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Südkreis Neue Häuser mit eigenem Kanalsystem
Landkreis Südkreis Neue Häuser mit eigenem Kanalsystem
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20:16 18.08.2020
Ebsdorfergrunds Ortsteil Beltershausen wächst weiter. 21 Baugrundstücke umfasst das Gebiet „Landwiese“, zu dem jetzt der erste Spatenstich erfolgte. Quelle: Foto: Götz Schaub
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Beltershausen

Immer mehr Menschen zieht es in die „Sonnenschein-Gemeinde“ Ebsdorfergrund. Damit das auch klappen kann, bietet die Gemeinde immer wieder Bauplätze in verschiedenen Ortsteilen an.

Unter dem Strich ist die Gemeinde zuletzt nicht nur um 120 Bürger gewachsen, sie hat sich durch den Zuzug auch verjüngt. „Der überwiegende Teil der Menschen, die zu uns kommen und ein Haus bauen, sind junge Paare mit Kindern“, sagt Bürgermeister Andreas Schulz. So werden wichtige Eckpfeiler der Infrastruktur in schöner Regelmäßigkeit nachgefragt, müssen oder können sogar guten Gewissens ausgebaut werden.

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Schulz hebt hervor, dass mittlerweile auch auf dem Land Neubauten mit Platz für bis zu sechs Parteien pro Bauplatz sehr gut funktionieren. „Das war früher undenkbar, da gab es nur Ein- und Zweifamilienhäuser. Aber nicht jeder, der heute aufs Land zieht, möchte einen großen Garten bewirtschaften und seine Freizeit mit Rasenmähen verbringen.“

Fußweg zur Bushaltestelle

Nun vergrößert sich einmal mehr Beltershausen um 21 Baugrundstücke, wovon aktuell nur zwei noch nicht vergeben sind. Das Gebiet „Landwiese“ könnte optimaler zum Kernort gar nicht liegen. Die Zufahrt erfolgt über die bisher nur einseitig bebaute Marburger Straße. Die Häuser entstehen dann parallel zur Frauenbergstraße hinter der dortigen Häuserbebauung. Über einen Fußweg zwischen zwei Grundstücken an der Frauenbergstraße erreichen die zukünftigen Bewohner des Neubaugebiets in wenigen Sekunden die Bushaltestelle beziehungsweise das Bürgerhaus und den „Garten des Wandels“. Die Erschließung nimmt ab dieser Woche die Firma Geissler Infra GmbH aus Kirchhain vor, wobei die Tiefbau-Arbeiten nach Plänen des Ingenieurbüros Grohmann aus Allendorf/Lumda ausgeführt werden. Dr. Walter Grohmann, Geschäftsführer des gleichnamigen Ingenieurbüros, und Diplom-Ingenieur Thomas Barg von Geissler Infra stellen heraus, dass die Beltershäuser keine Angst haben müssen, dass das Kanalsystem in der Ortslage deshalb zusätzliche Wassermengen aufnehmen muss. Die Kanäle für Brauch- und Schmutzwasser laufen in einem eigenen Netz.

Netz wird entlastet

Und mehr noch: Die Häuser der Marburger Straße, die dem Baugebiet praktisch gegenüberstehen, sollen auch an diese neuen Kanäle angeschlossen werden, so dass das bereits vorhandene Netz sogar eine Entlastung erfährt. Barg geht davon aus, dass die Erschließung, was die Vorausbaustufe angeht, bis 15. Dezember abgeschlossen ist. Der Endausbau soll dann drei Jahre später erfolgen. Bis dahin sollten wohl alle Bauplätze bebaut sein, da es für die Käufer der Baugrundstücke auch eine Bauverpflichtung gibt. Wer dieser nicht nachkommen kann, muss das Grundstück wieder freigeben.

Es werde zudem viel getan, dass Regenwasser, das nicht versickern kann, nicht ungebremst die Ortslage belastet. So müssen auf allen Grundstücken Kombi-Zisternen gebaut werden, die zum einen Regenwasser aufnehmen für die Gartenbewässerung oder Toilettenspülung und zum anderen Regenwasser zurückhalten, um es dann verzögert zum Regenereignis wieder freizugeben. Die Planung für das Baugebiet hat auch den Beltershäuser Ortsbeirat überzeugt, der dem Vorhaben zustimmte, wie Ortsvorsteher Johannes Block bestätigt. Schulz merkt noch an: „Der Aufwand der Erschließung ist aufgrund der Vorgaben relativ hoch, entsprechend mussten wir die Preise anpassen.“ Doch sind wie gesagt nur noch zwei Grundstücke verfügbar. Der Quadratmeterpreis beträgt für das eine Grundstück 135 Euro, für das andere 145.

Enorme Nachfrage

Die Bewohner der „Landwiese“ müssen, um überregionale Straßen zu erreichen, nicht durch die Ortslage fahren. Über die Straße „Zum Pfingstgraben“ geht es direkt auf die L 3125, auf der man binnen Minuten nach Marburg beziehungsweise zur Bundesstraße 3 kommt. Da auch die Nachfrage im Baugebiet Heskem enorm ist, geht Bürgermeister Schulz davon aus, schon bald zwei weitere Baugebiete auflegen zu können, dann in Rauischholzhausen und Ebsdorf.

Von Götz Schaub

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