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Südkreis Neue Schilder sind „einziges Zugeständnis“
Landkreis Südkreis Neue Schilder sind „einziges Zugeständnis“
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07:59 20.11.2019
Warnschilder weisen bei Sichertshausen nun auch auf Radfahrer hin. Links von der Straße fordern Anwohner mit eigenen Schildern eine Beschränkung auf Tempo 50. Quelle: Ina Tannert
Fronhausen

Auf der Kreisstraße 61 zwischen dem nördlichen Eingang von Sichertshausen und der Zufahrt aus Richtung Bellnhausen von der L3048 aus herrscht kein Tempolimit, der motorisierte Verkehr kann bis zu 100 Stundenkilometer schnell fahren.

Dabei kreuzt am Rande des Ortes der Lahnradweg den Streckabschnitt. Weder Radler noch Autofahrer wurden bislang aufeinander aufmerksam gemacht. Nun brachte die Gemeinde zwei neue Schilder auf, die an der Durchfahrt auf möglichen Radverkehr hinweisen.

Schön und gut, nach Meinung des Ortsbeirats Sichertshausen aber nicht genug. Der Streckenabschnitt steht seit Jahren in der Kritik, neben Warnschildern wird im Ort ein Tempolimit gefordert. Auch während der letzten Sitzung der Gemeindevertretung kam das Thema wieder auf den Tisch.

Gerangel um Zuständigkeit

Um die Querung zwischen Rad- und motorisiertem Verkehr drehte sich eine kleine Anfrage der SPD-Fraktion, welche die Strecke als „Gefahrenstelle“­ wertet. Seit Jahren habe der Ortsbeirat bereits auf eine „Entschärfung“ auf diesem Stück der ehemaligen B3 hingewirkt, bislang ohne Erfolg.

Denn: Ungeklärt war bisher die Zuständigkeit in dieser Sache, „bisher gingen alle Beteiligten davon aus, dass die Entscheidungshoheit über die Angelegenheit bei Hessen Mobil beziehungsweise beim Kreistag liegt“, heißt es im Antrag. Im September kam jedoch während der Fragestunde in der Kreistagssitzung heraus, dass die Kommune für die Beschilderung der außerhalb liegenden Kreisstraße zuständig ist.

Hessen Mobil: Es ist noch nichts passiert

Einige Tage nach der Sitzung des Parlaments von Fronhausen standen die neuen Schilder, die Gefahrenstelle beseitigt würde damit jedoch nicht, „Schilder reichen nicht aus, wir brauchen ein Tempolimit“, betonte SPD-Fraktionschef Günter Majewski. Darüber könne die Gemeinde wiederum auf der Kreisstraße nicht entscheiden, die Beschilderung an sich waren da schon „das einzige Zugeständnis“, ­argumentierte Bürgermeisterin Claudia Schnabel.

Gerade weil Hessen Mobil was die Beschilderung von Straßen angeht, zurückhaltend agiere, zumal auf der Strecke bislang, „trotz Hunderter Radfahrer“ noch nichts passiert sei, so die Begründung.

Kreis kündigt Verkehrsschau an

Das Straßenstück werde zwar gut vom Radverkehr frequentiert – vonseiten des motorisierten Verkehrs nutzten hauptsächlich die Sichertshäuser die Strecke. Dieser Erklärung des Landesbetriebs konnte sich Majewski nicht anschließen, „viele nutzen die Umgehung der alten B3“, hob er hervor. Er schlug vor, dass die Gemeinde nochmals an den Kreistag herantreten und das Thema Tempolimit ins Spiel bringen solle.

Der Kreis habe bereits verlauten lassen, sich dafür einzusetzen, dass die Querung auf der Themenliste der nächsten großen Verkehrsschau 2020 landet.

von Ina Tannert