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Südkreis Ab aufs Rennrad für kranke Kinder
Landkreis Südkreis Ab aufs Rennrad für kranke Kinder
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13:58 06.09.2021
Vater und Sohn beim Training: Norbert und Jannik Böth aus Wenkbach fahren gemeinsam bei der Glückstour der Schornsteinfeger mit, um Spenden für kranke Kinder zu sammeln.
Vater und Sohn beim Training: Norbert und Jannik Böth aus Wenkbach fahren gemeinsam bei der Glückstour der Schornsteinfeger mit, um Spenden für kranke Kinder zu sammeln. Quelle: Ina Tannert
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Wenkbach

Nur noch ein paar Tage sind es bis zu der großen sportlichen und auch emotionalen Herausforderung, die Norbert und Jannik Böth als Vater-Sohn-Duo bestreiten wollen. Da ganze Jahr über trainieren beide schon auf den Rennrädern, „mittlerweile muss ich mich ganz schön anstrengen, wenn er will, zieht er mich ab“, verrät Norbert Böth lachend und schaut den Sohn stolz an.

Der 20-Jährige hält sich auf dem Sattel oder beim Tennis fit, tritt in diesem Jahr gemeinsam mit dem Vater in die Pedale und nimmt zum ersten Mal und als jüngster Teilnehmer an dem Spendenevent teil. Beide sind fit und nun bereit für die 1.000 Kilometer, die sie gemeinsam mit weiteren Glückstour-Fahrern auf sich nehmen.

Im Rahmen der Glückstour

Das Ziel: Spenden sammeln für schwerkranke Kinder. Zum 16. Mal radeln Schornsteinfeger aus der ganzen Republik im Rahmen der Glückstour quer durchs Land, auf ihrem Weg verteilen sie Spendengelder aus dem letzten Jahr an verschiedenste Initiativen, Vereine der Kinderkrebshilfe und Kliniken. Zugleich sammeln sie neue Spenden von Organisationen, Privatleuten oder Unternehmen und Sponsoren, um das Geld wiederum im Folgejahr verteilen zu können. Das Event gilt als eines der größten von privat organisierten Spendenaktionen Deutschlands.

Eigentlich wollten Vater und Sohn schon im vergangenen Jahr gemeinsam teilnehmen, wegen der Pandemie musste das Event allerdings virtuell ablaufen, dennoch wurde ein neuer Spendenrekord erzielt, nachdem viele Sponsoren und Schornsteinfeger ihre Spendengelder einfach nochmal aufgestockt hatten. Insgesamt können in diesem Jahr 230.000 Euro an Spenden verteilt werden.

Event startet am 7. September

Es ist der hohe Einsatz zahlreicher Kollegen aus ganz Deutschland und eines wachsenden Unterstützerkreises für die Kinderkrebshilfe, den beide so schätzen, „wir wissen alle, für wen wir das machen, es erdet einen total und man ist einfach froh, dass es uns gut geht, andere haben dieses Glück nicht“, betont Norbert Böth. Nun kehrt die Glückstour des Schornsteinfegerhandwerks zurück auf die Straße, das Event läuft vom 7. bis zum 14. September.

Vater und Sohn beim Training: Norbert und Jannik Böth aus Wenkbach fahren gemeinsam bei der Glückstour der Schornsteinfeger mit, um Spenden für kranke Kinder zu sammeln. Quelle: Ina Tannert

Die Strecke führt dieses Mal von Dietmannsried bei Kempten (Allgäu) in Bayern über Ulm, Stuttgart, Heidelberg, Kaiserslautern, Trier, Zell an der Mosel und bis nach Mainz. Vor zwei Jahren begleitete Jannik Böth schon einmal eine Etappe als Tagesgast, freut sich nun, die gesamte Tour über mit dabei zu sein, „es hat schon beim letzten Mal Spaß gemacht und es ist für den guten Zweck, ein guter und wichtiger Grund“.

Freigestellt für Teilnahme

Für die Fahrt opfern Vater und Sohn viel Zeit und Geld, der selbstständige Schornsteinfegermeister nimmt zum siebten Mal teil, legt jedes Jahr seinen Urlaub in die Glückstour-Zeit, Schornsteinfeger-Geselle Jannik wurde von seinem Chef extra für die Teilnahme freigestellt.

Für Kost und Logis kommen alle Fahrer selber auf, mit Begleitern und Helfern besteht der Tross aus rund 40 Personen. Entlang der Strecke Übernachtungsmöglichkeiten zu finden, war nicht einfach, wegen der Pandemie ist das Hygienekonzept streng, es war mehr Planung nötig als üblicherweise. „Wir hatten aber Glück, sogar ein Internat öffnet extra für uns für eine Nacht“, freut sich der 20-Jährige.

Emotionen sind ein Thema

Es dürften anstrengende, ebenso ergreifende Momente werden, die Vater und Sohn miterleben, wenn die Fahrer an zahlreichen Stationen öffentlich die Spendengelder an die Organisationen übergeben, Kranke, Familien und Helfer besuchen. Emotionen sind bei dem Thema stets mit im Spiel. Das bekommt der Sohn über den Vater schon mit, seit er 13 Jahre alt ist, erfuhr von den Schicksalen von Kindern, die in seinem Alter schwer an Krebs erkranken.

Die Organisationen und Initiativen, die sich um betroffene Kinder und deren Familien kümmern, sind auf Spenden angewiesen, profitieren von dem Event, das zugleich auf die große Bedeutung der Kinderkrebshilfe aufmerksam macht.

Arbeit der Krebshilfe im Vordergrund

„Darum geht es hier eigentlich, die Arbeit der Vereine ist so wichtig – wir fahren nur eine Woche Rad“, betont Norbert Böth. Dieses Jahr werden besonders viele kleine Organisationen bedacht, „die bei Google-Suche nicht gleich auf der ersten Seite stehen, die sind weniger bekannt, leisten aber wichtige Beratungsarbeit“.

Weitere Informationen

Hier gibt's noch mehr zur Glückstour des Schornsteinfegerhandwerks.

Von Ina Tannert

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