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Südkreis Schüler legen sich ins Zeug
Landkreis Südkreis Schüler legen sich ins Zeug
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13:58 27.05.2021
Schülerinnen und Schüler der Gesamtschule Niederwalgern beim Spendenlauf für die Peru-Hilfe im letzten Jahr. Bedürftige in Chosica in Peru können durch die Spendengelder mit Lebensmitteln versorgt werden.
Schülerinnen und Schüler der Gesamtschule Niederwalgern beim Spendenlauf für die Peru-Hilfe im letzten Jahr. Bedürftige in Chosica in Peru können durch die Spendengelder mit Lebensmitteln versorgt werden. Quelle: Privatfoto
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Fronhausen

Lockdown-Frust, ein Hin und Her an den Schulen, die häufig wechselnde Unterrichtssituation – einfach war das letzte und ist dieses Jahr für Schülerinnen und Schüler nun wirklich nicht. Doch ließen sich zahlreiche Kinder und Jugendliche nicht davon abhalten, etwas für den guten Zweck zu tun.

Die Gesamtschule Niederwalgern (GSN), das Gymnasium Philippinum und die Käthe-Kollwitz-Schule haben trotz Pandemie Geld für bedürftige Menschen in Peru gesammelt und kommen gemeinsam auf die stolze Summe von insgesamt 21 831 Euro. Davon profitiert der Verein Peru-Projekt Chosica mit Sitz in Fronhausen, der mit den Spenden bedürftige Familien in Peru unterstützt.

An der GSN musste zwar der traditionelle Peru-Abend ausfallen, doch konnten durch den jährlichen Spendenlauf im Herbst 2020, den die Fachschaft Sport durchgeführt hat, mehr als 15 000 Euro eingenommen werden. Auch die parallele Pfandflaschen-Aktion für Peru fand wieder statt – die Rückgabe der von den Schülern gesammelten Flaschen brachte mehr als 800 Euro. Über das Engagement freut sich der gemeinnützige Verein, der vor einigen Jahren überhaupt erst durch das lange schulische Engagement für Peru entstand – seit 1994 fördert die GSN verschiedene Projekte in dem südamerikanischen Land.

Seit einigen Jahren sind weitere Schulen im Boot: Zwar musste auch das letzte Weihnachtskonzert des Philippinums abgesagt werden, doch auch an dem Gymnasium wurde ein Spendenlauf durchgeführt und ebenfalls Pfandgut gesammelt. Auch über den Peru-Infostand am Grundschul-Erkundungstag kamen Spenden hinzu und so insgesamt 5 600 Euro zusammen.

An der Käthe-Kollwitz-Schule wiederum wurden in der Vorweihnachtszeit Kränze, Karten und Gebäck statt auf dem – ebenfalls ausgefallenen – Adventsmarkt einfach innerhalb der Schule verkauft. Dadurch flossen weitere 800 Euro aufs Spendenkonto.

Pandemie bedroht die Grundversorgung

Die Unterstützung der Schulen ist maßgeblich für die Peru-Hilfe, „der Einsatz ist bewundernswert, wir finden das ganz toll, was die Schüler, Eltern und Sponsoren geleistet haben“, lobt Felizitas Küster, erste Vorsitzende von Peru-Projekt Chosica.

Peru ist eines der ärmsten Länder Südamerikas, auch in Chosica, einer 120 000 Einwohner zählenden Stadt 40 Kilometer von Lima entfernt, sind die Elendsviertel geprägt von Arbeitslosigkeit, Hunger, fehlender Bildung und Gewalt.

Die Vereinsarbeit vor Ort liegt normalerweise vor allem im pädagogischen Bereich, wie der Unterstützung von Kindergärten oder der Ausbildungsförderung. Wegen Corona konzentriert sich die Hilfe derzeit aber ausschließlich auf die Versorgung der Menschen mit Lebensmitteln. Denn durch die Pandemie sind die bereits benachteiligten Familien noch stärker von Armut betroffen.

Sie verdienen sich ihren Lebensunterhalt durch Straßenverkäufe und Gelegenheitsarbeiten – durch Lockdown, Ausgangssperren und geschlossene Läden brechen nun die Einkünfte weg, „die Leute hungern, sie haben keine Möglichkeit, an Lebensmittel zu kommen, gerade für die alten Menschen ist das katastrophal“, berichtet Felizitas Küster.

Der Ort Chosica sei stark betroffen, die medizinische Versorgung miserabel, Schulen und Kindergärten sind geschlossen. Digitaler Unterricht für die Schüler sei unmöglich, da es den Schulen an medialer Ausrüstung fehle.

Bedürftige in Chosica in Peru können durch die Spendengelder mit Lebensmitteln versorgt werden. Quelle: Privat

Die Spenden fließen in die Grundversorgung der Familien, für die der Verein noch weitere Mittel brauche, da im Schnitt monatlich allein 3 000 Euro benötigt werden, um die schlimmste Not zu lindern. Deshalb sei die Unterstützung durch die Schulen so wichtig.

Der Verein richtet einen großen Dank an die aktiven Schüler, deren Eltern und Verwandten, die Lehrkräfte wie Schulleitungen, die trotz Pandemie die Spendenprojekte weiter fördern.

„Auf diese Weise verankern sie das soziale Engagement im Selbstverständnis der Schulgemeinde und alle tragen dazu bei, die Not in Chosica ein wenig zu lindern.“

Weitere Informationen unter www.peru-projekt.org

Von Ina Tannert