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Südkreis Denkanstöße für das Gewerbegebiet
Landkreis Südkreis Denkanstöße für das Gewerbegebiet
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10:00 20.05.2019
Der Bauhof der Gemeinde Weimar bei Argenstein. Wenn er von dort wegziehen würde, könnten sich dort für die nahe Zeiteninsel neue Entwicklungsmöglichkeiten bieten. Quelle: Götz Schaub
Niederweimar

Es passt noch was hin, in das Gewerbegebiet. Was auf keinen Fall dort passieren soll, ist, dass sich die Logistikfirma noch einmal vergrößert und somit noch mehr Schwerlastverkehr in die umliegenden Dörfer bringt als jetzt zu erwarten ist. CDU-Fraktionsvorsitzender Jost Kisslinger hat in der Parlamentssitzung am Donnerstagabend einige Denkanstöße geliefert, bewusst auch mal sehr weit gefasst.

Die Veränderungssperre ist seit fast einem Jahr in Kraft. Deshalb sei es nun an der Zeit, die verbleibenden Restflächen mit einer Planung zu belegen. So schlug Kisslinger vor, dass dort ein Feuerwehrgerätehaus entstehen könnte mit dem Schwerpunkt Technik und Instandsetzung. Dieses Haus könne, wenn gewünscht, auch zu einem gemeinsamen Standort für die Wehren von Niederwalgern und Wenkbach ausgebaut werden.

Man könnte auch ein Sondernutzungsgebiet ausweisen für eine Spielfläche, einen Kindergarten oder eine Seniorenwohnanlage. Und ein Verkehrs- und Logistikgutachten soll im besten Fall unter Beteiligung des Landes Hessen, des RP Gießen und des Landkreises Marburg-Biedenkopf für eine Entlastung der Ortslagen Niederwalgern und Wenkbach sorgen.

Nun, die Freie Bürgerliste, die SPD und die Grünen anerkannten das Potenzial, das in dem Antrag steckt und stimmten dafür, den Antrag zunächst einmal im Bau-Ausschuss und im Haupt-, Wirtschafts- und Finanzausschuss zu beraten.

Zeiteninsel könnte von Bauhof-Umsiedlung profitieren

Dabei soll auch eine mögliche Umsiedelung des Bauhofs thematisiert werden. Zum einen könnte dadurch das räumlich nah stehende Freilichtmuseum Zeiteninsel profitieren, zum anderen könnte man auch noch mal mit umliegenden Gemeinden wie Fronhausen und Lohra über die Errichtung eines ­interkommunalen Bauhofs sprechen.

Reinhard Ahrens von den Grünen wollte die Möglichkeiten, die der Antrag bietet, nicht kleinreden, doch mahnte er auch zur Vorsicht. Veränderungen auf dem Sektor der Freiwilligen Feuerwehren sollten doch eher auch von den Feuerwehren als Impulsgeber ans Parlament herangetragen werden. Dr. Thorsten Hoß von der Freien Bürgerliste Weimar erinnerte nur daran, dass, wenn man dem Neubau der Firma Aldi in Niederweimar zustimme, für das Gewerbegebiet Niederwalgern-Wenkbach kein Markt mehr möglich wäre. Das wurde zur Kenntnis genommen, aber nicht weiter thematisiert.

SPD und CDU sowie die Hälfte der Freien Bürgerliste votierten einen Tagesordnungspunkt später für die Änderung des Flächennutzungsplanes und die parallel dazu stattfindende Aufstellung des Bebauungsplanes „Holleräcker“ in der Gemarkung Niederweimar, um dort einen Aldi-Neubau zu ermöglichen. Entsprechend wurde für den Bebauungsplan „Holleräcker“ auch der Satzungsbeschluss gefasst.
Die beiden Grünen im Weimarer Parlament stimmten gegen den Aldi-Neubau. Ahrens dazu: „Wir lassen uns nicht so gerne erpressen nach dem Motto: Entweder ihr stimmt zu oder wir verlassen Weimar.“

von Götz Schaub