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Südkreis Markus Herrmann will ins Weimarer Rathaus
Landkreis Südkreis Markus Herrmann will ins Weimarer Rathaus
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12:00 25.05.2022
Markus Herrmann mit Ehefrau Rabea Herrmann. Die Freie Bürgerliste wählte ihn einstimmig zu ihrem Kandidaten für die Bürgermeisterwahl im September.
Markus Herrmann mit Ehefrau Rabea Herrmann. Die Freie Bürgerliste wählte ihn einstimmig zu ihrem Kandidaten für die Bürgermeisterwahl im September. Quelle: Foto: Ina Tannert
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Eine transparente Politik und von Bürgern geführte „Denkfabriken“ als Ergänzung zu klassischen kommunalpolitischen Gremien – so stellt sich Markus Herrmann eine moderne Kommunalpolitik vor. Mit ihm auf dem Chefsessel im Rathaus. Der 48-Jährige möchte Bürgermeister der Gemeinde Weimar werden und hat die Freie Bürgerliste hinter sich, die ihn gerade einstimmig zu ihrem Kandidaten für die Bürgermeisterwahl am 25. September gewählt hat.

Herrmann war Gemeindebrandinspektor

„Ich freue mich auf den Wahlkampf mit einem starken Team“, lobt der frisch gekürte Kandidat, der die Versammlung nutzt, schon einmal für sich zu werben. Er ist ein bekanntes Gesicht in der Gemeinde, Herrmann sitzt seit vergangenem Jahr für die Bürgerliste in der Gemeindevertretung, stammt gebürtig aus Niederwalgern, lebt dort weiterhin und sitzt, seit er 23 ist, im Ortsbeirat, mittlerweile als Ortsvorsteher. Man kennt ihn zudem als ehemaligen Gemeindebrandinspektor, er führte in dem Führungsamt 16 Jahre lang die Feuerwehr an. „Ich bin seit Kindesbeinen an für die Feuerwehr Feuer und Flamme – und ich bin Vereinsmensch“, betont er. Vereine sehe er als „Bindeglied in einer Gesellschaft“.

So kompetent ist Markus Herrmann

Welche Kompetenzen für das Bürgermeisteramt rechnet er sich zu? Der Diplom-Finanzwirt setzt hier vor allem auf sein finanz- und wirtschaftspolitisches Wissen, er ist seit 25 Jahren als Betriebsprüfer für Großbetriebe und Konzerne in der Finanzverwaltung des Landes Hessen tätig und würde seine Erfahrung auch in die Gemeindeverwaltung einbringen. Er wünsche sich eine ideologiefreie, transparente Politik, „um die Bürger zu informieren und auch, um Spannungen aufzufangen“, sagt er und spielt damit auf Aufregerthemen der letzten Jahre an, wie die Logistikhalle bei Wenkbach.

Generell wolle er eine stärkerer Bürgerbeteiligung in der Politik, über die klassischen Beteiligungsformen hinaus: „Man braucht mehr als politische Gremien, um Innovationen zu fördern“, findet er und könnte sich ergänzend von Bürgern geführte „Denkfabriken“ vorstellen. Auch der Klimaschutz stehe weit oben auf seiner Agenda, beim Thema erneuerbare Energien würde er auf „aus der Bevölkerung getragene Ideen“ setzen. Was die grüne Stromversorgung angeht, wird in Weimar gerade der Bau von drei großen Solarparks diskutiert. Die Pläne sieht Herrmann durchaus kritisch, sei „zwiegespalten“ und würde das Feld nicht nur Projektierern überlassen: „Warum sollten nur große Firmen davon profitieren?“ Eine Betriebsform über die Weimarer Bürger, etwa kommunale Genossenschaften, könne er sich bei Solarparks dagegen vorstellen.

Zugleich wolle er Wert auf einen Erhalt der Strukturen innerhalb der Dörfer legen, sich dafür einsetzen, „die Identität der Ortsteile zu erhalten“. Auch das Thema Straßenbeiträge würde er gerne zur Debatte stellen und im Wahlkampf die Frage aufwerfen, „ob Straßenbeiträge heute noch zeitgemäß sind“. Herrmann bereitet sich nun auf den Wahlkampf vor, an seiner Seite steht nicht nur die Fraktion, sondern auch seine Ehefrau Rabea Herrmann, seit fast 20 Jahren sind beide verheiratet und haben zwei Kinder. Wie steht sie zu den Ambitionen ihres Mannes? „Das wäre eine Riesenaufgabe, aber ich weiß, dass Markus das schaffen kann und mit ganzem Herzen dahinter steht“, sagt sie.

Hintergrund

Für die Bürgermeisterwahl am 25. September werfen nun drei Kandidaten ihren Hut in den Ring. Für die SPD tritt Jens Weller an, für die CDU Lars Plitt.

Von Ina Tannert

21.05.2022
19.05.2022