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Südkreis Frische Wege für Autos und Räder in Hachborn
Landkreis Südkreis Frische Wege für Autos und Räder in Hachborn
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09:30 14.04.2022
Vertreter von Gemeinde und Firma am künftigen Radweg im Südwesten von Hachborn. Dort ist eine Zufahrt für den Windpark von Staufenberg, der nach Abschluss der Bauarbeiten zum Radweg wird.
Vertreter von Gemeinde und Firma am künftigen Radweg im Südwesten von Hachborn. Dort ist eine Zufahrt für den Windpark von Staufenberg, der nach Abschluss der Bauarbeiten zum Radweg wird. Quelle: Fotos: Ina Tannert
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Hachborn

In Hachborn passiert gerade einiges, nicht nur erhält die stellenweise löchrige Ortsdurchfahrt eine Schönheitskur, auch ein neuer Radweg ist in Planung, der praktisch auf kurzem Dienstweg und nur wegen des Windparks von Staufenberg entsteht.

Am nordwestlichen Ortsrand ist das Doppel-Projekt zumindest schon zu erahnen – zuletzt ist dort neben der Kreisstraße 45 ein besonders breiter, geschotterter Weg gen Süden in Richtung Ilschhausen entstanden.

Es ist eine extra gestaltete Zufahrt, die etwa der Schwerlastverkehr nutzen kann. Denn über diese Strecke werden einmal Einzelteile von Windrädern in Richtung Staufenberg transportiert, von Teilen der Außenhülle bis zum Flügel. Die sind gedacht für den geplanten Windpark in der Nachbarkommune, mit der Ebsdorfergrund nicht zum ersten Mal zusammen arbeitet.

Drei Anlagen sollen im Staufenberger Stadtwald entstehen und in kommunaler Hand betrieben werden. Der Bau beginnt im Mai oder Juni und die Windräder werden dabei nah an der Grenze zu Marburg-Biedenkopf und den Gemeinden Fronhausen und Ebsdorfergrund stehen.

Um diese errichten zu können, braucht es geeignete Zufahrtswege, die über Gemeinde- und Kreisgrenzen reichen. Nur was passiert, wenn die Wege nicht mehr gebraucht werden? Bevor dieser 400 Meter lange Streckenteil komplett zurückgebaut wird, soll er zum Radweg werden.

Vertreter von Gemeinde und Firma am künftigen Radweg im Südwesten von Hachborn. Dort ist eine Zufahrt für den Windpark von Staufenberg, der nach Abschluss der Bauarbeiten zum Radweg wird. Quelle: Ina Tannert

Diese Vereinbarung hat die Gemeinde Ebsdorfergrund mit der ausführenden Baufirma Max Bögl getroffen. Dazu trat die Kommune auch bereits ein kleines benachbartes Grundstück ab und wird am Ende den zurückgebauten und dann geteerten Weg übernehmen. Die Kosten trägt das Unternehmen, das sich den kompletten Rückbau spart. Am Ende übernimmt die Gemeinde einen kostenlosen, drei Meter breiten Rad- und Wirtschaftsweg, der als Verbindung des Radwegs Lange Hessen und bis nach Staufenberg dient.

Hachborn spart beim Radweg rund 150 000 Euro

„Wir sparen rund 150 000 Euro und alle haben was davon“, freut sich Bürgermeister Andreas Schulz über den Deal. Etwa ab Herbst dieses Jahres soll der Weg zurückgebaut und die Teerdecke aufgebracht werden.

Vorher bereits geht es auch innerorts um ein Bauprojekt, über das viele Hachborner erleichtert sein dürften: Die teils stark angegriffene Ortsdurchfahrt wird grundhaft saniert. Die ersten Arbeiten dazu haben schon begonnen, zugleich soll ein Gehweg entstehen.

Die Ortsdurchfahrt von Hachborn wird erneuert. Wassermeister Stanislaw Kurilenko (von links), Bürgermeister Andreas Schulz und Bauunternehmer Heinrich Grau stellten die Pläne vor. Quelle: Ina Tannert

Auf der Seite auf Höhe des Aldi-Marktes bis zum Einmündungsbereich „In der Struth“ wird ein Bordstein gebaut. Bisher gab es den nur auf der gegenüberliegenden Seite. Nun, da das dortige Sägewerk aber den Betrieb eingestellt hat und damit keine schweren Lkw mehr einen möglichen Bordstein beschädigen, könne ein solcher auf einer Breite von eineinhalb Metern errichtet werden. Damit wird die Fahrbahn ein Stück weit auch verengt, ein gewollter Nebeneffekt: „Es soll für die Fußgänger sicherer werden“, betont Schulz.

Das noch asphaltierte Wegestück dahinter soll zudem mit tatkräftiger Unterstützung der Anwohner ebenfalls gepflastert werden. Pflaster wird laut Schulz zudem an jeder Kreuzung verlegt, um diese einerseits optisch abzuheben, andererseits den Verkehr etwas abzubremsen.

Straßensanierung wird ohne Vollsperrung vollzogen

Das gesamte Bauprojekt für die neue Ortsdurchfahrt kostet rund 750 000 Euro, etwa zwei Monate lang solle gebaut werden. Gute Nachricht für Verkehrsteilnehmer: Das Ganze kommt ohne Vollsperrung aus. Da immer nur auf einer Seite erneuert wird, kann die andere wie gewohnt genutzt werden.

Von Ina Tannert