Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Südkreis Scheune und Ställe fallen den Flammen zum Opfer
Landkreis Südkreis Scheune und Ställe fallen den Flammen zum Opfer
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:24 10.04.2022
Samstagmorgen fing aus noch ungeklärter Ursache eine Scheune der „Rettungsarche“ in der Straße Brückeberg in Dreihausen Feuer.
Samstagmorgen fing aus noch ungeklärter Ursache eine Scheune der „Rettungsarche“ in der Straße Brückeberg in Dreihausen Feuer. Quelle: Sören Waldeck/Feuerwehr Dreihausen
Anzeige
Dreihausen

Noch am Samstagnachmittag (9. April) durchzieht ein scharfer Brandgeruch die Straße Brückeberg in Dreihausen, wo Stunden zuvor am frühen Morgen eine große Scheune in Flammen aufgeht. Gegen vier Uhr geht der Alarm ein, die Feuerwehren aus Ebsdorfergrund rücken zum Großeinsatz aus. Die Feuerwehrkollegen aus Fronhausen unterstützen und bringen die Drehleiter mit.

Die ist auch notwendig, um das hohe Gebäude samt Ställen auf der Hofanlage von allen Seiten erreichen zu können. Die alte Scheune steht in Vollbrand, als die Einheiten eintreffen und sich auf dem weitläufigen Gelände verteilen. Direkt daneben ist das Wohnhaus der Suchthilfeeinrichtung „Rettungsarche“, in dem leben die Bewohner und Betreuer, die den großen Hof bewirtschaften.

Auch weitere Anwohner und Wohnhäuser sind nicht weit entfernt, müssen alarmiert und versorgt werden. Menschen werden nicht verletzt. Der Rettungsdienst untersucht alle Betroffenen auf Rauchgasvergiftung, „es waren viele Menschen zu betreuen“, berichtet später Sören Waldeck, Sprecher der Feuerwehr Dreihausen.

Einsatz dauert über acht Stunden

Die Brandschützer agieren zu Dutzenden zwischen den dicht an dicht stehenden Häusern und Nebengebäuden auf dem Hof. Das Dach der Scheune brennt lichterloh und muss von Einsatzkräften von allen Seiten umzingelt werden, die mit zahlreichen Schläuchen gegen die Ausbreitung der Flammen vorgehen. Obwohl einige Gebäude direkt an die Scheune grenzen, greift das Feuer nicht auf diese über: „Die enge Bebauung war eine große Herausforderung, wir mussten die umliegenden Gebäude schützen, das hat funktioniert“, so Waldeck weiter. Nachdem das Wohnhaus einige Zeit gelüftet wird, können die Bewohner zumindest dort auch wieder hinein.

Der Einsatz dauert über acht Stunden, rund 100 Kräfte sind laut Feuerwehr vor Ort, viele mit Atemschutz, dichte Rauschschwaden hängen noch am Morgen über dem Dorf. Selbst Stunden danach qualmt es noch aus dem Scheunendach oder eher schon wieder, nachdem erneut ein Teil Feuer gefangen hat. Kräfte der Feuerwehr Dreihausen rücken am Nachmittag erneut an, löschen und nässen das Dach zum wiederholten Male ein. Da sind die geschockten Bewohner noch immer dabei, soweit es geht aufzuräumen und sich um die verschreckten Tiere zu kümmern.

Von der Wiese daneben ist das Quieken der Schweine zu hören, die vor den Flammen gerettet werden. 14 Tiere sind in aller Eile vorübergehend im Gewächshaus der Einrichtung untergekommen, einige haben Brandverletzungen.

Nicht alle Tiere können gerettet werden

Auch ein paar Rinder und einige Schafe waren in der Scheune untergebracht, die meisten können laut Polizei dem Feuer entkommen. Ein Rind hat sich allerdings so stark verletzt, dass es notgeschlachtet werden muss. Ein Amtsveterinär ist am Samstag ebenfalls im Einsatz, um die Tiere zu begutachten.

Ein Schwein versteckt sich noch Stunden später in dem teils abgebrannten Gebäude, das von der Polizei aus Sicherheitsgründen komplett abgesperrt wird und akut einsturzgefährdet ist. Niemand darf die Scheune vorerst betreten.

Besonders schwer getroffen ist der obere Teil. Dort sind eigentlich einige Hühner und Tauben untergebracht, ein Teil der Tiere hat es wohl nicht nach draußen geschafft. Mehrere Tauben können wegfliegen und kehren später zurück. Bislang steht nicht genau fest, wie viele der Hühner im Feuer umgekommen sind.

Durch den Brand entsteht Totalschaden an der Scheune, die Polizei geht nach einer ersten Schätzung von einem Schaden von 300 000 Euro aus. Die Brandursache steht noch nicht fest.

Von Ina Tannert