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Südkreis Jüngster übernimmt Verantwortung
Landkreis Südkreis Jüngster übernimmt Verantwortung
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00:17 01.04.2019
Werner Böckler (rechts) trat 1996 in die SPD ein und übernahm Verantwortung in der Frak­tion. 18 Jahre war er nun Fraktionsvorsitzender. Der 29-jährige Maximilian Kühn ist bereits seit 15 Jahren SPD-Mitglied und nun bereit, den Staffelstab von Böckler zu übernehmen. Quelle: Götz Schaub
Dreihausen

Maximilian Kühn ist 29 Jahre alt und ein „Grundler“ durch und durch. Er stammt aus Beltershausen, ging in Heskem zur Schule, war an der dortigen Gesamtschule Ebsdorfergrund vier Jahre lang Schulsprecher und begann früh, sich für Politik zu interessieren. Mit 14 Jahren trat er bereits in die SPD ein und war lange Zeit das jüngste Mitglied. Wenn auch nun 29 Jahre alt, ist er immer noch jüngster und zwar in der aktuellen SPD-Fraktion im Gemeindeparlament Ebsdorfergrund.

Dort war er aber keineswegs „Hinterbänkler“, sondern schon stellvertretender Fraktionsvorsitzender. Als Werner Böckler auf eigenen Wunsch sein Amt zur Verfügung stellte, kniff Kühn nicht, sondern stellte sich zur Wahl. „Maximilian Kühn wurde in geheimer Wahl einstimmig zum Nachfolger von Werner Böckler gewählt“, freut sich der Vorsitzende der SPD Ebsdorfergrund Rudolf Claar. Mit diesem Votum ausgestattet tauschte Kühn mit Böckler nun die Stühle. Böckler bleibt in der Fraktion, steht auch gerne mit Rat und Tat Kühn zur Seite, doch ungefragt reinreden will er ihm nicht. „Ich bin froh, dass wir in Maximilian Kühn einen jungen, dynamischen Nachfolger gefunden haben und bin mir sicher, dass er seinen Weg gehen wird“, urteilt Böckler, der weiterhin Ortsvorsteher von Roßberg bleibt, über Kühn.

Böckler: Ziele wurden erreicht

Er ist sich sicher, dass sein Nachfolger das gute Miteinander im Gemeindeparlament und den Austausch mit den anderen Fraktionen weiterführen wird. Böckler selbst rückt mit großer Zufriedenheit einen Stuhl zurück. Seine Ziele als Fraktionsvorsitzender sieht er eigentlich erreicht. Zum einen war es ihm bei aller politischer Unterschiedlichkeit wichtig, immer die jeweilig zu verhandelnde Sache zu bewerten und die anderen Fraktionen dabei möglichst mitzunehmen. „Wir hatten in der Vergangenheit lange Zeit eine absolute Mehrheit im Parlament, sind aber damit sehr vorsichtig umgegangen“, findet Böckler.

Zum anderen war es ihm wichtig, bei allen Investitionen auch einen effektiven Schuldenabbau zu betreiben. „Wir stehen jetzt faktisch vor der Entschuldung der Gemeinde und haben damit große Spielräume möglich gemacht, unter anderem auch die Abschaffung der Straßenbeitragssatzung“, sagt Böckler, Stolz ist er auch darauf, dass die Wahlkampfversprechen vor den Kommunalwahlen nie leere Versprechen waren, sondern Zug um Zug auch angegangen und umgesetzt wurden. In seiner Ausgabe des SPD-Zukunftsprogramms zur Kommunalwahl 2016 sind 56 Forderungen markiert, die entweder schon umgesetzt wurden oder gerade bearbeitet werden.

Von Kinderbetreuung bis Nahverkehr

Kühn will in der Tat dort ansetzen, wo Böckler aufgehört hat. „Wir bringen jetzt den Schuldenabbau zum Ende und investieren weiter in die Infrastruktur, etwa in die Kinder und Seniorenbetreuung. Gerne möchte Kühn daran mitarbeiten, jungen Menschen aus dem Grund es möglichst schwer zu machen, ihre Heimat zu verlassen – oder anders ausgedrückt – ihnen viele gute Gründe liefern, dass sie ihre Zukunft auch im Grund sehen und bleiben. Generell müsse daran gearbeitet werden, die Nahverkehrsanbindung noch zu verbessern, insbesondere in den Abendstunden.

Kühn, der seit zweieinhalb Jahren auch Vorsitzender des Haupt- und Finanzausschusses der Gemeindevertretung ist, setzt auf offene Worte in den Diskussionen. „Wer mitarbeitet, soll auch seine Meinung sagen dürfen. Denn, wenn niemand mit anpackt, verändert sich auch nichts mehr zum ­Guten“, erläutert Maximilian Kühn. Rudolf Claar und seine Stellvertreterin Ursula Weil-Höll sind sich sicher, dass Kühn viele Impulse setzen wird und mit seinem Einsatz mit dazu beitragen wird, dass das Leben im Grund „lebenswert“ ist und bleibt. Claar weiß, was die SPD an ihm hat: „Es ist leider nicht so selbstverständlich, dass sich junge Menschen so engagieren. Sein Weg zeigt, dass es sich aber auch lohnen kann.“

von Götz Schaub