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Südkreis Zum Magier werden in nur drei Tagen
Landkreis Südkreis Zum Magier werden in nur drei Tagen
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00:20 01.07.2019
Harry Potter musste länger lernen: Schon nach drei Tagen beherrschten die Schüler verblüffende Zaubertricks. Quelle: Manfred Schubert
Niederweimar

„Beste Schule ever“, so nannte einer der Grundschüler die zurückliegende Projektwoche.

In der Tat sah man den Erst- bis Viertklässlern an, dass ihnen das Präsentieren des „Lernstoffs“ vor Eltern, Großeltern, Geschwistern und dem Bürgermeister großen Spaß bereitete.

Aber auch die jeweils etwa 200 Zuschauer im Zirkuszelt unterhielten sich prächtig und staunten nicht wenig darüber, was die vier Trainer vom Projektzirkus „Casselly“, allesamt Angehörige der Zirkusfamilie Kaselowsky, an nur drei Tagen mit den Kindern erarbeitet hatten.

Zur Eröffnung ließen sie den Zirkushund durch Reifen springen, dann kam eine Horde Clowns in die Manege und spielte dem Zirkusdirektor einen Streich nach dem anderen. Schwarzlichtjongleure warfen Bälle und ließen Reifen um ihre Körper kreisen.

Zum Staunen brachten die Magier das Publikum, indem sie Gegenstände verschwinden ließen oder Tücher hervorzauberten und schließlich einen ihrer Kollegen mit neun großen Schwertern in einem Kasten durchbohrten. Natürlich überstand er dies dank seiner magischen Kräfte völlig unversehrt.

Räder schlagend stürmten die Bodenakrobaten ins Zirkusrund und formten waghalsige Pyramiden mit ihren Körpern. Dann ging es eine Etage höher unter die Zirkuskuppel. Am Trapez sowie am Reifen zeigten die Luftakrobaten ihr Können und alle erhielten Applaus und Begeisterungsrufe. Auch die Moderation des einstündigen Programms übernahmen die Kinder selbst.

Die 116 Grundschüler waren in zwei Gruppen geteilt worden, die dann jeweils zwei Stunden täglich mit den sehr engagierten Trainern für ihre Aufführungen übten. Je nach Neigung und Fähigkeiten hatten sie sich selbst entschieden, ob sie eher zaubern, als Clowns alle zum Lachen oder als Akrobaten zum Staunen bringen wollten, wobei die Trainer berieten, wenn jemand nicht genau wusste, was er oder sie machen sollte.

Eltern und Vereine unterstützten Projekt

In der Schule wurde das Thema Zirkus in der Woche ebenfalls im Unterricht behandelt. Am Vormittag gab es eine Vorstellung für das Altenheim sowie die Kindergärten aus Nieder- und Oberweimar, am Nachmittag und Abend je eine Vorstellung für alle, die sie sehen wollten.

„Ohne den Förderverein wäre die Projektwoche nicht zu stemmen gewesen“, erklärte Schulleiterin Dörte Schönherr am Ende der Vorstellung und dankte dem Vorstand und den Mitgliedern für die finanzielle und organisatorische Unterstützung. 20 Euro pro Kind kostete die Teilnahme.

Auch tatkräftige Mithilfe war vonnöten. Jeweils etwa 15 Väter halfen beim Auf- und Abbau des Zirkuszeltes auf dem von der Gemeinde zur Verfügung gestellten Platz. Und der Fußballverein öffnete sein Sportheim, sodass es Toiletten und Räume zum Umkleiden gab.

von Manfred Schubert