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Südkreis Noch einmal steht ein Kraftakt für Ebsdorf an
Landkreis Südkreis Noch einmal steht ein Kraftakt für Ebsdorf an
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17:26 19.12.2021
Bisher parken in Ebsdorf die Autos direkt vor den Geschäften und müssen dazu den Bürgersteig überfahren. Das soll im Zuge der Straßen- und Gehwege-Sanierung verändert werden.
Bisher parken in Ebsdorf die Autos direkt vor den Geschäften und müssen dazu den Bürgersteig überfahren. Das soll im Zuge der Straßen- und Gehwege-Sanierung verändert werden. Quelle: Götz Schaub
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Ebsdorf

Mit knapp 690 000 Euro unterstützt das Land Hessen die Gemeinde Ebsdorfergrund beim Ausbau der Gehwege in der Ortsdurchfahrt sowie an weiteren Straßen in Ebsdorf. Dies teilt Wirtschafts- und Verkehrsminister Tarek Al-Wazir mit. Die Gesamtausgaben für das Projekt belaufen sich auf rund 1,4 Millionen Euro. Sowohl an der Ortsdurchfahrt (L 3089) als auch an der Hauptstraße und an der Bortshäuser Straße werden die Gehwege erneuert sowie mit barrierefreien Querungsmöglichkeiten versehen. Zwei im Ausbaubereich liegende Bushaltestellen werden ebenfalls barrierefrei ausgebaut und neu ausgestattet.

Das ist aber tatsächlich nur die Spitze der Gesamtarbeiten, die für Ebsdorf vorgesehen sind. Denn es sind nicht nur die Gehwege, die jetzt nach modernen Anforderungen saniert und erneuert werden. Die Gemeinde Ebsdorfergrund hat auch die Planungen der Erneuerungen der L 3089 vorangetrieben bis zum Baurecht. Wie jetzt? Die Gemeinde? Eine Landesstraße? Ja, genau. Einmal mehr ist es der Gemeinde gelungen, einen Win-Win-Deal mit dem Land auszumachen. Denn die L 3089 wäre jetzt nicht dran gewesen, also definitiv nicht vor 2025.

Wer Bürgermeister Andreas Schulz kennt, weiß, dass Warten nicht gerade seine Stärke ist. Erst recht nicht, wenn schon alles im Kopf fertig ist für eine Bau-Ausführung. Gespräche brachten da eine neue Ausgangssituation. Die Argumente stachen: Wenn schon die Gehwege gemacht und Bushaltestellen barrierefrei ausgebaut werden, mache es Sinn, auch die Straße zu sanieren, nicht zuletzt, um die Anwohner nicht innerhalb kürzerer Zeit zweimal mit Bauarbeiten zu belasten. Das Land erlaubte der Gemeinde, die Planungen zu übernehmen und das Projekt zur Baureife zu bringen. Darüber hinaus verpflichtete sich die Gemeinde für den entsprechenden Ausgleich zu sorgen und in der Bauphase auch die Bauherrschaft zu übernehmen.

„Es wird sich auszahlen“

So konnte also das Gesamtpaket Straße und Gehwege für Ebsdorf bereits für 2022 geschnürt werden. Die Sanierung der Fahrbahn wird etwa 3,1 Millionen Euro kosten. Und so ist der Bürgermeister ganz auf Betriebstemperatur und sagt: „Was Ebsdorf im Zuge der Dorferneuerung erlebt hat, ist eine Kleinigkeit gegenüber dem, was jetzt ansteht, aber es wird sich für die Ebsdorfer Bürgerinnen und Bürger sowie den Ort als Ganzes mehr als auszahlen.“

Das Vorhaben ist klar umrissen. „Wenn wir jetzt schon mal dran sind, dann wollen wir es aber auch umfassend und für alle gewinnbringend machen“, sagt Andreas Schulz. Er weiß, dass die Bauphase den Anliegern sicher einiges abverlangen wird. Immerhin müssen sie sich aufgrund einer bewusst in Ebsdorfergrund fehlenden Straßenbeitragssatzung nicht finanziell beteiligen. Und es soll über einen guten Informationsfluss dafür gesorgt werden, dass die Anlieger immer wissen, wann die aktuellen Bauarbeiten direkte Auswirkungen auf sie haben, etwa was die Erreichbarkeit der Grundstücke angeht. Auf jeden Fall sollen die Anlieger noch einmal gesondert informiert werden, was so alles auf sie zukommt, was im Einzelnen geplant ist.

An mehreren Punkten der Bortshäuser Straße und der Hauptstraße sind durchaus große Veränderungen zum Ist-Zustand geplant. Ganz wichtig: Die Gehwege werden auf Höhe der Geschäftszeile nicht mehr hinter den parkenden Autos liegen, sondern davor, also direkt vor den Läden und sonstigen Einrichtungen. „Es kann doch nicht sein, dass die Autos an die Gebäude heranfahren, während die Fußgänger an der Straße gehen müssen“, sagt Schulz. „Der ganze Bereich inklusive des gegenüber liegenden Musikergartens bildet einen Raum, auf dem sich Menschen gerne aufhalten sollen, sich begegnen können“, sagt der Bürgermeister.

Sicherheits-Update

Der Straßenabschnitt vom Ortseingang aus Richtung Bortshausen kommend, über den Frohwein-Büchner-Platz bis runter zur Zwester-Ohm soll auch verkehrstechnisch sicherer gemacht werden. An den Einmündungen von Straßen wir der Gehweg optisch abgesetzt, was verstärkend zum Ausdruck bringen soll, dass Fußgänger Vorrang haben. Ganz oben, also am Ortsende Richtung Bortshausen, soll der Fahrradweg besser zugänglich gemacht werden über eine Querungshilfe auf der Straße, die dort gleichzeitig den Verkehr beruhigen soll. Die Hauptstraße an der Zwester-Ohm soll mitunter auch so verengt werden, dass kein Begegnungsverkehr möglich ist. Das soll effektiv zur Verkehrsberuhigung beitragen. Der Bürgersteig wird bis zum Dorfende führen. „Für eine bessere Beleuchtung wird es 18 bis 20 neue Straßenlaternen in neu bestimmten Abständen geben“, informiert Harald Bausch vom Fachdienst Bauen. Und wenn schon in der Nachbarschaft gebaut wird, dann soll auch gleich das Feuerwehrgerätehaus modernisiert werden, sagt er.

Die Bauarbeiten beginnen voraussichtlich Mitte 2022 und sollen 2024 abgeschlossen werden.

Von Götz Schaub