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Südkreis Filmhochburg Rauischholzhausen
Landkreis Südkreis Filmhochburg Rauischholzhausen
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15:09 17.01.2020
Eine wichtige Szene: Die seit zehn Jahren verschwundene Isa von Gems (Henriette Confurius, links) und ihre Mutter Sigrid (Claudia Michelsen) sprechen zum ersten Mal offen über die Vergangenheit. Im Hintergrund das „traute Heim“ Schloss Rauischholzhausen. Quelle: Alexander Fischerkoesen
Rauischholzhausen

Im September 2017 unterzeichneten Hessens Finanzminister Dr. Thomas Schäfer, Professor Dr. Joybrato Mukherjee als Präsident der Justus-Liebig-Universität Gießen, und Wissenschaftsminister Boris Rhein im Beisein von Professor Dr. Matthias Willems, Präsident der Technischen Hochschule Mittelhessen, in den Räumen von Schloss Rauischholzhausen eine Absichtserklärung. Mit dieser Erklärung soll die wirtschaftliche und nachhaltige Weiterentwicklung des historischen Gebäudeensembles eingeleitet und gesichert werden.

Nach einer angedachten Sanierung möchte die Justus-Liebig-Universität Gießen das Schloss gemeinsam mit der Philipps-Universität Marburg sowie der Technischen Hochschule Mittelhessen im Rahmen des „Forschungscampus Mittelhessen“ als Tagungsstätte nutzen.

Zwischenzeitlich wurden der Park und das Schloss als Filmkulisse entdeckt. Am Sonntag (19. Januar) wird im Marburger Cineplex die Vorpremiere des Films „Die Wolf-Gäng“ gezeigt. Dabei handelt es sich um eine Verfilmung der bekannten Jugendroman-Reihe von Wolfgang Hohlbein. Kenner des Rauischholzhäuser Parks werden diesen in dem Streifen wiedererkennen. Tja, und am Monatsende kommt das ZDF mit einem Sechsteiler daher mit dem Titel „Die verlorene Tochter“. Hauptdarsteller sind Christian Berkel und Claudia Michelsen sowie Henriette Confurius, Max von der Groeben und als Kommissar Götz Schubert.

Edersee zeigt "raues, ehrliches Gesicht"

Drehbuchautor ist Christian Jeltsch, der sich in den Genres Filmdrama und Kriminalfilm zu Haus fühlt. Er wirkte seit Ende der 90er-Jahre kontinuierlich an zig ARD-„Tatort“-Folgen mit, Auch viele „Polizeiruf 110“-Teile tragen seine Handschrift. Den Sechs-Teiler „Die verlorene Tochter“ sah er sicher als etwas Besonderes an.

So sagt er dazu: „Diese Geschichte [...] in die richtige Landschaft zu setzen, war eine [...] Herausforderung. Gefunden habe ich diese Land­schaft schließlich in meiner eigenen Vergangenheit: Am hessischen Edersee, der passend zu der Geschichte im Herbst alle Lieblichkeit verliert und sein raues, ehrliches Gesicht zeigt.“ – Ups, das hat gesessen. Und ja, die Film-Crew bekam es vom Edersee auch nicht wirklich gedankt. Für einige Sequenzen musste an den Diemelsee ausgewichen werden, weil im Drehjahr 2018 einfach zu wenig Wasser vorhanden war. Wir erinnern uns alle an die lange Dürreperiode. Aber die imposante Sperrmauer wurde trotzdem Schauplatz tragischer Entwicklungen.

Weiterer Drehort: Licher-Brauerei

Nun, und wie passt da ein romantisch anmutendes Schloss wie Rauischholzhausen rein? Wir dürfen gespannt sein. Andere Drehorte waren die alte Polizeistation in Korbach und uns Oberhessen sicher auch gut bekannt die Licher Brauerei.

Der Plot der Mini-Serie ist schnell erzählt: In der Nacht eines Schulfestes im fiktiven Ort Lotheim verschwindet Isa, die Tochter der Brauerei-Familie von Gems, spurlos. Zehn Jahre später taucht sie plötzlich wieder auf. Doch die Freude darüber wird schnell getrübt. Isa kann sich an nichts erinnern und so kochen die Gerüchte und alte Verdächtigungen von vor zehn Jahren schnell wieder hoch und belasten das neue Familienleben. Isa spürt Liebe und Ablehnung. Dazu kommt ein gescheiterter Kommissar, der glaubt, die Wahrheit herausfinden zu können. Wir werden sehen … Also, die Sende-Abende Ende des Monats schon mal vormerken und ein bisschen Heimatkunde garniert mit Krimi und Drama genießen.

von Götz Schaub

Hintergrund

ZDF-Sendetermine „Die verlorene Tochter“: Montag, 27. Januar, 20.15 Uhr bis 21.45 Uhr (Doppelfolge); Mittwoch, 29. Januar, 20.15 Uhr bis 21.45 Uhr (Doppelfolge), Donnerstag, 30. Januar, 20.15 Uhr bis 21.45 Uhr (Doppelfolge). Als Kauf-DVD soll die Serie am 14. Februar erhältlich sein.

Wer nicht warten kann: Ab 20. Januar kann die Serie online in der ZDF-Mediathek schon angeschaut werden.