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Südkreis Über Grenzen hinweg
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18:42 25.07.2021
Vertreter aus Ebsdorfergrund, Rabenau, Allendorf (Lumda) und Staufenberg haben sich zum ersten Planungstreffen versammelt. Sie wollen unter Beteiligung aller vier Kommunen einen Höhenwanderweg zwischen Ebsdorfergrund und Staufenberg ausweisen.
Vertreter aus Ebsdorfergrund, Rabenau, Allendorf (Lumda) und Staufenberg haben sich zum ersten Planungstreffen versammelt. Sie wollen unter Beteiligung aller vier Kommunen einen Höhenwanderweg zwischen Ebsdorfergrund und Staufenberg ausweisen. Quelle: Foto: Ina Tannert
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Ilschhausen

Wandern ist in Pandemiezeiten so populär wie schon lange nicht mehr, viele Menschen haben längst das Wandern für sich wiederentdeckt. Und ausgedehnte Wandertouren brauchen Wege, Orientierung, interessante Routen. Die sind von Vorteil für die angrenzenden Regionen, um wanderfreudige Touristen anzulocken.

Das haben sich nun auch die Kommunen Ebsdorfergrund, Rabenau, Allendorf (Lumda) und Staufenberg auf die Fahnen geschrieben. Die vier Nachbarn wollen gemeinsam einen Höhenwanderweg von Roßberg bis Staufenberg ausweisen, so das ganze Lumdatal und den Ebsdorfergrund touristisch aufwerten. Hinter dem Projekt stehen sowohl die vier Rathauschefs wie zahlreiche Ortsvorsteher der angrenzenden Dörfer, von denen sich einige am Donnerstag zu einem ersten Planungstreffen in Ilschhausen zusammen fanden. Denn das Vorhaben steht noch am Anfang, soll aber einmal Signalwirkung nach außen haben und Grenzen überwinden, sowohl von Städten und Gemeinden wie von den beiden Landkreisen Marburg-Biedenkopf und Gießen. Ein grenzübergreifendes Radwegenetz haben die Partner bereits, nun folgen die Wanderwege, betont Bürgermeister Andreas Schulz bei der Vorstellung der Pläne.

Denn das Wandern erlebt einen Aufschwung, „die Leute bewandern die heimische Region, bei uns ist immer der Teufel los“, sagt Thomas Benz, Bürgermeister der Stadt Allendorf (Lumda). Die Wanderer interessiere es dabei nicht, in welcher Gemarkung sie unterwegs sind, welche Grenze sie überschreiten, da mache eine überregionale Route einfach Sinn.

Vorhandene Wege und Flächen sollen touristisch stärker erschlossen, miteinander vernetzt und mit neuen Hinweisschildern ausgerüstet werden.

Geschichte und Natur

lädt zum Erkunden ein

Als Grundlage könnte dazu die Strecke „Alte Straße“ zwischen Staufenberg und Roßberg dienen, die auf rund 15 Kilometern praktisch einen „Roten Faden“ bildet, betont Staufenbergs Bürgermeister Peter Gefeller. Von dort aus zweigen verschiedene Strecken ab, die Teil des neuen Wander-Netzwerks werden könnten.

Anknüpfungspunkte sollen auch die Grenzsteine entlang der Wege sein, waren doch alle Nachbarn regional einst deutlich stärker voneinander abgegrenzt, „die einen waren die Hessen-Kasseler, die anderen die Hessen-Darmstädter, die einen die Preußen, die anderen die echten Hessen“, erinnert Gefeller mit einem Augenzwinkern an die alte Ordnung der Landgrafschaften. Die ist vorbei, auf die Geschichte hinzuweisen bietet sich jedoch auch im Rahmen eines Wanderwegs an. Neben der Kultur- bilde ebenso eine reiche Naturlandschaft weitere Anziehungspunkte.

Der höchste Punkt auf der neuen Route wird mit dem Leidenhöfener Kopf – 393 Meter – in Leidenhofen liegen. Viele andere Dörfer aus den angrenzenden Gemeinden sollen an die Strecke angeschlossen werden und eigene Besonderheiten mit einbringen, auf lokale touristisch interessante Punkte aufmerksam machen. Von den Dreihäuser Höfen, über das Klostergelände von Hachborn bis zum Totenberg im Staufenberger Stadtteil Treis an der Lumda. Auch kulturelle wie gastronomische Angebote sollen davon profitieren.

Ein Blick in Richtung Ilschhausen: Zwischen Ebsdorfergrund und Staufenberg soll durch das Lumdatal ein Höhenwanderweg entstehen, die vier Nachbarkommunen Ebsdorfergrund, Rabenau, Allendorf (Lumda) und Staufenberg haben gemeinsam die Planungen aufgenommen. Quelle: Ina Tannert

Wo am Ende konkret die Wanderroute verläuft und welche Angebote wo mit eingepflegt werden, das wird sich erst noch zeigen. Derzeit läuft die Ideensammlung, in die sich alle angrenzenden Orte – 14 aus vier Kommunen – einbringen wollen.

Auch die Erreichbarkeit spielt eine große Rolle, „ein Streckenweg ist immer schwieriger als ein Rundwanderweg“, sagt Dr. Armin Feulner von der Marburg Stadt und Land Tourismus GmbH, die ebenfalls im Boot ist. Denn die Wanderer kehren dort nicht zu ihrem Ausgangspunkt zurück, die Verfügbarkeit von öffentlichen Verkehrsmitteln müsse daher erst geprüft werden.

Um die Pläne finanziell umzusetzen, soll ein gemeinsamer Antrag bei den LEADER-Regionen Gießen und Marburg für die nötige Förderung dienen: Schulz rechnet in etwa mit 100 000 Euro, die für die Umsetzung nötig sind und hofft auf eine Förderquote von 70 Prozent aus EU-Mitteln.

Bis zur Fertigstellung des Wanderwegs wird einige Zeit ins Land gehen, dieser soll im Jahr 2023 eröffnet werden. Im September steht das nächste Treffen der kommunalen Partner auf dem Programm.

Von Ina Tannert

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