekunden „Deutschlands erster offiziell geouteter transgender Schauspieler“, dreht wieder.

Absagen musste Alina Schaumburg vorerst ihre Rolle als Maria Magdalena in dem Waggonhallen-Musical „Jesus Christ Superstar“. Sie hofft, dass sie ab Januar wieder dabei ist. „Wir haben Glück im Unglück gehabt“, sagt sie. Die Auftritte mit den „Sugar Sisters“ fehlen ihr trotzdem.

Von Uwe Badouin