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Südkreis Wohnen für Generationen
Landkreis Südkreis Wohnen für Generationen
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14:55 25.07.2020
So wie auf dieser unverbindlichen Visualisierung könnte der Generationenpark in Heskem dann später einmal aussehen. Quelle: Hausengel
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Heskem

Am Ortsrand von Heskem zwischen altem Dorf und neuem Gewerbegebiet soll mit dem Generationenpark eine neue Siedlung entstehen. Auf einer Baufläche von rund drei Hektar nordöstlich entlang des Hofackerweges plant die Hausengel Holding AG eine Anlage für generationenübergreifendes Wohnen mitsamt angeschlossenem eigenem Pflege-Angebot.

Der zusammenhängende Komplex aus verschiedenen Baugrundstücken – vom Einfamilienhaus bis zum betreuten Wohnen im Appartement – soll privates Wohnen im Grünen und gemeinschaftliches, generationsübergreifendes Leben verbinden, berichtet Simon Wenz, Vorstandsvorsitzender des Unternehmens und Gründer der Hausengel-Gruppe.

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Noch besteht das künftige Siedlungsgelände aus Wiesen und Feldern, das soll sich aber in rund drei Monaten ändern. Dann sollen – sobald die Baugenehmigung vorliegt – die Erschließungsarbeiten beginnen. Das mehrteilige Bauprojekt, das das Unternehmen gemeinsam mit der Gemeinde Ebsdorfergrund durchführt, teilt sich in verschiedene Schwerpunkte:

Herzstück der neuen Siedlung soll das mehrstöckige „Hausengelhaus“ werden, das das Unternehmen selber bauen lässt und das auf verschiedene Weise genutzt werden soll, privat und kommunal. Die Gemeinde würde das Dorfgemeinschaftshaus von Heskem-Mölln samt Bürgerbüro dorthin verlegen, angepeilt ist das bis Ende 2022. Mit dem Gemeinschaftsprojekt zwischen Kommune und Privatunternehmen soll der Ortsteil dann endgültig „als Grundzentrum etabliert werden“, lobt Bürgermeister Andreas Schulz.

Weitere Baugrundstücke sollen entstehen

Im Erdgeschoss des zentralen Haues sollen zudem ein Café und ein Versammlungsraum für Veranstaltungen entstehen. In den beiden oberen Etagen werden Wohngruppen für Pflegebedürftige geschaffen, pro Etage sind zwölf Appartements für betreutes Wohnen geplant.

In direkter Nachbarschaft sind drei barrierefreie, altersgerechte Mehrfamilienhäuser mit jeweils fünf Parteien in unterschiedlich großen Wohnungen geplant. Diese seien vor allem für Paare gedacht, die im Bedarfsfall auf das Pflegeangebot des Unternehmens zurückgreifen könnten. An diesen Bereich schließt sich wiederum Baugrund für fünf Mehrfamilienhäuser an, mit Wohnungen für Einzelpersonen oder Paare gedacht.

Um diesen durch neue Straßen verbundenen Kern-Komplex herum werden weitere Grundstücke für übliche Einfamilienhäuser geschaffen, die von Investoren oder Privatpersonen erworben und frei bebaut werden können.

Erste Häuser schon 2021

Insgesamt sind rund 35 private Bauplätze geplant. Für die gebe es bereits eine starke Nachfrage, rund 80 Interessenten hätten sich gemeldet. Die ersten Häuser könnten bereits Ende 2021 stehen. Das Investitionsvolumen für das Großprojekt liegt bei rund acht Millionen Euro, schätzt Wenz. Die Gemeinde beteiligt sich für die Nutzung des zentralen Hauses als Sondereigentum, der genaue Preis stehe noch nicht fest. Schulz rechnet mit eine Investition von über einer Million Euro.

Das Großprojekt des Unternehmens solle dabei ein Stück weit das klassische generationenübergreifende Familienleben abbilden und wieder aufleben lassen: Sozialer Austausch, Geborgenheit, Gemeinschaft – Schlagworte, mit denen das Projekt wirbt. Und das sei etwas, das er schon in seiner Kindheit beim Aufwachsen im Mehrgenerationenhaus erlebte, sagt Wenz.

Das gebe es heute jedoch immer seltener, traditionelle Familienstrukturen, Leben der Generationen nah beieinander, das rücke zunehmend in den Hintergrund, „aber viele wünschen sich das“. Ebenso fehle es an altersgerechtem Wohnraum, baulich an die Bewohner angepasst, da hinke der Wohnungsmarkt der demografischen Entwicklung hinterher. Beides soll sich im Generationenpark wiederfinden.

Von Ina Tannert

25.07.2020
25.07.2020