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Südkreis Kreis-Vertrag wird nicht unterschrieben
Landkreis Südkreis Kreis-Vertrag wird nicht unterschrieben
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18:58 24.11.2019
Seit dem Abbruch der ehrenamtlichen Arbeiten müssen Beltershäuser, die den gegenüberliegenden Wirtschaftsweg zu Fuß erreichen wollen, entweder an dieser Stelle über die Leitplanke klettern oder von oben kommend gleich an der Straße entlang gehen.  Quelle: Götz Schaub
Beltershausen

Die „Steg-­Saga“ geht in eine neue Runde. Geht es nach dem Landkreis, ist es die letzte, die dann endlich zu einem Ergebnis führen soll. Doch danach sieht es nicht aus. Der Sachstand: Der Landkreis hat eine Verwaltungsvereinbarung ausgearbeitet und der Gemeinde Ebsdorfergrund bereits mit den Original-Unterschriften von Landrätin Kirsten Fründt und des Ersten Kreisbeigeordneten Marian Zachow versehen, an die Gemeinde Ebsdorfergrund geschickt.

Nun soll Bürgermeister Andreas Schulz die Vereinbarung ebenfalls unterschreiben und dann die daraus resultierenden Dinge auf den Weg bringen. Was konkret? Eine legale Querungshilfe vom vorhandenen Gehweg, der parallel zur K 41 verläuft, über einen kleinen Graben zu bauen, so dass man dann über die K 41 zu Fuß auf einen Wirtschaftsweg gelangen kann, der zum Friedhof des Dorfes führt.

Aber Halt, da ist ja noch immer die Leitplanke im Weg, die die ganze Geschichte ausgelöst hat. Na ja, die wird dann dort einfach sanft, also nach unten abgerundet enden und den Weg auf die Straße wieder frei machen. In der Verlängerung Richtung Bürgerhaus, soll sie dann wohl wieder abgebaut werden.

Alles Vorbereitete soll zurückgebaut werden

Nun soll der Übergang aber nicht mehr exakt dort sein, wo er bisher war und wo auch schon Erneuerungsarbeiten auf ehrenamtlicher Basis ausgeführt wurden, sondern etwas verrückt, so dass er direkt gegenüber des Wirtschaftsweges liegt. Alles was bisher vorbereitet wurde, soll zurückgebaut werden, inklusive des Rohrs, was anschließend einen größeren Durchmesser erhalten soll.

„Dann haben wir da einen Hubbel drin“, sagt ­Johannes Block schon etwas trotzig. Ihm erschließt es sich auch nicht, warum das Rohr jetzt größer sein muss. Nun, hätte es diese Anzeige von Hessen Mobil nicht gegen ihn gegeben, hätte sich der Ortsbeirat noch einmal dazu durchgerungen, die Arbeiten neu in Angriff zu nehmen. So aber nicht mehr.

Man sei nur und ausschließlich wieder dabei, wenn an der bisherigen Stelle die Arbeiten einfach zu Ende geführt werden dürfen, lautet der Beschluss des Ortsgremiums. Diese Entscheidung respektiert der Gemeindevorstand Ebsdorfergrund und fasste den Beschluss, sich dem Votum des Ortsbeirats anzuschließen. Da somit keine ehrenamtlichen Kräfte mehr zur Verfügung stehen, wird Schulz den Vertrag nicht unterschreiben, sondern an den Kreis zurückschicken, verbunden mit der Aufforderung, dass der Kreis die Arbeiten selbst in Auftrag geben soll, schließlich handele es sich ja auch um ein Kreisgrundstück.

Kreis will Verantwortung an die Gemeinde geben

Schulz agiert nun so, weil bei einem Ortstermin im September, an dem Johannes Block nicht teilnehmen konnte, er es so verstanden hatte, dass die Arbeiten von Ehrenamtlern fortgeführt werden können. Wenn diese nun nicht mehr wollen, sei es in letzter Konsequenz Sache des Kreises, die Arbeiten in Auftrag zu geben.

Die vom Kreis formulierte ­Verwaltungsvereinbarung kann sich aber auch ganz anders lesen lassen. In keiner Zeile wird dort darauf Bezug genommen, dass die Arbeiten von Ehrenamtlern ausgeführt werden können beziehungsweise müssen. Im Grunde heißt es, dass die Gemeinde Ebsdorfergrund die Querungshilfe herstellt und dabei alles zu regeln hat: Sie soll alle Genehmigungen einholen, für die verkehrsmäßige Sicherung der Baustelle und am Ende für die ordnungsgemäße Abnahme durch die Marburger Straßenmeisterei sorgen. Ferner soll die Gemeinde danach für die Pflege, den Erhalt und auch für eine ­Erneuerung zuständig sein.

Konkret heißt es zudem: „Von allen Ansprüchen Dritter, die während der Durchführung der Arbeiten oder die aufgrund des Bestehens der Querungsstelle geltend gemacht werden, stellt die Gemeinde den Kreis und Hessen Mobil sowie deren Beschäftigte frei.“ Dass tatsächlich eine Anzeige gegen ihn erfolgt ist, hat Johannes Block schwer getroffen wie auch die Vorwürfe, er habe eigenmächtig Schrauben an der Leitplanke gelockert, was er vehement zurückweist. Er habe einfach nur im Sinne der Dorfbewohner schnell helfen wollen. Jetzt ist es am Landkreis, die neue Situation zu überdenken und zu einer Entscheidung zu kommen.

„Das ist alles sehr bedauerlich, die Arbeiten könnten schon erledigt sein“, sagt Bürgermeister Schulz. Und so kommt es immer wieder zu den Szenen, die man eigentlich mit dem Steg und den Durchlass zur K 41 verhindern wollte: Menschen, die aus dem neuen Dorfteil ins Feld beziehungsweise Richtung Friedhof laufen, gehen etwa 100 Meter direkt am Fahrbahnrand der K 41 entlang oder steigen umständlich an der unvollendeten Baustelle über die im Juni vom Landkreis errichtetete Leitplanke.

von Götz Schaub