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Südkreis Lahnufer in Roth vom Öl-Schlamm befreit
Landkreis Südkreis Lahnufer in Roth vom Öl-Schlamm befreit
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20:58 13.08.2020
Die kontaminierte Erde an der Lahn gegenüber des Bogenwegs in Roth wurde nach dem Öl-Unfall großflächig abgetragen. Im Hintergrund ist noch eine der Öl-Sperren zu sehen. Quelle: Ina Tannert
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Roth

Nach dem Öl-Unfall vergangene Woche laufen die Aufräumarbeiten am Bogenweg in Roth, wo die Panne noch immer deutlich spürbar ist. Am unteren Ende der Straße riecht es weiterhin streng nach Öl, das betroffene Gebäude ist sichtbar in Mitleidenschaft gezogen und das gegenüberliegende Lahnufer wurde großflächig abgetragen.

Am 4. August waren aus einem Tankwagen rund 100 Liter Heizöl ausgelaufen, nachdem der Füllstutzen anscheinend den Halt am Öltank verlor ( die OP berichtete ).

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Das Öl sickerte in den Boden direkt neben dem betroffenen Wohnhaus, gelangte durch ein Entwässerungssystem und den Kanal, der oberirdisch an der Lahnseite endet, und floss über die Böschung auch in die Lahn.

Die Feuerwehren aus Roth und Wolfshausen waren mit der Unteren Naturschutzbehörde im Einsatz, dichteten den Kanal vorübergehend ab und legten über mehrere Tage Öl-Sperren aus. Wie Oliver Grün, stellvertretender Gemeindebrandinspektor, berichtete, gelangte daher nur wenig Öl in die Lahn.

Anwohner müssen mit dem Chaos leben

Ein großer Teil versickerte allerdings im Boden. Mit schwerem Gerät wurde daher in den letzten Tagen das kontaminierte Erdreich an der steilen Böschung entfernt und per Kran und Containern zum Abtransport an die Straße gehoben. Die mit Öl-Schlamm durchsetzte Erde sowie die saugfähigen Öl-Schlängel auf der Lahn müssen von einer Spezialfirma gesondert entsorgt werden.

Die Arbeiten am Ufer sind nahezu beendet, anders sieht es auf dem betroffenen Privatgrundstück aus, wo der Unfall besonders große Schäden angerichtet hat. Ein Schock für die Bewohner, die seit Tagen dabei sind, die gröbsten Schäden zu beseitigen. Sie müssen nach dem Unfall des Öl-Transporters derzeit mit dem entstandenen Chaos leben, sind seitdem im Dauerstress, „es ist schlimm, so was will man einfach nicht haben“, sagt eine Anwohnerin.

Ihr Grundstück wurde aufgebaggert, ein Teil der Außenwand, wo das Öl entlanggeflossen ist, musste aufgebrochen werden und wird nun von dem Gutachter der zuständigen Versicherung überprüft. Bis alle Schäden beseitigt sind, dürfte es zum Ärger der Grundstücksbesitzer noch eine Weile dauern.

Von Ina Tannert

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