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Südkreis Philip Hoffmann ist bester Vorleser
Landkreis Südkreis Philip Hoffmann ist bester Vorleser
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10:40 29.02.2020
Strahlender Sieger: Philip Hoffmann. Quelle: Lisa Rösser
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Niederwalgern

Aus Schulen im ganzen Landkreis waren die Teilnehmer des Vorlesewettbewerbs in die neu eingerichtete Schul- und Gemeindebücherei in Niederwalgern gekommen, um ihr Können zu beweisen. Und das mit ganz klassischen Büchern. „Shock your parents, read a book“, zitierte der stellvertretende Schulleiter Malte Luther zur Begrüßung. „Und da ihr heute alle hier seid, seid ihr das beste Beispiel dafür, dass ihr oft eure Eltern und vielleicht auch eure Lehrer geschockt habt“, lobte er die Schüler. Denn Lesen sei „viel mehr als Informationsgabe und das wollt ihr uns heute zeigen.“

Um das zu schaffen hatten ­alle Kinder für die erste Wettbewerbsrunde ein eigenes Buch mitgebracht, aus dem sie eine kurze Textstelle vorlasen. Im zweiten Durchgang bekam jedes Kind eine zufällig ausgewählte Stelle aus einem unbekannten Buch zugewiesen, um zu beweisen, dass es auch mit fremden Texten umgehen kann.

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Eine Jury bewertete alle Beiträge weniger danach, wie fehlerfrei gelesen wurde, sondern vielmehr nach Kriterien wie Technik, Verständnis von Textstellen und Interpretation. Wer also das Publikum beim Vortragen am meisten mitreißen und fesseln konnte, trug den Sieg davon.

Mehr Jungen als noch vor zehn Jahren

Und das gelang in diesem Jahr Philip Hoffmann von der Alfred-Wegener-Schule in Kirchhain, der alle Jurymitglieder mit seinem lebendigen und authentischen Stil beeindruckte. „Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll, ich freue mich einfach, dass ich mitmachen durfte“, sagte der strahlende und ein bisschen überwältigte Sieger vor breitem Publikum.

Büchereileiterin Brigitte Krapp-Möhlke lobte die große Konzentration und Motivation aller Kinder: „Obwohl der Wettbewerb wegen der vielen Teilnehmer so lange gedauert hat, waren alle voll bei der Sache und haben sich wirklich sehr viel Mühe gegeben“. Überrascht zeigte sie sich über großes Interesse und volle Besucherplätze, gerade deshalb, weil die Schule den Regionalentscheid zum ersten Mal ausrichtete. Durch das Interesse und das Engagement der Schüler werde der langfristige pädagogische Wert der Veranstaltung hervorgehoben, lobte auch Gabriele Schmitt aus der Jury: „Es ist wichtig, so etwas zu haben und dass es bewahrt wird.“

Sie freute sich, dass dieses Mal besonders viele Jungen teilnahmen, „das war noch vor zehn Jahren ganz anders“. Tatsächlich sei die Zusammensetzung der Teilnehmer aus pädagogischer Sicht bemerkenswert: Lesen werde heutzutage eher mit Mädchen als mit Jungen in Verbindung gebracht, die nicht selten als vergleichsweise lesefaul gelten würden – die hohe und motivierte Beteiligung von Jungen könne als ein gutes Zeichen für eine positive Entwicklung gewertet werden.

Am Wettbewerb nahmen teil: Maximilian Beck, Sophia Busch, Juliano Czyrzewski, Philip Hoffmann, Luise Hormel, Naveen Lou Kruppers, Paul Maciossek, Noah Mengel, Christine Mückler, Dilem Özdemir, Pauline Partl, Can Pehlivan, Joanne Pfeffer, Adrian Pfob, Celina Sophie Reinke und Lea Wolff.

von Lisa Rösser

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