Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Südkreis Reis und Linsen helfen durch die Pandemie
Landkreis Südkreis Reis und Linsen helfen durch die Pandemie
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:58 18.04.2021
Großer Andrang herrschte im nepalesischen Dapcha bei der Verteilung der durch Spenden finanzierten Lebensmittel.
Großer Andrang herrschte im nepalesischen Dapcha bei der Verteilung der durch Spenden finanzierten Lebensmittel. Quelle: Privatfoto
Anzeige
Dreihausen

Viele Menschen aus der nepalesischen Bergregion Dapcha kennen den kleinen Ort Dreihausen und auch Marburg-Biedenkopf einigermaßen gut, denn zwischen beiden weit entfernten Regionen gibt es schon seit Jahren einen regelmäßigen Austausch.

Zahlreiche Menschen aus dem Landkreis unterstützen den Dreihäuser Wilfried Moderer bei dessen privat organisierten Nepal-Spendenprojekten, die auch in Pandemiezeiten weiter laufen.

Bildungsprojekte in Dapcha

Moderer fördert seit mehreren Jahren mithilfe vieler Spender Bildungsprojekte in Dapcha und unterstützt seit dem schweren Erdbeben in 2015 die dort lebende Bevölkerung, etwa verarmte Familien, alleinstehende Frauen oder Schulkinder. Auf diesem Wege erhielten bereits zwei Schulen vor Ort mehrere Computer und Arbeitsmittel für den Unterricht.

Moderer reist regelmäßig selber nach Nepal, überprüft die Spendenaktionen und initiiert vor Ort neue Projekte. Zuletzt sollte eigentlich die medizinische Versorgung der Bergdörfer verbessert, ein Augenarzt und mehr als 1.000 Brillen für die Bevölkerung finanziert werden. Corona verhinderte jedoch das Projekt bisher, alleine die logistische Durchführung ist derzeit nicht umsetzbar, berichtet Moderer.

Spendenaktion vor Ort

Statt dessen disponierte er um und startete eine Lebensmittel-Hilfsaktion für Nepal. Im Vorfeld hatte er mithilfe seines nepalesischen Freundes Rohit Tamang, der die Spendenaktionen vor Ort betreut, eine Bestandsaufnahme durchgeführt, welche Menschen durch die Folgen des Erdbebens und dann durch die Pandemie in Not geratenen sind. Das Ergebnis: Vor allem 2.250 Einwohner, 350 davon sehr arm und 85 alleinstehende Frauen, seien besonders betroffen.

Um diesen unter die Arme zu greifen, sammelte Moderer erneut Spenden. „Unser gemeinsames Ziel war es, jeder bedürftigen Familie beziehungsweise Person ein Lebensmittelpaket mit Reis, Linsen und anderen lebensnotwendigen Dingen im Wert von 25 Euro zu übergeben“, berichtet Moderer. Insgesamt kamen 7.500 Euro an Spenden zusammen.

Pakete werden verteilt

Vor wenigen Tagen wurden die Pakete durch zahlreiche Helfer organisiert und nun in den Dörfern an Bedürftige verteilt, „über 500 Menschen waren anwesend und haben die Aktion mit großem Interesse und Dankbarkeit verfolgt“, freut sich Moderer.

Er wolle trotz Corona weiter aktiv sein können, „gerade wegen der Pandemie ist es wichtig gewesen, meine Aktivitäten für unsere Spendenprojekte nochmals zu aktivieren – auch in Nepal hat Corona viel Leid und Elend gebracht“. Er wolle dem langjährigen Projekt nun erst recht „einen neuen Anstoß geben“ und das sei nun mit vielen treuen Unterstützern gelungen, denen er ein großes Dankeschön ausspricht.

Von Ina Tannert

16.04.2021
13.04.2021