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Südkreis Der Humor fährt immer mit
Landkreis Südkreis Der Humor fährt immer mit
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09:57 17.09.2020
Die deutsch-französische Lauf- und Radel-Legende Michel Descombes aus Ebsdorf ist zu seiner persönlichen „Tour der Hoffnung“ in Richtung Berlin gestartet – im Kostüm, sein Markenzeichen. Auf dem Weg sammelt er Spenden für den guten Zweck. Quelle: Ina Tannert
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Ebsdorf

Spaß haben, Spaß bringen, anderen Menschen ein Lächeln entlocken – das ist der große Antrieb im Leben von Michel Descombes, der sich auch mit 79 Jahren noch für den guten Zweck aufs Rad schwingt.

Am Mittwoch startete die stets lachende Marathon-Legende, die eben längst auch Fahrrad fährt, von seinem Heimatort Ebsdorf aus in Richtung Berlin zu seiner persönlichen „Tour der Hoffnung“ und sammelt in den nächsten Tagen auf der 500 Kilometer langen Strecke Geld für kranke Kinder.

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Die Spendentour begann er bei großem Medieninteresse und natürlich kostümiert in seinem eigenen Supermann-Clownskostüm in den französischen Nationalfarben. Und immer mit dabei: Ein großes Baguette aus Plastik, bestückt mit bunten Transparenten und Botschaften: „Haltet durch, Allez“ – passend für Marathonläufer, aber auch in Pandemiezeiten.

Deshalb zieht er auch dieses Mal alleine los, nur begleitet von einem engen Freund, der mit dem Auto und viel Gepäck folgt, darunter eine große Sammlung an Kostümen. Zehn Tage will Descombes unterwegs sein auf seiner Spendentour, jeden Tag 50 Kilometer schaffen.

Seit 35 Jahren für guten Zweck unterwegs

Seine ersten Stationen hatte er im Ostkreis, von dort geht es weiter nach Frielendorf in Richtung Hessisch Lichtenau. Er ist bestens vorbereitet, jeden Tag wird das Kostüm gewechselt, „bei Regen trage ich einfach meine Pinguin-Maske“, erzählt er grinsend. Auswahl genug hat er, alleine rund 70 bunte Kostüme haben sich in seinem Haus in einem Extrazimmer angesammelt.

Nicht nur in Ebsdorfergrund ist der 1941 in Blois an der Loire geborene Franzose bekannt wie der sprichwörtlich bunte Hund – ein Titel, der ihm auch besonders gut passt – ist er doch seit Jahrzehnten bei jedem Fest, bei jedem Radevent mit von der Partie und bringt in wechselnden, fröhlichen Kostümen gute Laune auf die Straße. Die auffallende Optik und seine ganz eigene Art haben ihm auch bundesweit eine gewisse Berühmtheit eingebracht: Seit etwa 35 Jahren nimmt er im Clownskostüm an Benefiz- und Marathonläufen in ganz Deutschland teil, sticht stets farbenfroh aus der Masse heraus.

Warum eigentlich? Für die gute Stimmung, die straffen Sportveranstaltungen waren dem ehemaligen Banker immer zu trocken, zu ernst, nicht bunt genug. „Ich wollte da mehr Spaß rein bringen, die Leute zum Lachen bringen“, verrät er. Er war immer schon sportlich und sei stets gut drauf, helfe gern, alle Eigenarten verbindet er mit seinen „bunten Aktionen.

„Spaßpräsident“ will gezielt auffallen

Der selbst ernannte „Spaßpräsident“ will gezielt auffallen für den guten Zweck, denn er sammelt weltweit Geld für Hilfsbedürftige und Hilfsorganisationen, etwa für die „Villa Kunterbunt“, „Kinder in Not“ und andere Projekte, unterstützt damit Menschen mit körperlichen und geistigen Beeinträchtigungen und krebskranke Kinder. Mehr als 200 Läufe hat er hinter sich, mehr als 200.000 Euro an Spenden gesammelt, ans Aufhören denkt er auch mit 79 nicht. Denn seine Aktionen, das Rad und der Humor halten ihn „immer jung“.

Die Idee zu seiner neuesten Fahrt kam ihm, als die diesjährige 25. Benefiz-Radtour „Tour der Hoffnung“ wegen Corona ausfallen musste. Das brachte ihn nicht nur dazu, selber 500 Euro zu spenden, sondern die Tour ein Stück weit aufrecht zu erhalten, ebenso wie den Berlin-Marathon, den er am Ende abfahren will, „dem Virus zum Trotz“, erzählt er. Auf seinem Weg durch halb Deutschland macht er überall Station, sammelt Geld von Behörden, Unternehmen, Privatleuten und will ganz nebenbei gute Laune verbreiten. Das treibe ihn besonders an, „die Leute freuen sich und grüßen zurück, das ist für mich die beste Motivation“, sagt er.

Von Ina Tannert

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