Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Südkreis Moderne Haltestellen mit zusätzlichen Angeboten
Landkreis Südkreis Moderne Haltestellen mit zusätzlichen Angeboten
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:00 29.12.2021
Die Bushaltestelle im Ortskern von Heskem liefert einen Vorgeschmack auf die Haltestellen, die im Grund in den nächsten zwei Jahren barrierefrei umgebaut werden.
Die Bushaltestelle im Ortskern von Heskem liefert einen Vorgeschmack auf die Haltestellen, die im Grund in den nächsten zwei Jahren barrierefrei umgebaut werden. Quelle: Foto: Götz Schaub
Anzeige
Ebsdorfergrund

Derzeit werden in den Kommunen des Landkreises Bushaltestellen so umgebaut, dass sie barrierefrei zu nutzen sind. Während sich manche Kommunen nur zwei oder drei Haltestellen im nächsten Jahr vornehmen, plant die Gemeinde Ebsdorfergrund mit 18 Umbauten innerhalb von zwei Jahren. Das ist angesichts der weiteren geplanten Bauarbeiten in der Großgemeinde schon bemerkenswert. Insgesamt sind im Grund noch 24 Bushaltestellen in der Modernisierungswarteschleife. 18 wurden herausgeholt und sollen innerhalb der nächsten zwei Jahre umgesetzt werden.

Eigenständiges Projekt 

Bei den übrigen sechs Haltestellen mache es derzeit aus verschiedenen Gründen keinen Sinn, erläutert Bürgermeister Andreas Schulz. Die Haltestelle im Kreuzweg in Rauischholzhausen beispielsweise soll später in einem Guss mit dem Endausbau der Straße entstehen.

Nun, wer jetzt glaubt, dass in den 18 Haltestellen sicher der Busbahnhof in Heskem enthalten ist, der irrt. Der Busbahnhof, der nun im nächsten Jahr verwirklicht werden soll, ist tatsächlich noch einmal ein eigenständiges Projekt, für das 2,5 Millionen Euro vorgesehen sind.

Also zurück zu den 18 Haltestellen. Arbeiten wir erst mal die Zahlen ab. Die Umbauten erreichen fast noch einmal die Investitionssumme, die für den Busbahnhof in Heskem bereitgestellt sind: Satte 2,1 Millionen Euro werden dafür vorgesehen. Gute 1,4 Millionen Euro deckt dabei die Gemeinde über Fördermittel ab.

700.000 Euro Eigenanteil

So beträgt der Eigenanteil tatsächlich „nur“ 700 000 Euro. Für Bürgermeister Schulz ist das gut angelegtes Geld. „Wenn mehr Menschen Busse und Bahn nutzen sollen, dann müssen wir auch etwas für die Steigerung der Attraktivität tun.“ Ein guter Fahrplan mit besseren Verbindungen nach Marburg sei das eine. Das soll ja in Ebsdorfergrund kommen, wenn der Busbahnhof in Heskem in Betrieb gehen kann. Die Erreichbarkeit der Haltestellen und das bequeme Einsteigen sicher das andere. Und damit die Nutzerinnen und Nutzer der Busse immer sofort wissen, wann der nächste Bus kommt und wohin er fährt, sollen die Haltestellen auch mit einer elektronischen Fahrgastauskunft ausgestattet werden, wie man sie bereits aus Marburg kennt.

„Wenn die Menschen bemerken, dass man ihnen den Umstieg auch so angenehm wie möglich machen will, werden diese Anreize Wirkung erzielen“, ist sich der Bürgermeister sicher. Deshalb will er keine halbherzigen Sachen machen. Die Bushaltestellen werden auch WLAN-Hotspots sein und über moderne und sichere Fahrradabstellanlagen verfügen. Als sei das noch nicht genug, werde man auch die Bushaltestelle als solche modern in Glas- und Edelstahl-Optik gestalten. Wer sich davon schon jetzt einen Eindruck verschaffen möchte, kann dies im Kern von Heskem auf Höhe der Kirche machen. Wo es sich anbietet, wird es auch noch flankierende gestalterische Arbeiten geben, die die Haltestellen besser in das Dorfbild einbetten.

Allein vier barrierefreie Bushaltestellen werden im Zuge der rund zweijährigen Neugestaltung der Ortsdurchfahrt von Ebsdorf gebaut (diese Zeitung berichtete über das Vorhaben). Für das kommende Jahr sind sechs Haltestellen vorgesehen: zwei in Roßberg und jeweils eine in Dreihausen, Leidenhofen und Rauischholzhausen sowie eine komplett neue an der Einkaufsoase in Heskem. Für 2023 sind dann, wenn die Fördermittel fließen, jeweils zwei Haltestellen in Wittelsberg, Wermertshausen, Frauenberg und Dreihausen vorgesehen.

Mit der noch zu erstellenden Haltestelle im Gewerbegebiet Heskem wird es im Grund insgesamt 27 Haltestellen geben. Drei von ihnen sind schon barrierefrei ausgebaut, wie bereits erwähnt in Heskem sowie eine in Dreihausen und eine in Hachborn. Diese werden dann aber sicher auch noch mit elektronischen Fahrgastauskünften versehen werden.

Von Götz Schaub