Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Südkreis Fronhausen will weiter autofreien Sonntag
Landkreis Südkreis Fronhausen will weiter autofreien Sonntag
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:00 24.03.2019
Fronhausen nimmt auch in diesem Jahr wieder am autofreien Sonntag teil. Quelle: Patricia Grähling
Fronhausen

21 Ja-Stimmen, keine Nein-Stimme, keine Enthaltung – deutlicher konnten die Gemeindevertreter ihrer Bürgermeisterin nicht klarmachen, wie sie die Zukunft der Veranstaltung sehen. Und so wird Claudia Schnabel sich wieder mit ihrem Amtskollegen aus der Nachbargemeinde zusammensetzen müssen, um das Freiluft-Event im Herbst zu planen.

Schnabel hatte versucht, dem Parlament Alternativen schmackhaft zu machen, legte­ eine Karte mit möglichen Strecken Richtung Norden vor. So habe die Gemeinde Weimar grundsätzlich Interesse daran­ bekundet, gemeinsam mit Fronhausen etwas auf die Beine­ zu stellen. Das soll dann aber etwas Neues, Eigenes sein und vom bisherigen Konzept losgelöst werden.

Frühestens für 2020 könnten Weimar und Fronhausen eine­ neue Veranstaltung organisieren. Denn in Weimar müsste Bürgermeister Peter Eidam zunächst einmal bei Vereinen und Ortsbeiräten vorfühlen, um ­herauszufinden, ob die Bürger überhaupt bereit sind, sich zu beteiligen.

Alternativen fanden keinen Anklang

Keine Veranstaltung oder eine veränderte Strecke – auch diese Alternativen hatte Fronhausens Gemeindevorstand um Claudia Schnabel in den Beschlussvorschlag für die jüngste Parlamentssitzung eingearbeitet. Am Ende wollten die Fraktionen von alldem wenig hören. Selbst der später einstimmig verabschiedete Beschluss musste auf Drängen der Gemeindevertreter abgeändert werden.

Dort hieß es zwar, dass der autofreie Sonntag 2019 in gewohnter Form stattfinden soll. Allerdings hätte die erste Fassung des Beschlusses auch vorgegeben, dass Schnabel mit Ebsdorfergrunds Bürgermeister Schulz eine neue Verteilung der Kosten vereinbaren muss.

Hier vermuteten die Parlamentarier wohl ein Schlupfloch. Denn sollte es der Bürgermeisterin nicht gelingen, eine Umverteilung beim Amtskollegen durchzusetzen, hätte das streng genommen wieder das Aus für den Termin im Herbst bedeuten können.

Schnabel hatte in den vorausgegangenen Diskussionen argumentiert, dass Ebsdorfergrund einen größeren Nutzen aus der Veranstaltung ziehe und auch der Großteil der Strecke durch die östliche Nachbargemeinde­ führe. Das spiegele sich aber nicht in der Aufteilung der Kosten wider. Ebsdorfergrunds Bürgermeister hingegen hatte deutlich gemacht, dass er von einer neuen Verteilung der Kosten nichts wissen will.
Also wurde in dem Beschlussvorschlag im Fronhäuser Parlament bezüglich der Kostenverteilung aus dem „zu vereinbaren“ ein „anzustreben“ gemacht, bevor die Abstimmung Fakten schaffte.

Die Gemeindeverwaltung hat zugleich auch den Auftrag bekommen, für 2020 ein Konzept gemeinsam mit Weimar auszuarbeiten. Eine solche Veranstaltung könnte „entweder alternativ, im Wechsel oder zusätzlich zum bisherigen autofreien Sonntag“ umgesetzt werden.

Diskussion dürfte nächstes Jahr erneut beginnen

So hält sich die Gemeindevertretung alle Möglichkeiten offen. Für dieses Jahr ist der autofreier Sonntag formal in trockenen Tüchern. Im Haushalt steht Geld dafür bereit. Im kommenden Jahr dürfte die Diskussion dann allerdings wieder von vorne losgehen. Klar ist jedoch, dass Claudia Schnabel mit einer guten Idee kommen muss, um das Fronhäuser Parlament vom bisherigen Konzept abzubringen.

Martin Wenz (Initiative Fronhausen) sagte: „Für uns ist ganz klar: Es geht so weiter.“ Er ­habe bislang noch keine machbare Alternative gesehen. Auch Christdemokrat Martin Schnabel hält am alten Konzept fest. „Das hat sich bewährt“, sagte er vor der Abstimmung. Und für Heiko Fischer (SPD) ist der autofreie Sonntag sogar eine Veranstaltung, „die ihresgleichen sucht“.

Wenz schrieb Bürgermeisterin Schnabel zudem noch ins Pflichtenheft, tunlichst für eine zukunftsfähige Lösung zu sorgen. „Wir wollen den autofreien Sonntag, und damit ist es gut“, sagte er. Er meine damit nicht nur dieses Jahr, so Wenz weiter. Er erwarte nun, dass die Bürgermeister sich an einen Tisch setzen, um einen Konsens auszuarbeiten.

von Dominic Heitz